15cm sIG33 auf Panzer I Ausf.B "Bison I"


 

Das Original

Die umfangreiche Selbstfahrlafetten-Entwicklung nahm ihren Anfang mit den ausgemusterten Fahrgestellen des Panzer I. Die von der Altmärkischen Kettenfabrik produzierte Selbstfahrlafette sollte als Unterstützungswaffe für die Panzergrenadiere dienen. Dabei wurde ein 15 cm Infanteriegeschütz auf ein Panzer I Fahrgestell der Ausf. B verlastet und nach drei Seiten hin mit 10 mm Panzerschutz versehen. Dadurch entstanden eine Höhe von 3,35 m und ein Gewicht von 8,5 t. Damit war das Fahrzeug vollkommen überlastet. Die Geschütze wurden in Frankreich und Russland eingesetzt. Die dortigen Straßenverhältnisse bereiteten seinem Einsatz jedoch ein rasches Ende. Der Gerätebestand 1940 /41 betrug 38 Stück.

Quelle: Panzer I und II  und ihre Abarten, Walter J. Spielberger

Der Bausatz

Mit der Nummer 6259 bringt Dragon das schwere Infanteriegeschütz 33 auf Panzer I Ausführung B. Der Karton ist bis oben hin gefüllt mit 18 Spritzlinge aus Kunststoff, drei Klarsichtspritzlingen, eine Wanne, zwei Varianten von Aufbauten, zwei PE Platinen, ein Alurohr, ein DS Spritzling, ein Decalbogen, die Magic Track und die Bauanleitung. Die Spritzlingqualität ist dragontypisch einwandfrei und 26 Bauabschnitte führen zum fertigen Modell. Dieses kann dann in fünf verschiedenen Varianten bemalt werden. Vom Wintertarn über Grau bis hin zum Dunkelgelb ist alles dabei.
Für den Bau habe ich weiterhin ein Ätzteilset von E.T. Model benutzt, welches das schon sehr feine Fahrzeug weiter detailliert.

Der Bau

Begonnen habe ich mit den Kettenblechen. Diese habe ich aus dem E.T. Model Satz entnommen, mit der Biegehilfe abgekantet und verlötet. Die angespritzten Wannenbleche habe ich mit dem Skalpell und Schleifpapier entfernt und die PE Bleche dafür angeklebt.
Weiter ging der Bau mit dem Laufwerk, der in Bauabschnitt 1 und 2 beschrieben wird. Hier läuft einiges durcheinander und ich weiß nicht, was sich Dragon dabei gedacht hat. So viele Teileverwechslungen hatte ich in noch keiner Bauanleitung. Die vordere Laufrolle ist in der Bauanleitung die Teilenummer L1, verwendet werden muss aber das Teil L2. So auch die Abdeckkappe dieser, dieses Teil ist nicht wie beschrieben die J6 sondern die J8. Die vier hinteren Laufrollen sind nicht das Teil L2 sondern das Teil L1. Somit wäre das Laufwerkstohuwabohu geklärt.


Weiter geht’s mit dem Heck. Auch hier sind Fehler in der Anleitung enthalten. In den Teilen A9 und A12 sind laut Anleitungsskizze zwei Löcher enthalten. Die Originalteile im Spritzling haben aber nur ein Loch. Das heißt, es muss ein zweites hineingebohrt werden. Dies steht aber nirgendwo in der Anleitung.

Bei Bauabschnitt 3 ist ein Teil am Heck zu sehen, das im Bauabschnitt 2 als Teil A10
bezeichnet wurde, aber in Wirklichkeit ist es das Teil M11. Im Bauabschnitt 4 sind am Heck 2 Teile verzeichnet, die vorher in der Anleitung nirgendwo aufgetaucht sind, auf denen jetzt aber ein Stabilisator aufgeklebt werden soll. Nach längerer Suche in den Spritzlingen stellte sich heraus, dass es sich um die Teile D14 und D15 handelt. Nach dem ganzen Teilechaos habe ich mir erst einmal den Innenraum vorgenommen.
Hier scheint alles zu stimmen. Den Sitz und ein paar andere Kleinteile hab ich durch die PE Teile von E.T. Model ersetzt. Schön ist, dass bei diesem Satz auch ein Funkgerät aus Resin beiliegt. Auch zum Innenraum gehörend ist die Glacispaltte. An dieser werden das Funkgerät, ein Staukasten und das Armaturenbrett befestigt. Beim Armaturenbrett hat Dragon vergessen, die Nummer in die Bauanleitung zu schreiben, hierbei handelt es sich um das Teil K18. Dieses habe ich aber durch das bessere E.T. Model Teil ausgewechselt. Nachdem ich den Innenraum fertig gestellt hatte, habe ich ihn grundiert und anschließend mit Farbe versehen. Erst danach konnte der Bau weiter gehen.

Auf dem Motordeck habe ich das Lüftungsgitter herausgeschnitten und dieses durch die Ätzteile von E.T. ersetzt. Dies ist eine nicht ganz einfache Aufgabe, da das geätzte Gitter aus 10 Teilen besteht und nur 13x6 mm groß ist. Hier sollten sich nur geübte Modellbauer herantrauen. Auch sonst habe ich auf dem Motordeck noch einige Teile aus dem Ätzteilset ersetzt. Darunter die Haken, der Lufteinlass und die Abdeckungen für die Schlösser.
Als Nächstes folgte der hohe Aufbau. Hier liegen dem Bausatz 2 Versionen bei, eine abgeschrägte und eine gerade. Ich habe mich für die gerade Version entschieden. Beide Varianten sind ansonsten identisch und sehr filigran gespritzt. Im Innenraum hat Dragon allerdings die Nieten vergessen, diese liefert E.T. Model aber zum Glück als PE Teil nach. Auch ein paar andere Feinheiten, wie die Schusstabelle und die Peilstangen habe ich in den Innenraum eingeklebt.
Außen habe ich die Laufrollenhalter und eine Sichtklappe (PE Teil von E.T.) hinzugefügt. Desweiteren habe ich die Werkzeughalter sowie die Munitionsträger und  -behälter  aus dem Ätzteilset entnommen. Die Munitionsbehälter sind aus Resin gefertigt und nicht wie die Dragons Original aus DS Plastik.
Für die Scheinwerfer habe ich 3 mm Linsen von AK benutzt und diese mit Draht verkabelt. Auch das Laufwerk habe ich neben den Teilen von Dragon weiter mit PE Teilen von E.T. Model detailliert. Somit ist der Bau der Wanne vorerst abgeschlossen und es folgt das Geschütz.

Der Bau beginnt eigentlich mit der Halterung (M15 und M23), auf der das Geschütz dann später steht. Hier habe ich 4 Auswerfmarken pro Teil verspachteln müssen, weil sie auf der Sichtseite liegen. Von diesen Halterungen gehen 2 Streben aus PE Teilen zum Heck und diese werden wiederum von einer Querstrebe gehalten. Das Biegen der PE Teile ist hier etwas fummelig, weil die Stangen an einem Ende um 180° mit einer Zange gedreht werden müssen. Diese brechen aber sehr leicht, ich brauchte auch 2 Versuche. Danach geht es mit dem eigentlichen Geschütz weiter. Der Bau des Verschlussblocks und des Rohres stellten kein Problem dar. Dabei ist das Rohr aus Aluminium und enthält auf dem ersten 2 cm sogar Felder und Züge.
An den Rädern des Geschützes gibt es bei meinem Bausatz zwei unschöne Grate, die ich verschliffen habe. In der Anleitung hat Dragon die Teile A13 und A14 vertauscht und bei der Bremse musste ich schon genauer hinschauen, um die Positionen der Teile bestimmen zu können. Am Geschützrahmen habe ich die Teile A9 und A10 gegen die E.T. Model Teile ausgetauscht, der weitere Bau des Rahmens verlief problemlos.

E.T. Model hat das komplette Schild als Ätzteil beigelegt. Dieses habe ich auch verwendet. Der Aufwand des Baues ist hoch, aber es lohnt sich. Zuerst habe ich alle Nietenköpfe mit der Pinzette durch die zwei Schildhälften gedrückt und danach beide Hälften mit der unteren Haltestrebe verlötet. Auch die oberen und seitlichen Haltestreben habe ich am Schild verlötet. So erhielt ich eine stabile Konstruktion. Nachdem die Lötarbeiten erledigt waren, habe ich die Plastikteile wie in der Dragon Anleitung angegeben angeklebt.
Jetzt hab ich die Kanone in die Halterungen eingepasst. Da die Räder nicht im 90° Winkel zum Fahrgestell standen, musste ich die Zapfen, die in das Gestell der Kanone eingeleimt werden, kürzen. Hier hätte Dragon sich etwas anderes einfallen lassen müssen, da das Gewicht der Kanone auf zwei 0,5mm tiefen Löchern sitzt. Das ist viel zu wenig, um die Stabilität des Bausatzes zu gewährleisten. Darum habe ich jeweils ein Loch in Rad und Gestell gebohrt, um mit einem Draht eine stabile Verbindung zwischen den beiden zu schaffen. Als ich die Kanone nun auf das Gestell angepasst hatte, habe ich zur Passprobe den Aufbau aufgesetzt. Diesen drückte es auseinander, so dass ich die Halteösen (D6) von den Rädern des Geschützes entfernen musste.
Zum Schluss des Rohbaus habe ich noch die Magic Tracks zusammengeleimt und aufgezogen.

Bemalung/Alterung

Nachdem ich das Fahrzeug wieder in seine Baugruppen zerlegt hatte, habe ich es mit Soda gereinigt und über Nacht trocknen lassen. Soda entfernt sämtliche Fettrückstände, die bei der Produktion entstehen können.

Danach habe ich eine hellgraue Grundierung von Vallejo aufgebracht. Eine helle Grundierung ist meines Erachtens besser als eine schwarze, weil man Baufehler sofort erkennen und ausbessern kann.
Nach einer Trocknungszeit von 48 Stunden wollte ich das Fahrzeug mit dem AK Set für Dunkelgrau lackieren. Leider mischten sich die hellen Farben nicht richtig, so dass ich auf Farben von Vallejo zurückgegriffen habe.
Dabei habe ich zum Lackieren German Grey und Weiß verwendet. Diese sind meiner Ansicht nach auch wesentlich robuster als die Farben aus dem AK Set, das anschließend sofort in den Mülleimer wanderte.

Zum Abtarnen des Panzergraues habe ich Flecken aus Flat Brown von Vallejo aufgesprüht und mich damit für die Version der Edith entschieden. Nach der Durchtrocknung des Tarnanstriches und dem Aufbringen der Decals habe ich zwei Filter für graue Tarnung von MIG aufgebracht sowie das Fahrzeug mit einem Fading aus diversen Ölfarbtönen versehen.
Als nächstes habe ich die Details bemalt und ein Washing mit Dark Wash durchgeführt. Nachdem ich Lackabplatzer und Kratzer mit hellgrau und einen sehr feinen Pinsel aufgemalt hatte, habe ich das Geschütz mit dem Fahrgestell vereint. Die Unterwanne habe ich mit Pigmenten und Ölfarben gealtert, um ein staubiges Aussehen zu erlangen und das Laufwerk montiert.

Die Ketten habe ich mit schwarzbraun von Vallejo lackiert und mit Track Wash von AK behandelt. Danach habe ich sie noch mit Pigmenten verstaubt sowie die Laufflächen Silber trockengemalt. Den Panzeraufbau habe ich mit sandbraun aus der Airbrush benebelt und für feinere Verstaubungen Pigmente trocken aufgerieben.
Zum Abschluss habe ich noch einige Kanten mit Dark Steel Pigmenten behandelt. Diese kann man prima mit einem Wattestäbchen oder der Fingerkuppe aufbringen. Um das Fahrzeug entsprechend zu präsentieren, habe ich eine kleine Basis geschaffen und zwei Figuren hinzugefügt. So entsteht eine kleine lebendige Szene.



Fazit

Zum Abschluss kann ich sagen, dass mir der Bau sehr viel Freude bereitet hat. Für Anfänger wird dieser Bausatz aber zum Desaster werden. Es gibt zu viele Fehler in der Bauanleitung und schlechte Passungen am Geschütz. Deswegen kann ich bei der Passgenauigkeit nur zwei Sterne geben. Für erfahrene Modellbauer lässt der Bausatz allerdings alle Möglichkeiten zur weiteren Detaillierung. Das E.T. Model Set ist eines der besten PE Sätze, die ich hatte. Deswegen bekommt die Passgenauigkeit und die Detaillierung von mir 5 Sterne. 



Bewertung Dragon:
Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****

Bewertung E.T.Model:

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 03/2015

3667 Leser dieses Bauberichts seit dem 21.03.2015

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