Bergepanzer IV

 

Das Original

Zum Ende des Jahres 1944 wurden schadhafte Panzer IV Fahrgestelle in Bergepanzer umgebaut. Diese dienten hauptsächlich dazu, beschädigte Fahrzeuge zu bergen und die Instandsetzung an der Front vorzunehmen. Die Turmöffnung wurde mit einem Deckel aus Holz verschlossen, ein Kran und eine Winde eingebaut. Nachweislich sind bis Kriegsende 36 Fahrzeuge zu Bergepanzern auf dem Panzer IV Fahrgestell umgebaut worden.

Der Bausatz

Beim Öffnen des Kartons haben mich 20 Spritzlinge eine PE-Platine, 2 Metallketten für den Kran und ein Metallkabel erwartet. Auf den ersten Blick ein umfangreicher Bausatz. Viele Teile werden allerdings nicht benötigt. Alle Teile sind sehr fein gearbeitet und sind ein Augenschmaus für jeden Modellbauer. Weil der Bergepanzer auf der Ausführung H des Panzers IV aufgebaut ist, bekommt mein Modell eine Zimmerit-Beschichtung, die ich selbst herstelle. Außerdem verwende ich Ketten von Friulmodel.



Der Bau

Der Bau beginnt mit der Wanne. An der Front habe ich mit Hilfe von Vallejo Putty und dem Royal-Modell Zimmerit-Spachtel-Set das Zimmerit aufgetragen. Dazu habe ich das Putty mit einer Spachtel verteilt und es in kurzen Abständen mit dem Zahnspachtel abgezogen.
So werde ich bei allen zimmeritbeschichteten Teilen verfahren.
An der Heckklappe habe ich die Auspuffkonstruktion und die Aufnahmen für die Spannrollen angeklebt.
Beim Abschlepphaken hat die Bauanleitung einen Fehler, das Teil S45 müsste das Teil H45 sein.
Danach musste die Abdeckung der vorderen Wanne eingeklebt werden. Dort habe ich Probleme mit den Wartungsluken gehabt, die nicht ganz hinein passten und nachgearbeitet werden mussten. Bei den Halterungen für die Ersatzkettenglieder habe ich mich für die PE-Variante entschieden. Diese sind viel filigraner als die Plastikhalter. Danach habe ich die Laufrollenhalter an der Wanne befestigt.
Im nächsten Bauabschnitt habe ich die Kettenbleche montiert. Diese waren bei mir leicht verzogen, und es bedurfte etwas Anpassung. Außerdem habe ich die Oberwanne vorbereitet. Hierbei ist es notwendig gewesen, viele Baugruppen zusammen zu fügen.
Bei der Baugruppe K und J haben die Teile P13 und P14 in der Anleitung gefehlt. Die Frontplatte der Oberwanne enthält drei Auswurfstellen außen. Das ist unschön gewesen, aber hatte bei mir nichts zu sagen, da ich Zimmerit angebracht habe.

Die PE-Teilnummern für die Motorabdeckungen sind falsch. Es müssen die Teile M7 und M8 verwendet werden. Beim Anbringen der Werkzeuge habe ich die Werkzeughalter teilweise durch photogeätzte Teile ersetzt. Außerdem habe ich ein Kabel für den Scheinwerfer ergänzt.
Auch an den Lüfterklappen sind die falschen PE-Teilnummern angegeben. Beim Zusammenbau des Krans sollen laut Anleitung zwei Löcher von innen in die Oberwanne gebohrt werden. Dies konnte ich nicht machen, weil ich diese schon aufgeleimt habe.

Es haben in der Zeichnung auch die Teile S25 und S7 gefehlt. An der Kabelrolle fehlt der Griff (Teil S26) in der Zeichnung.
Zum Schluss habe ich die Laufrollen, Spannrollen und Triebräder zusammengebaut. Dabei habe ich vier Laufrollen von Tristar ohne Gummierung verwendet.

Nach dem Aufziehen der Ketten habe ich mich entschlossen, noch etwas Gerödel für den Bergepanzer zusammenzustellen. Aus früheren Bausätzen habe ich noch Sachen sowie Teile aus dem Instandsetzungsset von Tamiya. Außerdem sind noch zwei Kisten von Plus-Model sowie zwei Ski dazu gekommen. Das Werkzeug sind Photoätzteile von der Firma Verlinden.

Das Fahrzeug soll einen Sockel erhalten, auf dem ich es präsentiere. Dazu habe ich Holzleisten gesägt und zu einem Rahmen verklebt. Den Sockel füllte ich dann mit Blumensteckmasse und überzog diese mit Gips. Als Schnee habe ich Backpulver mit Sprühkleber aufgebracht. Den Schnee in den Ketten habe ich mit Pigmentfixer fixiert. Zum Bergepanzer haben sich noch zwei Figuren von Verlinden gesellt.

Bemalung/Alterung

An diesem Modell wollte ich eine Wintertarnung mittels Haarspraytechnik umsetzen. Dazu habe ich das Fahrzeug erstmal mit Vallejo Panzer dunkelgelb grundiert und mit einer Mischung aus hellbraun und weiß aufgehellt. Nach der Durchtrocknung habe ich eine Schicht Haarspray aufgebracht. Dabei darf die Dose nicht zu nah herangeführt werden, weil sonst die Zwischenschicht zu dick wird. Nach dem Trocknen des Haarsprays habe ich eine Mischung aus weiß-grauer Acrylfarbe von Vallejo wiederum aufgesprüht. Bevor ich die obere Farbschicht mit lauwarmem Wasser und einem starren Pinsel teilweise wieder entfernt habe, habe ich die Farbe trocknen lassen. Um mehr Farbunterschiede in das weiß zu bringen, habe ich nach der Durchtrocknung der Acrylfarbe mehrere Filter (Neutral-Wash / Brown-Filter) von MIG Productions aufgepinselt. Außerdem habe ich ein Mapping mit weißer Email-Farbe durchgeführt. Dabei wird die Farbe mit dem Pinsel verrieben, um hellere und transparente Stellen zu erzeugen. Danach habe ich die Werkzeuge  bemalt und die Holzstruktur mit gebrannter Umbra hervorgehoben.

Zur Alterung des Auspuffs, habe ich zuerst kleine Lackabplatzer mit Vallejo dark cam. brown angebracht. Danach habe ich mit Ölfarbe (Sienna gebrannt) Punkte gemalt, die ich mit den Pinsel nach unten verrieben habe. Zum Schluss habe ich alles noch mit Rostpigmenten verblendet um weiche Übergänge zu erzeugen. Dabei bin ich mit den Pigmenten immer heller geworden. Für die Holzdarstellung, habe ich mit verschiedenen helleren Brauntönen gearbeitet, so dass die Bretter alle eine unterschiedliche Farbe bekommen.  Nach dem aufbringen von Haaspray, habe ich den Holzdeckel erstmal dunkelgelb lackiert um danach 70% der Farbe wieder zu entfernen um Abnutzungserscheinungen zu simulieren. Nach erneutem Auftragen des Haarsprays, lackierte ich die Fläche weiß um danach wiederum mit Wasser etwas Farbe abzunehmen. Da mir die brünierten Kettenglieder nicht rostig genug waren, habe ich dort mit gebrannter Sienna etwas nachgeholfen.

Danach habe ich alle Details mit einem dunklen Washing hervorgehoben. Die Wanne habe ich mit hellen und dunklen erdfarbenen Pigmenten von AK verschmutzt und diese mit Pigmentfixer fixiert. Nach der Montage der Laufrollen habe ich die Friul-Ketten zusammengebaut. Diese sind in AK-Brüniermittel eingelegt worden, so dass sie ein sehr realistisches Aussehen bekommen haben. Auch mit den Ketten für den Kran, die aus Kupfer bestehen, bin ich so verfahren. Da mir die brünierten Ersatzkettenglieder nicht rostig genug waren, habe ich dort mit gebrannter Sienna etwas nachgeholfen

Fazit

Dieser Bausatz hat die gewohnt gute Dragon-Qualität. Einzig würde ich die viel zu großen Werkzeughalter bemängeln, aber diese lassen sich ersetzen. Die Beigaben, wie die Kette des Krans, werten das Modell sehr auf. Ich finde, dies ist ein schöner Bausatz, der für den erfahrenen Modellbauer zu empfehlen ist.

Bewertung:
Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****


© 03/2013

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