28cm Sturmmörser auf Fgst.38D


 

Das Original

Für den neuentwickelten Jagpanzer 38D wurden diverse Projekte geplant. Darunter diese, bei der der Motor in die Mitte verschoben wurde und im nun offenen Heckbereich der neue 28cm Sturmmörser Platz finden konnte.
Für diesen wurde eine große Bodenplatte mitgeführt und ein ausgeklügelter Richtmechanismus im Heck eingebaut.
In Marschfahrt wurde die Bodenplatte am Heck eingehängt und das Rohr zurückgzogen in einer Mulde transportiert. Das Laden des Mörsers erfolgte in horizontaler Rohrstellung. Zum Feuern wurde das Fahrzeug über die Grundplatte gefahren und das Mörser Bodenstück darin eingerastet. Dann wurde der Mörser in Abschussposition gebracht (Rohrerhöhung +35 bis +80°, Seitenrichtfeld 40°) und abgefeuert.
Das Rohr war ungewöhnlich leicht, wodurch das Gesamtfahrzeuggewicht 11,5t nicht überstieg, trotz 30mm Frontpanzerung.
Das Ende des Krieges setzte auch diesem Projekt vor Fertigstellung ein Ende.

Der Bausatz

Der Bausatz ist ein Komplettbausatz, d.h. es wird kein Basisbausatz benötigt. Im Bausatz enthalten sind etwa 70 Resinteile, eine Metallrohr und ein Satz Friulmodel Ketten.
Der Guss der Teile ist gut, wie man es von New Connection gewohnt ist - an filigranen Teilen und Öffnungen finden sich Fischhäute, an verwinkelten Teilen gibt es kleine Resinbläschen, die mit einem Bastelmesser flugs entfernt sind. Der Detailgrad der Teile ist wieder erfreulich gut.
Die Angüsse sind werksseitig bereits auf ein Mindestmaß reduziert, was das Basteltempo und den Spaßfaktor erhöht. Sogar die Unterwanne ist quasi ohne Anguss ausgeliefert - ein großer Schritt da sonst oft der ganze Unterboden als Anguss diente. Die Unterwanne ist sehr dünn und filigran gearbeitet. Die Auslegung ist so mit geschlossenem Fahrerplatz hinter der Frontschräge 8wobei die Fahrerluke geöffnet dargestellt werden könnte) mit dahinterliegendem Motorraum und mit dem Mörser am offenen Heck.
Der Mörser kann wahlweise in Marsch oder feuerstellung gebaut werden. Dazu kann auch die spezielle Grundplatte am Boden des Mörsers oder am Heck eingehängt gebaut werden. Das Rohr soll in Feuerstellung beweglich bleiben können. Im übrigen liegt auch eine 28cm Mörsergranate aus Resin bei. Das Rohr ist ein recht dünnwandiges Metallrohr, das einen guten Eindruck macht.
Das Laufwerk ist wie bei NC35267 das des 38D mit den entsprechenden Laufrollen und Leitrad, wobei die Laufrollen diesesmal die neuentwickelten Version mit geschweißten Naben.
Erfreulicherweise liegt auch wieder eine Friulmodelkette bei, die für diese Laufwerke eine enorme Aufwertung ist!
Die Bauanleitung ist auf 2 DIN A4 Bögen untergebracht und mit dem gewohnten New Connection Charme - die Zeichnungen sind gut, die Teile sind ebenfalls erkennbar.



Der Bau

Der Bau beginnt bei mir diesesmal mit der Oberwanne. Hier müssen die beiden Öffnungen für die Motorlüfter freigemacht werden - bei meinem Muster war dies allerdings keine Fischhaut mehr sondern eher ein halber Fisch ... ich habe daher mit einem Bohrer mit großem Durchmesser diesen Bereich perforiert und dann mit einer kleinen Modellbausäge weiter ausgeschnitten. Die letzten Kanten habe ich dann mit Bastelmesser und Feile entfernt. Nicht unbedingt ein Problem und doch eine lästige Arbeit. Ähnliches gilt für den kleinen Anguss an der Frontplatte - dieser geht über die gesamte Breite und an der Klebefläche später zur Unterwanne. Leider ist nicht genau erkennbar wieviel davon nun weggeschliffen werden muss. Dafür muss man dem Bausatz zugute halten, dass quasi an allen anderen Großteilen nahezu kein Anguss mehr zu entfernen ist!
Hat man hier erstmal die beiden Aussparungen freigeschnitten, werden von unten die beiden Lüfter eingeklebt. Aber auch hier musste ich etwas fummeln und schleifen, bis diese genau passten - die Gefahr ist übrigens recht groß, dass man dann zu großzügig freischneidet und dann zwischen Lüfter und Oberwanne Lücken entstehen. Also lieber ein paar Mal mehr trockenpassen.

Dann geht es ERSTMAL mit der Unterwanne weiter. Hier wird im Inneren die Trennwand zum Motorraum eingeklebt - diese wird dabei von hinten an die Markierungen in der Unterwanne angeklebt.
Aussen werden die Vorgelege, die Leitradhalterung und die Befestigungsbleche für die Laufrollen an die Unterwanne geklebt - dies geht recht einfach dank hervorragender Passmarken. An der Rückseite wird der Ansatz für die Halterung der Mörsergrundplatte bei Marschfahrt angeklebt, der exakt zwischen die Einfassung der beiden Leitradhaltebleche passt!
Der Anbau des Laufwerks ist wieder etwas knifflig, denn es müssen die Federpakete so angebracht werden, dass die beiden jeweiligen Laufrollen so daran anliegen, dass nachher auch alle Laufrollen aufliegen und das Laufwerk nicht "humpelt". Ich habe dafür die Federpakete mit einem minimalen Punkt Sekundenkleber Gel nach Augenmaß möglichst exakt gerade ausgerichtet und jeweils die äußere Laufrolle eingeklebt. So kann man schon mal grob die Gesamtausrichtung des Laufwerks richtig einstellen. Danach schnell die jeweils zweiten Laufrollen einkleben und schnell noch eventuelle Korrekturen vornehmen, bevor der Kleber anzieht. D.h. man macht das Rad für Rad - einkleben, auf ebene Platte stellen, ausrichten, nächstes Rad. Apropos Laufräder. Diese müssen vorher auf ihre Halterungen gesteckt werden, bzw. bei mir war es so, das die
Laufrollen Naben etwas stark mit ausgegossen waren, sodass die Naben nicht passten - ich habe diese eben mit einem passenden Bohrer neu ausgebohrt und schon flutschten die Halterungen nur so hinein.
Als Treibrad liegen die Metalltreibräder aus dem Kettensatz von Friulmodel bei, die erstmal nur aufgesteckt habe, was später das Kettenaufziehen erleichtert.

Dann kann man an sich schon dazu übergehen die Oberwanne und Unterwanne zusammenzukleben. Diese ging erfreulich einfach vonstatten ohne Passprobleme. natürlich sollte man hier überalle seine Augen haben, dass sich keine Spalten entwickeln, aber allein die Tatsache, das es keine durchgehende Rückwand in der Oberwanne gibt, erleichtert die Sache.
An der Oberwanne werden nun diverse Anbauteile angeklebt, wie die beiden Auspuffrohre hinter den Lüftergittern, die Fahrerluke, die ich geschlossen dargestellt habe, die Kettenbleche vorn und hinten (bei denen mir die tolle Passgenauigkeit wieder positiv aufgefallen ist), Noteklicht und Kolonnenfahrgerät, die Handräder und Kurbeln für den Mörser und die Laufschienen für den Mörser. Diese alle sind sehr schön gemacht und passen vor allem sehr gut. Man muss allerdings bei der Bauanleitung aufpassen, dass man nicht Teile vergisst, weil sie so unscheinbar dargestellt sind - man schaut einfach leicht drüber weg. Dafür ist die Positionierung recht eindeutig, auch dank entsprechender Markierungen auf dem Modell.
Als nächstes steht dann der Mörser an sich an.
Das ganze gestaltet sich relativ einfach. Das Metallrohr wird mit zwei Resinteilen als Bodenstück mit Kugel für die Aufnahme in der Grundplatte versehen.
Auf das Rohr wird dann die Hülse für die Aufnahme die Seiten- und Höhenrichtung aufgesteckt. Ja, AUFGESTECKT. Bloß nicht verkleben, denn durch die exakte Passung ist das gute Stück beweglich und man kann den Mörser später nach belieben positionieren. Allerdings wird durch den Farbauftrag des Rohres später die Öffnung kleiner, sodass ich meines mit einer Fräse erweitern musste.
An diese Hülse werden zunächst rechts und links die beiden Dämpferstangen angeklebt. Bevor man aber dies kleine Teil "Seitenrichtmaschine" darauf anbringt, empfiehlt es sich die Hülse in das länglich, rechteckige Teil mit der Zahnspur einzukleben - ich habe mich für die mittige Position entscheiden. Nun kann man die Seitenrichtmaschine exakt an die Zahnspur ankleben, sodass die kleinen Zahnräder auch richtig eingreifen.
Nun wird noch eben die Mörsergrundplatte mit der Anhängeöse und dem Bodenstück versehen und dann muss man sich eigentlich entscheiden ob das Fahrzeug in Feuerstellung oder Marschstellung gebaut werden soll. Für ersteres kann man die Grundplatte unter dem Fahrzeug postieren, wobei man die "Rippen" auf der Unterseite in einen Untergrund drücken sollte, da die Platte sonst zu hoch steht. Das Mörserrohr kann man dann beliebig mit dem Bodenstück in die Bodenplatte stellen und die Aufnahmehülse in der Führung im Heck entsprechend postieren. Das Schöne daran ist eben, dass die Passung so gut ist, dass das Rohr relativ fest in der Aufnahme eingeklemmt ist.
Soll das Fahrzeug in Fahrstellung gebaut werden, so wird die Bodenplatte am Heck eingehängt und mit zwei filigranen Halterungen fixiert. Das Rohr wird in die Aussparung zwischen den Lüftern gelegt.
Nach diesen Arbeiten geht es zur Bemalung. Danach wird die Kette aufgezogen. Diese Friulmodelkette habe ich Glied für Glied aufgebohrt um den furchtbar dünnen und biegsamen Draht einstecken zu können.
Das Aufziehen der Kette stellt den Abschluss der Arbeiten dar.

Bemalung/Alterung

Die Bemalung ist recht einfach gehalten. Da es sich um ein fiktives Fahrzeug zum Ende des Krieges handelt habe ich mir ein Schema mit grüner Grundfarbe ausgedacht.
Zuerst wurde das ganze Modell in Seifenwasser abgewaschen um eventuelle Trennmittelreste zu entfernen. Danach wurde das gesamte Modell mit Vallejo Sprühlack in schwarz grundiert.
Danach habe ich das gesamte Modell mit Lifecolor UA206 (RAL6003 Olivgrün) per Airbrush besprüht. Die Farbe trocknete erfreulich schnell und sehr matt. Danach habe ich mit feiner Düse unregelmäßige Flecken mit Lifecolor UA205 (RAL 8017 Rotbraun) aufgetragen. Sowohl grün als auch braun wurden jeweils mit weiß aufgehellt und mittig in die Flächen gesprüht um die eintönig Farbe aufzulockern und Highlights zu setzen.
Als nächstes wurde das gesamte Modell per Pinsel mit emsal Bodenglänzer versiegelt, da ich noch nicht wusste wie sich Lifecolor Farben mit den weiteren Washings verträgt. Außerdem erhielt die Bemalung dadurch ein leicht glänzendes Finish.

Nun konnte die Detailbemalung starten. Die Gummierung der Laufrollen wurde mit Revell 009 anthrazit bemalt, der Mörserfuß und die Seitenrichtmaschine wurden mit Metalizer steelblue Farbe bemalt, ebenso wie das Innere des Rohres.
An Markierungen haben ich mir überlegt, dass es Balkenkreuze rechts und links, sowie eine Zahl zur Markierung geben soll.
Beide habe ich aus einem Archer Trockenreibebilder-Set genommen und aufgerieben. Dies ist so angenehm einfach und mit gutem Ergebnis, dass man gar nichts anderes mehr nehmen mag.

Dann geht es daran ein paar kleine Filter zu setzen. Dazu habe ich einige kleine Tupfer weiße, gelbe, rote, braune und schwarze Ölfarben auf das Fahrzeug gebracht und dann mit einem weichen Flachpinsel und Verdünner verteilt. Am besten von oben nach unten, da sich dadurch vertikale Laufspuren ergeben, die dem Fahrzeug ein etwas gebrauchteres Aussehen verleiht.
Nach dem Durchtrocknen dieser Phase habe ich gezielt mit ein paar schwarz und brauntönen an Ölfarben an exponierten Stellen stärkere Verlaufsspuren angebracht.
Als nächstes habe ich versucht ein wenig Abnutzung an das Fahrzeug zu bringen - auch wenn es als relativ neues Fahrzeug dargestellt werden sollte, könnte ich es mir doch nicht verkneifen ein paar Lackabplatzer anzubringen, insbesondere im "Kanal" in dem das Rohr abgelegt wird und am Rohr selber. Gerade da der Führungsring eng um das Rohr saß und eventuelle Verschmutzungen die Farbe am Rohr beschädigen, habe ich es hier großzügig mit den Schrammen um Abplatzern gehalten. Dazu habe ich das Lifecolor grün mit weiß aufgehellt und mit einem 3/0 Pinsel aufgemalt. Nachdem diese getrocknet waren, habe ich das Innere dieser hellen Flecken mit einer Mischung an schwarzer und brauner Vallejo Pinselfarbe mit einem 10/0 Pinsel ausgemalt, sodass ein winziger heller Rand bleibt.
Zum Schluss habe ich mit dem Mig P220 ein erstes Washing und danach mit rein schwarzer, verdünnter Ölfarbe ein stärkeres Washing durchgeführt, das die Vertiefungen besser hervorhebt.
Die Kette von Friulmodel wurde zunächst mit schwarzer Farbe besprüht und danach mit Panzer Aces Track Primer per Pinsel bemalt und die Lauffläche Innen mit Vallejo Oily Steel bemalt.
Es folgte ein Washing mit schwarzer Ölfarbe, gefolgt von einem washing mit der neuen Rostlösung von Mig P411.
Nach dem Aufziehen der Ketten wurden die äußeren Kontaktflächen außen ebenfalls mit Vallejo Oily Steel trockengemalt.
Zum Abschluss wurde ein wenig Staub im Fahrwerksbereich mit einem weichen Pinsel aufgetupft. Ich habe Mig Pigment "Europe Dust" verwendet. Im Innenbereich der Mörserlagerung habe ich etwas mehr Pigmente in den Kanten aufgebracht, wo sich vermutlich während des Marsches welche sammelten.
Damit ist der Bau und die Bemalung beendet.

Farbtabelle:
Grüne Grundfarbe: Lifecolor UA206
Braune Tarnflecken: Lifecolor UA205
Gummierung: Revell 009
Innenrohr: Modelmaster metalizer steelblue
Auspuffrohre: Tamiya XF-56 + Mig Rostpigmente
Kette: Panzer Aces Track Primer


Fazit

Wieder mal ein Bausatz der überrascht - zum einen durch das wirklich ausgewöhnliche Projekt, zum anderen durch die wirklich schöne Machart und einfache Baumöglichkeit.
Die Details und Teile gefallen wirklich und das ganze lässt sich wirklich schnell und problemlos bauen.
Ein schöner Bausatz, dessen Endergebnis sich schön in der Vitrine macht und den ich wirklich weiterempfehlen kann.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****

Empfohlene Literatur:

Pz.35(t) & 38(t) - (Walter Spielberger) - Motorbuch Verlag - ISBN:3-87943-708-4

© 09/2009 Thomas Hartwig

12241 Leser des Bauberichts seit dem 11.09.2009

zurück zur Übersicht