TPz Fuchs 1 A1 Eloka Störsender 33 "Hummel"


 

Das Original

Anfang 1980 wurde der Transportpanzer FUCHS nach über 20jähriger Entwicklungszeit bei der Bundeswehr eingeführt – mit anfangs vier unterschiedlichen Versionen. Das Grundmodell war schwimmfähig und ist eng mit dem mittlerweile ausgemusterten Spähpanzer LUCHS verwandt. Bis 1993 wurden 1.031 Fahrzeuge gebaut, von denen auch einige Fahrzeuge an befreundete Staaten geliefert wurden.

Viele unterschiedliche Rüst- und Einbausätze sowie Kampfwertsteigerungen machen den FUCHS zu dem Fahrzeug mit den meisten Verwendungsmöglichkeiten (13 Versionen in verschiedenen Rüstständen). Die aktuellen Versionen 1 A7 und A8 wurden mit MEXAS-Zusatzpanzerung ausgestattet und stehen im Auslandseinsatz.

Der TPz FUCHS EloKA mit dem Rüstsatz „Störsender EK 33“ erhielt den Spitznamen HUMMEL. Auffällig ist die Menge an Antennen auf den Dach, die zum Stören feindlichen Funkverkehrs dient. Von diesem Typ und einer weiteren Aufklärungsversion, TPz 1 A1 mit Rüstsatz UHF/VHF-Peiler („PEILFUCHS“) – zum Aufklären von Funkanlagen - wurden insgesamt 87 Stück beschafft.



Der Anfang

Schon lange vor dem Baubeginn (November 2008) schwebte mir ein außergewöhnlicher Umbau eines TPz FUCHS vor.
Nachdem ich noch zwei Revell-Bausätze vorliegen hatte (und vorher schon zwei Füchse (Jäger- & Pio-Version) erstellte), wollte ich dieses Mal keinen !normalen" TPz aus der Schachtel machen. Bei der Recherche über das Fahrzeug fiel mir auf Anhieb der EloKA-Störsender auf - vor allem wegen dem Antennenwald auf dem Dach - und so entschied ich mich sehr schnell: Ein HUMMEL wird es werden!

Das Bereitstellen der "Zutaten" fiel mir leicht, da ich alles bereits auf Lager hatte:
- TPz FUCHS - Revell
- Fahrerraum - MR Modellbau
- PE-Set - Voyager
- Resinreifen - REAL MODEL
- 2 Figuren - DOLP Modellbau
- Verschiedene Evergreen-Materialien
- Draht, Gitter etc. aus der Grabbelkiste


Der Bau

OBERWANNE

Vor dem Beginn der Arbeiten beschäftigte ich mich eingehend mit dem TPz HUMMEL – und welche Umbau-/Zusatzmaßnahmen nötig waren, um ein möglichst korrektes Modell zu erhalten. Ich habe versucht, die größten Umbauten auf nebenstehendem Bild
zu verdeutlichen:

1. Verschließen der runden Dachöffnung
2. Neubau eines zusätzlichen Dachgitters
3. Ebenmäßiges Abschleifen angespritzter Teile
4. Neuanbringen der Anti-Rutsch-Flächen
5. Neubau eines Zusatz-Auspuffes
6. Kompletter Neubau des Fahrzeugshecks mit Kasten an der
Hecktür

· Scratchbau der Dachantennenhalterung
· Scratchbau eines zusätzlichen Aggregats am Dach
· Verspachteln und –schleifen aller Vertiefungen an der Oberwanne (blaue Markierungen)
· Alle Griffe und Ösen durch Draht ersetzen


Nach einigen Stunden mit Schleifen, Zuschneiden, Verspachteln und nochmal schleifen hatte ich das Oberteil des Modells soweit vorbereitet, dass ich weiterarbeiten konnte.


FAHRERRAUM und DACHBAUTEN

Nun musste ich mich dem Fahrerraum widmen, denn dessen Fertigstellung war vor dem Zusammenkleben von Oberwanne und Fahrgestell nötig. Zudem konnte ich erst nach dem Zusammenbau des Chassis mit dem Neuaufbau des Hecks weiterarbeiten.

Nach dem Studium der Anleitung kam ich nicht umhin, mir weitere Bilder des FUCHS-Fahrerraums zu suchen. Leider ist der Bauplan des Fahrerraums sehr rudimentär und teils auch ungenau. Mit Hilfe von Originalbildern – sowie Schleifen und trockenpassen – gelingt es aber, den Fahrerraum anständig zu verbauen.
Nach einer Grundierung mit Mr. Surfacer brachte ich die Innenraumfarbe CREME-WEIß auf, die ich aus Tamiya-Weiß und –Buff selbst zusammenmischte.



Die Detailbemalung des Fahrerraums erfolgte an Hand von Originalbildern. Hier kam bereits die Acrylfarbe REVELL NATO-OLIV (No. 46) zum Einsatz, mit der auch das Fahrzeug später grundiert wird – im bekannten gelb-oliven Farbton der „frühen Bundeswehr“.

Die weitere Alterung des Innenraums wurde durch zwei Filter, diverse Washings und leichtes Trockenmalen erreicht.

Während der Arbeiten am Fahrerraum widmete ich mich zwischendurch immer wieder den zusätzlichen Teilen für das Dach, die ich scratch anfertigen musste.
Diese Aufgabe konnte ich zu meiner Zufriedenheit mit einer Mischung aus Nachmessen und Augenmaß erledigen – und einigem Verschleiß an Plastiksheet und diversen Ätzteilen aus der Grabbelkiste. Allein das zusätzliche Lüftergitter fertigte ich vier Mal an, bis es mir gefallen hat.
Die Menge an zusätzlichen Antennenfüßen hat mir freundlicherweise ein Modellbaukollege in Resin abgegossen.

Das Anbringen der neuen Anti-Rutsch-Fläche erfolgte durch Abkleben mit Tamiyaband, unverdünntem Mr. Surfacer 500 und einer Airbrush-Pistole mit 0,4mm-Nadel. Wie das zu bewerkstelligen ist, kann in TIPPS & TRICKS nachgelesen werden.

Danach machte ich mich an das Anbringen der Haltegriffe, die allesamt durch Kupfer- oder Federstahldraht in verschiedenen Stärken verwirklicht wurden. Hierbei darf man die vier Hubösen auf dem Dach des TPz Fuchs nicht vergessen!

Weiterhin waren noch viele ‘Stöpsel‘ anzufertigen, die auf dem Dach anzubringen waren. Dazu diente mir ein Plastikstab von Evergreen (1,6mm) und viele Schräubchen aus dem Ätzteilrest für meinen SLT-56. Insgesamt brauchte ich 25 dieser Teile, die alle in der Höhe gleich sein sollten.
Nach vielen Mühen und einigem Ausschuss konnte ich diese selbstgefertigten Bauteile dann auf dem Dach verkleben.


TÜREN DES FAHRERRAUMES

Im Ätzteilset von VOYAGER sind die Scharniere und Türstangen vorhanden, um die Türaußenseiten und -befestigungen detaillierter darzustellen. Nachdem ich den Fahrerraum verbaut habe, wollte ich beide Türen offen gestalten.

Dazu war es allerdings nötig, die sechseckigen Fenster und die Innentüren gem. dem Vorbild nachzudetaillieren. Hierzu mussten die Bausatztüren zuerst glatt geschliffen und danach die Fenster ausgeschnitten werden.
Der nächste Schritt war das Anfertigen der Fenster aus klarem Plastikmaterial, das ebenfalls von mehreren Fehlversuchen geprägt war. Nachdem ich diese Aufgabe aber erfolgreich beenden konnte, folgte die weitere Verfeinerung mit Sheet, Draht und PE-Teilen.


FAHRZEUGHECK

Der TPz-1 HUMMEL ist wegen der vielen Um- und Einbauten nicht mehr schwimmfähig. Deswegen ist – so wie bei diversen anderen Varianten auch – beim industriellen Umbau eines TPz FUCHS der Wasserantrieb demontiert und das Heck geändert worden.
Bei der EloKA-Variante wurde an der linken Hecktür ein Behälter als zusätzlicher Stauraum installiert. Diese Sachen galt es für mich zu berücksichtigen.

Eine Verwendung des Bausatz-Heckteils schied aus, so dass ich das Heck mit Sheetplatten neu konstruieren musste. Ein Umbau dieses Heckteils wäre noch aufwändiger gewesen als der Neubau.
Als gute Vorlage wegen der Maße war die Heckplatte jedoch geeignet.

Mittels einer dünnen Sheetplatte (0,25mm) fertigte ich mir zuerst eine Schablone an, die für die korrekte Anpassung an das Fahrzeugheck leichter zu bearbeiten war. Als diese Schablone dann passte, bildete diese die Vorlage für die 0,75mm-Platte, aus der das endgültige Bauteil entstand.

Danach galt es, den Heckkasten zu konstruieren. Mit den Seitenwänden fing ich an – und als ich diese zweifach und in der richtigen Höhe hatte, konnte ich weitere Plastikplatten für die richtige Breite zuschneiden und schlussendlich verkleben.
Dieser Heckkasten besteht aus acht Einzelteilen – und ist auf dem nebenstehenden Bild vorerst nur aufgelegt.

Allein die Platte für das Verschließen des Fahrzeughecks war jedoch nicht alles, denn hinter der Hinterachse war sozusagen noch der „Kotflügel“ nach unten gezogen.
Diese Konstruktion mit den Einzelteilen hat mich Zeit, Material und Nerven gekostet, bis ich es soweit hatte, dass alles passt und in den Proportionen auch stimmig aussieht.



FAHRWERK

Nach dem Verkleben des neuen Fahrzeughecks konnte ich mich jetzt endlich dem Fahrwerk widmen. Dabei hielt ich mich an die Bauanleitung und achtete nur darauf, dass die Achsschenkel den richtigen Winkel bei beiden eingelenkten Vorderachsen aufwiesen.
Die zusätzlichen Antriebswellen für den Wasserantrieb an der Hinterachse braucht man nicht zu verbauen.
Vor dem Verkleben aller drei Achsen habe ich die Resin-Reifen noch vorbereitet, damit diese später problemlos auf den Achsen angebracht werden können.


DACHANTENNEN

Weiter oben habe ich bereits angemerkt, dass ich die Antennenstange angefertigt habe. Um aber jetzt das vollständige Bauteil (zum späteren Einbau) zu bekommen, bedurfte es nochmal filigraner Arbeiten.
Die insgesamt 12 Antennenstäbe verschiedener Länge stellte ich aus Federstahldraht (0,3mm) her. Problematisch wurde es, da jeweils vier Antennen mit einer Querstange verbunden werden mussten – und mit einfachem Ankleben war es nicht getan.

Als ich originale Detailbilder erhielt, konnte ich eindeutig erkennen, aus was diese Verbindungen bestehen – und begann, einen Plastikrundstab (0,5mm) mit 0,3mm aufzubohren und mit 0,35mm zu weiten. Das war notwendig, um die Verbindungen leicht über die Drähte schieben zu können.

ENDMONTAGE
der selbstgefertigten, Bausatz- und Ätzteile

Nach den zeitaufwändigen Eigenbauten konnte ich mich jetzt den vorgefertigten Bauteilen widmen und die wenigen (noch übrigen) Bausatzteile verbauen, eine erhebliche Menge aus dem Ätzteilset verkleben und die selbstgemachten Sachen anbringen.
Zwischendurch fiel mir noch auf, dass ich auf der linken Fahrzeugseite den Zusatzauspuff für das Stromerzeugeraggregat vergessen hatte. Der Auspufftopf stammt von einem Sd.Kfz 222 und die Rohre aus Sheetmaterial, das mittels Wärme leicht gebogen werden konnte.

Wegen der noch folgenden Lackierarbeiten fehlen auf den nachfolgenden Bildern noch die Türen; die Dachantenne und Reifen sind nur gesteckt.




Bemalung/Alterung

Nach der längeren Phase und dem Abschluss des (Um-)Bau’s – von TPz FUCHS zum Störsender HUMMEL - konnte ich nun beginnen, das Modell mit Farbe zu versehen.
Bis zu diesem Zeitpunkt waren meine BW-Modelle überwiegend mit der dreifarbigen Flecktarnung versehen worden – und viele Bilder über den HUMMEL, die ich zusammengetragen hatte, zeigen das Fahrzeug in der mehrfarbigen Lackierung.
Einige Aufnahmen (u. a. auch in Zeitschriften) zeigen den Störsender jedoch in der Farbe RAL 6014, dem BW olivgrün. Und da seinerzeit der ‘neue‘ COLOR-MODULATION-STYLE angesagt war, wollte ich mich auch daran versuchen.

COLOR MODULATION (CM) ist eine Technik, die durch die Modellbauer Adam Wilder und Miguel Jimenez entwickelt, verfeinert und bekannt gemacht wurde. Durch die Verwendung dunkler und heller Nuancen eines Farbtones soll damit optisch der Eindruck geschaffen werden, dass das Fahrzeug der natürlichen Licht- und Schattenwirkung ausgesetzt ist und somit für den Betrachter einen (bis dato so nicht bekannten) interessanten Anreiz darstellt.

Bei einfarbigen Modellen ist die Verwendung der CM einfacher zu handhaben als bei Mehrfarbigen - und kam so meiner Idee des olivgrünen HUMMEL entgegen.
Hier möchte ich gleich einflechten, dass mir dieses Vorhaben nicht so gelungen ist wie ich es mir gewünscht habe. Trotz eingehenden Studiums verschiedenster “Malberichte“ konnte ich nicht das Endergebnis erzielen, wie es ’den Großen‘ unseres Hobbies – scheinbar mühelos – gelingt.


GRUNDIERUNG

Da ich viele verschiedene Materialien verbaut hatte (Revell-Plastik, Evergreen-Sheet, Resin, Messing (=Ätzteile), verschiedene Metalldrähte), ist es unabdingbar, das Modell vorher zu grundieren.
So wird eine einheitliche Oberfläche geschaffen, auf der die Grundfarbe einheitlich (gut) haften bleibt. Ich verwende für die Grundierung eines Fahrzeuges sehr gern den Mr. SURFACER. Diese Grundierung (oder auch Flüssigspachtel) gibt es leider seit längerem – in dieser ‘Mixtur‘ bzw. im Glas – nicht mehr in Deutschland zu kaufen, jedoch in Sprühdosen.

Mr. SURFACER 1200 habe ich mit Mr. THINNER verdünnt, etwa im Verhältnis 3 Teile SURFACER zu einem Teil THINNER. Diese Mischung konnte ich dann problemlos mit der Airbrush verwenden (Düsengröße 0,35mm, ca. 1 bar Arbeitsdruck).

Ich habe zum Grundieren mehrere, jeweils dünne Schichten aufgetragen und diese zwischendurch immer wieder einige Minuten antrocknen lassen, bis ich eine deckende Oberfläche erreicht hatte. Diese erste Grund-Grundierung ließ ich dann über einen Tag trocknen / aushärten.


Jetzt stand die Grundlackierung mit der damaligen BW-Standardfarbe an. Das BW-NATO-oliv mit der Bezeichnung RAL 6014 konnte ich bei keinem Modellfarbenhersteller finden.
Nach vielen Erkundigungen, Tipps und Ratschlägen entschied ich mich, die Revell-Acrylfarbe 46 als Basis zu benutzen und diese noch minimal mit einem sandfarbenen Ton aufzuhellen (hier: Tamiya XF-57 BUFF).

Als Versuchsträger verwendete ich verschiedene Einzelteile, die noch nicht verbaut waren - Reifenfelgen, Antennenträger und die Türen.
Mit dem Ergebnis der getrockneten Farbe war ich recht zufrieden, wenn es auch etwas hell erschien. Da sich jedoch während der weiteren Farbarbeiten dieser Grundton noch abdunkeln wird, war der Farbton in meinem Sinne.


Um erste Farbunterschiede in der Grundlackierung zu erhalten, wurden die besonders auffälligen Ecken, Kanten und Anbauteile mit SCHWARZ SEIDENMATT vorlackiert (= Pre-Shading). Da die verdünnte Acrylfarbe recht schnell trocknet bzw. grifffest ist, konnte ich kurz darauf meine selbstgemischte Grundfarbe auftragen (Düse 0,2mm / ca. 1 bar Druck).
Die vorschattierten Stellen wurden dabei nicht deckend, sondern nur wolkig gebrusht. Das vorgesehene Ergebnis habe ich damit erzielt, aber aufgrund meiner Fotokünste ist das leider auf diesen Bildern schlecht bis nicht erkennbar.

COLOR MODULATION

Beim CM-Style sollte man mit den dunklen Bereichen (also Schatten) beginnen. Dazu habe ich die Grundfarbe mit schwarz abgedunkelt und die “schattigsten Bereiche“ (z. B. Radkästen) nicht ganz deckend gebrusht.
Andere Stellen am Modell wurden mit nicht so stark abgetönter Farbe nach obigem Vorbild gebrusht, dabei nahm ich immer leicht heller werdende Grundfarbe. Alles in allem war es eine große Farbanmischerei, bis ich die dunklen Bereiche soweit fertig hatte.

Nach einigen Tagen begab ich mich an die “lichten Stellen“, also die Bereiche, die direkt im Licht oder in der Sonne liegen. Von der Vorgehensweise hielt ich mich an dieselbe Methode wie beim Abdunkeln. Das Aufhellen der Grundfarbe erfolgte mit einem hellen Braun, hier Tamiya XF-55 DECK TAN.
Den Verdünnungsgrad wählte ich beim Aufhellen ziemlich hoch – mit 70% Verdünnung und 30% Farbe. Bis in diesem Fall ein Lackierergebnis sichtbar wird, sind mehrere Durchgänge notwendig, aber der erwünschte Effekt ist besser kontrollierbar und man kann rechtzeitig innehalten … bevor das Aufhellen übertrieben wird.

Nach dem Trocknen der Schatten- und Lichterfarben klebte ich verschiedene, auffällige Stellen am Modell ab, um diese extra aufzuhellen. Dies ist u. a. eine Besonderheit des CM-Style. Dafür nutzte ich ebenfalls wieder die Grundfarbe mit XF-55 und brushte diese jetzt ziemlich deckend.

Nach dem Trocknen und Entfernen der Maskierung hatte ich das Modell folgendermaßen vor mir stehen:

Die Farbunterschiede sind noch zu heftig, was vor allem bei dem Bild der Fahrzeugfront deutlich zu sehen ist. Um diese Nuancen abzumildern, kam hochverdünnte Grundfarbe zum Einsatz, mit der das ganze Modell vorsichtig übernebelt wurde.
Dabei ließ ich mir Zeit und achtete drauf, die Farben wirklich aneinander anzugleichen.

DETAILBEMALUNG

Im Rahmen der Detailbemalung am Fahrzeug bzw. den Einzelteilen nahm ich dort auch verschiedene Aufhellungen vor – a la Color Modulation. Hier arbeitete ich hauptsächlich mit Pinsel und nicht mit der Airbrush.
Von den Farbtönen her hielt ich mich an die oben genannten Mischungen (jedoch nicht sklavisch genau).

Dann folgten weitere Farbverfeinerungen am Chassis.
Ich hellte die Grundfarbe Revell 46 mit der Vallejofarbe IRAQUI SAND auf, verdünnte jetzt mit destilliertem Wasser und bepinselte damit diverse Details am Fahrzeug. Nach einem weiteren, minimalen Aufhellen sowie einem Abtönen mit Vallejo MILITARY GREEN bekamen weitere Details am Fahrzeug einen anderen Farbton.

Jetzt stand der Rumpf des TPz folgendermaßen vor mir

und für mich war hier das Ende in Sachen CM erreicht.


DECALS, FILTER, FADING, WASHING

Nach einem dünnen Überzug mit glänzendem Klarlack brachte ich die wenigen Decals am Fahrzeug an; das taktische Zeichen wurde mit Hilfe einer Schablone erstellt. Hierbei orientierte ich mich an Originalbildern.

Nach dem Austrocknen der Decals verzichtete ich auf eine Versiegelung und wendete einen Farbfilter an- die Ölfarbe BURNT UMBER, die mit Künstlerterpentin zu über 90% verdünnt wurde. Die “gefärbte Verdünnung“ verdunkelt die Grundlackierung und lässt die verschiedenen Farben aneinander angleichen.
Aufgebracht habe ich diese Brühe mit einem Rundpinsel Gr. 6, der jeweils nur leicht angefeuchtet war – nicht vollgesogen.


Dem Filter gewährte ich einige Tage Trocknungszeit, bevor der Rumpf ein FADING bekam. Auch diese Technik dient dazu, noch mehr Farbnuancen in die Grundlackierung zu bekommen und die bislang verwendeten Farbtöne noch mehr miteinander zu verbinden.

Für ein Fading werden verschiedene Ölfarben pur auf das Modell getupft und anschließend mit einem befeuchteten Pinsel in die Grundfarbe eingearbeitet bzw. dadurch auch wieder abgenommen. Man soll dunkle Ölfarbtupfen an Ecken und Kanten geben, während helle Farben auf flächige Stellen aufgebracht werden.
An Seitenflächen werden die Ölfarben von oben nach unten „weggezogen“, an waagrechten Stellen mehr kreisförmig ineinander verrieben.

Dabei ist zu beachten, dass man nach zwei bis drei Durchgängen den Pinsel von Farbüberschüssen reinigt und wieder mit sauberer Verdünnung befeuchtet!
HINWEIS: Auf dem Bild habe ich ZUVIEL pure Ölfarbe aufgetupft – und entsprechend mühsam war das Entfernen. Es ist ausreichend, die Öltupfen mit einen Pinsel Gr. 00 (oder noch kleiner) anzubringen.

Jetzt erst erfolgte die Versiegelung mit seidenmattem Klarlack – aber nur eine dünne Schicht als Vorbereitung für das Detailwashing (auch: PIN-WASHING genannt).

Dafür nahm ich einen dunklen Braunton her, auf keinen Fall pures Schwarz! Ich mischte BURNT SIENNA mit VAN DYK BRAUN (50/50) und verdünnte dieses mit ca. 80% Künstlerterpentin. Diese Washingbrühe brachte ich vorsichtig mit einem Pinsel 5/0 an allen Ecken, Kanten, Vertiefungen an und nutzte hierbei die Kapillarwirkung, damit sich die dunkle Farbe um das jeweilige Details verteilt – und hatte nun das nachfolgende Zwischenergebnis:




CHIPPING und EINZELTEILE

Das sog. CHIPPING ist das Anbringen von Lackkratzern und –schäden mit Hilfe eines dünnen Pinsels. Wie bei vielen anderen Farbtechniken auch gilt hier der Satz: WENIGER IST OFT MEHR!
Bei Chippen soll man die Lackschäden hauptsächlich dort setzen, wo sie wirklich entstehen – sei es durch häufiges Betreten durch die Besatzung oder auch an Stellen, die während der Fahrt durch äußere Einflüsse ‘beschädigt‘ werden.
Einschränkend muss ich hier erwähnen, dass BW-Fahrzeuge im Allgemeinen gepflegt sind und ich dieses Chipping mehr für “die Optik“ machte.

Begonnen habe ich mit wenigen tiefergehenden Lackabplatzern, die zuerst mit einer hellen Kontrastfarbe aufgebracht und dann mit einer weiteren, dunklen Farbe vollendet wurden. Ich benutze Vallejofarben, die einerseits gut zu verdünnen sind und trotzdem eine gute Deckkraft aufweisen.

Mit einem sehr dunkelgrauen Farbton und einem Pinsel 10/0 brachte ich schließlich rund um das Fahrzeug weitere sehr feine Kratzer an, die erst dann erkennbar sein sollen bzw. sind, wenn man wirklich nahe vor dem Modell und genau hinschaut.


Die Bemalung des Außenbordwerkzeuges war als Nächstes zu erledigen. Hier orientierte ich mich einerseits an meinen Erinnerungen, schaute aber andererseits, dass ich schöne Farbkontraste erzielen konnte – für das einfarbige Fahrzeug.

Neben dem Anbau des Werkzeugs, der Antennenanlage und weitere Kleinteile konnte ich nun auch die Türen anbringen. Durch den PE-Satz waren die Türen (vorerst) beweglich gestaltet und der TPz HUMMEL war wieder einen Schritt näher an der Vollendung.


VERSCHMUTZUNG

In Anbetracht dessen, dass mein Modell Reifen mit Gleitschutzketten bekommt – und ich das Modell auf einer kleinen Vignette präsentieren will – war es naheliegend, das Fahrwerk zu “verschlammen“ - damit die Ketten ihre Berechtigung haben.

Die Materialien für diesen Arbeitsschritt sind auf dem linken Bild zu sehen. Und das Foto rechts zeigt die verwendeten Pigmente, die ich nach und nach trocken auf das zur Seite gelegte Fahrzeug aufgetragen habe.

Diese Pulvermischung habe ich mit Pigment Fixer getränkt und trocknen lassen.

Nach dem Austrocknen arbeitete ich verschiedene Stellen nochmals mit Pigmenten nach, bis es mir gefallen hat und auch diese wurden wieder fixiert. Wiederum nach dem Trocknen habe ich dann partiell mit dem DARK WASH dunkle Spuren nachgezeichnet, um noch mehr Farbenvielfalt zu erreichen.



Den Abschluss meiner “Schlammschlacht“ bildete das großzügige Auftragen der WET-EFFECTS-Flüssigkeit. Damit wollte ich schon ein gewisses feuchtes Aussehen kreieren, welches ich später auf der Vignette ebenfalls darstellen konnte.


AUSPUFFROST

Auf vielen Bildern von FÜCHSen als auch den wenigeren des TPz HUMMEL sind die Auspuffrohre bzw. der Zusatzauspuff mehr oder minder rostig. Logischerweise wollte ich dies auch nachbilden und wählte mir (wiederum) den Weg mit Pigmenten.
Nachdem ich unter bzw. um Zusatzauspuff eine Maskierung aus Papier angebracht hatte (zum Schutz der Wannenlackierung), wurden die Auspuffteile mit RUST EFFECTS angefeuchtet und danach die gezeigten Pigmente in loser Folge dünn auf die Rohre und den Topf getupft.

Nachdem die erste Lage Rost so entstanden ist und getrocknet war, arbeitete ich mit den Pigmenten – als Unterstützung zusätzlich das RUST EFFECTS – so lange nach, bis mir das optische Ergebnis schließlich auch gefallen hat.

Schließlich wurde die Rostschicht mit PIGMENT FIXER beträufelt, damit sie grifffest wird und auf dem Modell hält.


FERTIGSTELLUNG

Während der detailliert beschriebenen Tätigkeiten waren – sowohl beim Bau des Modells als auch bei der Farbgebung – natürlich andere, kleinere Arbeiten durchgeführt worden. Aber auf diese Kleinsachen bin ich nicht genauer eingegangen.
Nach dem Auspuff konnte ich mich nun endlich an die Fertigstellung des Modells machen.

Neben dem Verbauen der verbliebenen Einzelteile (z. B. MG 3, Scheibenwischer, Rückspiegel … ) hatte ich mich dazu durchgerungen, dem Antennenwald auf dem Dach die Marschverzurrung zu gönnen – mit dem Hintergedanken, das Modell noch eine Tick interessanter zu gestalten.


Durch Bilder der Einzelteile dieser Verzurrung konnte ich die Befestigungen auf dem Dach als auch die Halterungen an den Antennen selbst nachbilden. Die Dachhalterungen entstanden aus 0.2mm Kupferdraht mit Kabelisolierung, die Abspannschnüre sind aus Takelgarn aus dem Schiffsmodellbau entstanden.

Diese diffizilen Arbeiten nahmen wieder viel Zeit in Anspruch, bis sie gelungen waren und das (vorläufige) Ende der Modellbauarbeiten am TPz-1 A1 HUMMEL bedeuteten.



Fazit

Der doch schon ältere Grundbausatz des TPz FUCHS (1/35) ist durch die Fa. REVELL recht akzeptabel gestaltet worden. Beim Erstellen des Fahrwerks ist etwas Geduld und Genauigkeit gefragt, die weiteren Arbeiten am Chassis sind problemlos zu bewerkstelligen.

Als Pluspunkt werte ich die Möglichkeit, sich für eine aus drei möglichen Versionen zu entscheiden: Gruppenfahrzeug mit/ohne MILAN oder MG‘s, Pionier- oder San-Ausführung – die jeweiligen Einzelteile sind vorhanden, einzelne Details jedoch recht rudimentär ausgeführt.

 Seit der Bausatz auf dem Markt ist, wurden viele Zubehörsätze entwickelt, um das Modell zu verfeinern oder zu einer ganz anderen FUCHS-Version umzubauen (z. B. PARA RASIT). Der TPz FUCHS ist sowohl für den Anfänger als auch fortgeschrittenen Modellbauer geeignet.

 Durch die lange Einsatzzeit bei der Bundeswehr ist es möglich, mit Eigeninitiative einen FUCHS auf die Räder zu stellen, welcher so im Handel nicht zu erwerben ist (wie ich es mit dem HUMMEL gemacht habe).

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



Empfohlene Referenz: 

· Tankograd Spezial No. 5001 – FUCHS

· Waffenarsenal Band 119 – Radpanzer der Bundeswehr

· Mini Color Series – German Wheeled Fighting Vehicles

· Panzer-modell.de – Referenzbilder

· Primeportal.net - Referenzbilder

© 03/2012 Roland Roth

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