Sd.Kfz.165 "Hummel" late


 



Original

Die Hummel war so gesehen ein Zwitter und die Weiterentwicklung aus einer Reihe von Artelleriegeschützen, die auf ein Panzeruntergestell montiert wurden. Man nahm eine schwere Feldhaubitze Typ sFH 18 und die Unterwanne aus dem Panzer IV. Als Antrieb wählte man den Motor aus dem Panzer III, den Maybach HL 120 mit 300 PS und das dazugehörige Getriebe. Diesen baute man wegen Platzgründen anstatt im Heck, in die Fahrzeugmitte ein. Man erkannte schnell, dass i.S. Panzerung ein Kompromiss gemacht werden musste, damit das Gesamtgewicht des Fahrzeugs nicht zu Hoch ausfallen würde. So erhielt die Hummel eine nur leichte Panzerung gegen Kleinkaliberwaffen. Insgesamt betrug das Gewicht dann knapp 24 t und war damit einem Panzer IV-H vergleichbar. So war eine Höchstgeschwindigkeit von immerhin 42 km/h möglich.

Die Hummel war bei der Truppe sehr beliebt und wurde ab Mitte 1943 an allen Fronten mit großem Erfolg eingesetzt. Sein größter Nachteil bestand jedoch im Munitionsvorrat. Mit 18 Schuss der 150mm Munition, die mitgeführt werden konnten, waren die Einheiten immer auf die reinen Munitionsträger, eine Umbauvariante ohne Geschütz angewiesen oder mussten anders versorgt werden. Das Geschütz konnte man bei jedem Fahrzeug separat ausbauen und so beschädigte Einheiten schnell wieder ersetzen, oder es per Bodenplatte zum erwähnten Munitionsbehälter umgestalten.

714 Stück wurden ab Februar 43 bis Mitte Juli 44 produziert. Der erste Kampfeinsatz fand im Juli 43 bei Kursk statt. Dazu kamen dann nochmals 150 Munitionsträger mit einer Transportmenge je 40 Schuss.



Bausatz

Der Bausatz Nr. 6321 von Dragon ist ein Smart Kit, d.h. er besteht neben den Plastikteilen aus 16 Spritzringen auch aus 3 kleinen Metallplatinen und einem Alurohr mit gedrehter Mündung.
Dazu verwendete ich als Detailergänzung 2 weitere Ätzteil-Sets von Eduard für die Innen- sowie Außenausstattung und der Munitionskisten. Die Zinnketten von Friul sind mittlerweile ein Standart bei mir für Kettenfahrzeuge geworden.

Der Bausatz liefert erfreulicherweise eine Menge an zusätzlichen Teilen mit dabei, die man je nach belieben ins Modell oder das Szenario einfügen kann. Viele Munitions- sowie Ausrüstungsgegenstände gehören hier dazu. Einige Bauteile sind auch in doppelter Ausführung mitgeliefert worden. So bleibt also auch für den fortschrittlichen Modellbauer kaum ein Wunsch offen.

Zusammenbau

Bevor man in die große Bauphase einsteigt, verschaffe ich mir immer einen ausgiebigen Überblick über die Vorgehensweise, besonders wenn separate Ätzteile noch ins Spiel kommen. Also alle Baupläne ausgebreitet und überlegt wie und wann welches Bauteil verbaut wird. Ich baue, sicher wie die meisten in Sektionen. So kann man schön die 20 Bauschritte der Bauanleitung wie hier in Abschnitte Unterwanne mit Fahrwerk, Oberteil und das Geschütz unterteilen.

Fahrwerk/Unterwanne:
Die Laufrollen sowie die Antriebs- und Führungsräder gestallten sich recht einfach. Hier gibt es aber auch den ersten Aufhänger zu erwähnen. Wenn man wie lt. Bauanleitung Bauteil A5-A7 bei den Teilen sucht, wird man leider nicht fündig werden. Dies sind die Teile A60-A62.

Weiter geht es mit den Dämpferfedern und anderen Div. Kleinteilen sowie einige Plastik- nippel werden dem Bauplan folgend am Heck entfernt. Ein paar Ätzteile kommen hier auch erstmalig zum Einsatz. Entgegen der ersten Überlegung verbaute ich nicht das Metallteil, was die Ersatzketten an der Front hält, weil das Plastikteil einen bessern Eindruck für mich machte.

Nun sind die Seitenteile wo später der Lastenheber sowie die Werkzeugskiste drauf kommt dran. Diese werden vorne bündig mit der Unterwanne verklebt. Etwas knifflig gestalten sich die Sichtluken. Hier muss man Plastik- mit Metallteilen kombinieren. Ein erster Punkt im Bau des Modells, wo man sich entscheiden muss in welcher Art es später aussehen soll. Ich habe mich hier für eine geschlossene Variante mit lediglich leicht geöffneten Sichtluken nach vorne entschieden.

Zum Schluss der Unterwanne kommen die 3 Abschlussteile, die gleichzeitig das Bodenfundament bilden noch oben drauf. So, damit wären die ersten 6 Bauabschnitte schon mal geschafft.

Geschütz
Die Bauphase umfasst insgesamt 6 Abschnitte. Hier kann man einfach dem gut erläuterten Bauplan folgen. Aufpassen sollte man bei A28 und A49. Diese beiden kleinen Teile kommen an die rechte Seite der Geschützschiene.

Im Laufe des weiteren Zusammenbaus hat man dann noch einige Wahlmöglichkeiten verschiedene Versionen zu machen. Bei meinem Modell kamen zu den Bausatzteilen noch einige kleine PE-Teile aus dem Zusatz-Set zur Verwendung. Im Punkt 11 steht dann das kniffligste dieser Bauphase an. Die Plastikteile der beiden Dämpfer zur Geschützhöhenverstellung bitte nicht direkt miteinander verkleben. Lediglich die Metallrohre sind am Oberteil zu verkleben.
Am besten man hakt die Dämpfer oben in die Auswerfungen ein und verklebt dann die Unterteile nach Einführung ins Metallrohr.

Wenn alles richtig gemacht wurde lässt sich dann das Geschütz in der Höhe bzw. das Rohr mit Verschluss rauf oder runter verstellen. Bitte hier besonders Vorsichtig zu Werke gehen, da auf Grund der feinen Teile schnell was abbricht. Als Abschluss springe ich zum Abschnitt 19 rüber und klebe noch das Schild mit Halterungen dran. Damit wäre das Geschütz erledigt.


Oberwanne
Zu Guter letzt noch der Aufbau, der den größten Teil des Baus einnimmt. Auf Grund des sehr guten Umfang des Bausatzes, hat man nun eine Reihe von Freiheiten die über das Aussehen im Detail später entscheiden. So werden Behälter, MP´s, Helme etc. als Standart mitgeliefert. Bei der Innenausstattung treten keine größeren Probleme auf. Hier kann man recht logisch den einzelnen Abschnitten folgen und auch schnell vorankommen. Meine Version beinhaltet hier ein wenig Mehraufwand, das durch die Eduard-Sets die meisten Halter sowie Bügel mit Metallteilen ersetzt wurden.

Es gilt zu erwähnen, das die PE-Sets eher für die frühe Version der Hummel gedacht sind, denn es bleiben einige Metallteile übrig, die nicht bei diesen Bausatz verbaut werden können. Die Munitionskisten sowie die Kiste für die Treibladungen habe ich noch nicht verklebt, da ich sie später einzeln bemalen wollte.

Es empfiehlt sich für einen besseren Realismus die Halter des Feuerlöschers, der zwei Gewehre und der vier MG´s nach passenden PE-Teilen zu suchen und diesen bei den Bauteilen zu entfernen. Das ist somit für mich der einzige Mangel im Bausatz.

Anspannung kam dann in Bauabschnitt 19 und 20 auf mit der Anbringung der vorderen Panzerung und des Geschützes. Nach grobes anhalten des mittleren Bauteils F4, dass unten eine Verbindung zu den links und rechts herstellt, entschied ich mich erst zur Anbringung der beiden Frontteile. Hier waren einige Anpassungen notwendig und schrittweise Vorzugehen, sodass nachher das gewünschte Aussehen erreicht werden konnte.

Wenn dann die Hochzeit vollzogen wird (einsetzen des Geschützes), ist dieses unter einiger Spannung. Bitte hier sehr vorsichtig sein. Ein schnelles abbrechen der Teile kann passieren.

Na geschafft... aber jetzt schaute ich mir die Position der Kanone im Winkel zum Modell an.
Wie ich auf einigen Originalfotos zur damaligen Zeit und auch bei restaurierten Stücken sehen konnte, war mein Geschütz von der Ausrichtungshöhe her zu flach. Also Geschütz nochmalig raus und nachgeschaut woran es liegt. Es gilt den unteren Verbindungsbolzen A7, im Abschnitt 11 verbaut um ca. 5mm zu kürzen. Dann ist wenn gewünscht, dass Geschütz in richtiger Feuerstellung zu bewegen. Die Dämpfer musste ich dazu ebenfalls noch an der Schürze vorbei schieben. Wieder einiges gelöste kleben, aber dann war die Bauphase absolviert.
Der Rest war nur noch die Details nach belieben zu verbessern.

Als Schlusswort zum Bau möchte ich erwähnen, dass in der Bauanleitung leider keine Angabe gemacht wurde, wie viele Kettenglieder jeweils nötig sind. So bleibt eine Literatur-, Internetrecherche oder manuelles Anpassen nur übrig.


Bemalung/Alterung




The Base
Bevor ich zu dem eigentlichen Bausatz komme, möchte ich noch einige Sätze zu der Base verlieren. Denn wie man erkennen könnte, macht sich ein Modell in einem passenden Untergrund bzw. Hintergrund einfach schöner.
Der erste Gedanke war ein geeignetes Motive für meine Hummel zu finden, dies aber gleichzeitig von Zeitaufwand her nicht Unmengen an Stunden in Anspruch nimmt. Aus meiner Erinnerung her fiel mir ein passender Bilderrahmen eines schwedischen Herstellers ein, den ich dort zuletzt gesehen hatte. Von unten wurde dann die Reste einer Stydorurplatte verarbeitet und diese mit Kleber befestigt.
Die Mauer mit Bodenplatte (sprich Kopfsteinpflaster) stammt von Mini-Art und musste etwas gestutzt werden. Nun aber ran an die Farbe!

Bei den letzten Projekten habe ich es mir angewöhnt, lieber zuerst immer mit der Base zu beginnen. Darauf kann man dann sehr gut i.S. Verschmutzung oder Ablagerungen das entsprechende Modell anpassen.
Die Bemalung verlief im großen wie hier in der Anleitung gegeben. Wichtig ist sehr, dass man verschiedene Farbabstufungen der einzelnen Teile hinbekommt. Als Tipp neben den Ölfarben oder Pigmenten habe ich nach dem ersten Auftragen der Hauptfarbe, Abhellungen bzw. Verdunkelungen mit sehr starker verdünnter Acrylfarbe gemacht. Danach hatte die Base einen schon guten plastischen Eindruck. Das Kopfsteinpflaster musste ich allerdings noch mal vollkommen neu bemalen, da es beim ersten Mal zu dunkel war.
Der zweite Schritt war dann mit Ölfarbe die Vertiefungen der einzelnen Bereiche hinzukriegen. Und zu guter letzt nach dem das Gras aufgetragen wurde, mit MIG Pigmenten den Schmutz bzw. Staub zu simulieren.

Das Modell
Den Anfang machte diesmal die Ketten, die ich mit Tamiya XF-63 German Grey besprühte. Anschließend wurden diese an beiden Seiten der Zacken wieder leicht abgeschliffen. Einen Mix aus Mig-Pigmenten bildete den Dreck auf den Ketten sowie leichte Rostbildung.

Das Modell selber wurde mit Dark Grey 24, ebenso das Geschütz komplett grundiert. Dabei machte der Innenraum einige Arbeit, alle Stellen mit der Farbe zu treffen. Nach einem guten Durchtrocknen von 24 Std. kam nun die erste endgültige Farbe dran. Mit Dark Yellow XF-60 wurde wieder das ganze Modell und alle Teile dünnschichtig besprüht.
Eine sehr schöne Anleitung, die ich in einer der Ausgaben von Extreme Modelling Nr. 17 fand halb mir sehr Farbabstufungen i.S. Aufhellung sowie Abdunkelungen zu machen.
Danach erfolgte dann die zweite Farbe in einem Mix aus Khaki XF-51 und Olive XF-62. Das Auftragen des Tarnmusters gestaltete sich auf Grund des diesmal frei Hand Verfahrens recht schwierig. Nach einer weiteren Trocknungsphase wurde dann mit verdünnter schwarz-brauner Ölfarbe das ganze Modell bearbeitet, um die Konturen hervorzuheben.
Beim anschließenden Trockenmalen die Kanten sowie die Bodenplatte aufgehellt. Hier hab ich einen beige Ton genommen.
Zu Schluss kamen dann noch die Pigmente von MIG zum Einsatz. Für die Wanne und teilweise des Fahrwerks habe ich zuerst dunkelnen Schlamm und darauf trockenen verwendet. Ein bisschen Buff als Staub und es war geschafft.


Fazit

Mit dem Dragon-Bausatz 6321 kommt ein Paket, dass sehr viele Variationen und Möglichkeiten je nach Idee bietet. Die Passgenauigkeit der Teile ist sehr schön. Einzig für den fortgeschrittenen Bastler würde man sich wünschen, dass die Halterungen für die Werkzeuge und anderen Hilfsmittel als PE-Teile dabei wären.

Preis / Leistung: ***** Passgenauigkeit: *****
Detaillierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****




© 03/2010 Manfred Wissen

9372 Leser des Bauberichts seit dem 09.03.2010

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