Leopard 2 A5DK

 

Das Original

Nachdem die Verantwortlichen in Dänemark bereits Mitte der 90 er Jahre zu der Erkenntnis kamen dass die Leopard 1A5DK den aktuellen und vor allem den zukünftigen Anforderungen nicht mehr gewachsen sind entschied man sich im Dezember 1997 für eine Bestellung von 51 gebrauchten Kampfpanzern Leopard 2A4 aus Beständen der Bundeswehr. Gleichzeitig entschloss man sich diese Fahrzeuge später einer Umrüstung auf den Standard des Leopard 2A5 zu unterziehen. Ein Vorserienfahrzeug des Leopard 2A5DK ging dann an die Heereskampfschule ( HKS ) in Oksböl. Nach ausgiebigen Tests und Änderungen / Ergänzungen wurden dann im Frühjahr 2003 weitere Fahrzeuge der Truppe zugeführt. Die ersten Einheiten der dänischen Armee sollten dann im Frühjahr 2004 den umgerüsteten Leopard 2A5DK erhalten. Bis zum Jahr 2006 sollte die Ausstattung von fünf operativ einsatzfähigen Kampfwagen - Eskadrone abgeschlossen sein.

Besonders auffällige äußere Abweichungen der dänischen Fahrzeuge zu den bekannten Bundeswehr Leoparden:
· Zwei - Farb- Fleckentarnanstrich in Grün / Schwarz
· Zusatzpanzerungsmodule am Wannenbug
· 36 Schneegreifer außen am Turmheck angebracht
· Zwei große Staukästen am Turmheck
· APU an der rechten Wannenseite
· Kein Fla- MG montiert
· Zusätzlicher Weißlicht - Zielscheinwerfer auf dem Turmdach

(Quelle: Tankograd Militärfahrzeug 1 / 2005 )

Der Bausatz

Dem aufmerksamem Leser wird im folgenden Text eine sehr große Ähnlichkeit zu meinem Baubericht über den schwedischen Strv. 122 von Hobby Boss auffallen. Kein Wunder, gleicher Hersteller, gleiches Grundmodell...

Nach dem Öffnen der Schachtel fällt einem die Vielzahl der vorhandenen Bauteile sofort ins Auge. Mit 11 Spritzlingen und über 400 Bauteilen, dazu noch Ätzteile, vorgestanzte Klarsichtteile für die Optiken, Seilmaterial für die Abschleppseile, dem Decalset, sowie den Polycaps für das Fahrwerk und den Vinylketten ist der Karton prall gefüllt. Da Hobby Boss weitere Leopard 2 Modelle im Angebot hat liegen viele Teile bei die für den Leopard 2 A5 DK nicht zur Anwendung kommen. Die Restekiste freut sich. Aber dafür fehlen auch einige Bauteile die eigentlich nötig wären, z. B. einige Werkzeuge. Der Detaillierungsgrad der Bauteile wirkt auf den ersten Blick weit überdurchschnittlich, doch bei genauerem Hinsehen entdeckt man dann einige Mankos. Dazu später mehr in den einzelnen Bauabschnitten.
Die Bauanleitung ist übersichtlich, leicht verständlich und zieht sich über 15 Baustufen. Die Fehler stecken aber im Detail. Bauteile werden nicht erwähnt, falsche Montage bei diversen Baugruppen, Anbringung von Bauteilen die nicht beim Modell zur Verwendung kommen... Aber dazu später mehr im entsprechenden Bauabschnitt.
Für die Bemalung liegt ein farbig gedruckter DIN A4 Bogen bei mit einer 5-Seiten - Ansicht für das Fleckenmuster und die Anbringung der Decals bei. Sehr löblich für Hobby Boss diese Darstellung zu wählen. Andere namhafte Hersteller sind da nicht so großzügig.

Der Bau



Es beginnt auch bei Hobby Boss in der Baustufe 1 mit dem Bau der Laufrollen, den Leiträdern und den Seitenvorgelegen. Hier steckt schon der erste Fehler. Hobby Boss hat die Befestigungsschrauben für den Triebradringträger vergessen, ebenso den Verschlussstopfen am Seitenvorgelege. Hier könnte man schon nachdetaillieren und die Schrauben ergänzen. Auch muss man darauf achten dass die Zahnkränze nicht zu sehr gegeneinander gedrückt werden wenn das Seitenvorgelege zusammengesetzt wird. Sonst passt die Kette nicht mehr sauber zwischen die Kränze. Also, aufpassen und die Kette bei der Montage als "Abstandshalter" verwenden.

Baustufe 2: Es geht dann weiter mit der Wanne / dem Fahrgestell. Die Schwingarme liegen separat bei und könnten bei Bedarf somit durch geringe Änderungen auch beim Bau eines Diorama an das Gelände angepasst werden. Ich nahm bei der Montage eine Glasplatte zu Hilfe um eine exakte Ausrichtung der Schwingarme zu gewährleisten. Sähe ja ziemlich dumm aus wenn nachher eine Laufrolle in der "Luft schwebt" ... Es folgen dann die hydraulischen Endanschläge, Stützrollen und Seitenvorgelege. Bei der Montage der Heckwand ( Bauteil K 15 ) gemäß Bauanleitung werden die T-Zughaken ( Bauteil B38 ) in falschem Winkel verklebt. Sie hängen dann direkt vor den Abgasgrätings. Ich habe daher so lange in meiner Grabbelkiste gewühlt bis ich ein Paar Zughaken fand die von einem M1 Abrams von Dragon stammen. Und schon sieht dat wieder jut aus...
Ebenso habe ich die Handgriffe an den ovalen Wartungsöffnungen aus 0,3 mm Draht ergänzt. Die nötigen Bohrungen hierfür sind am Bauteil bereits markiert. Die Handlochdeckel zur Bremsenkontrolle am Heckteil sind erhaben aufgeprägt. Sie sind aber im Original versenkt und schließen plan mit dem Heck ab. Hier müsste man die Deckel abschleifen und neu eingravieren um eine korrekte Darstellung zu erhalten. Darauf habe ich aber bei meinem Modell verzichtet.

Baustufe 3: Die Laufrollen und die Leiträder habe ich erst nach der Bemalung fest verklebt. Die Bemalung ist so einfacher vorzunehmen.
Am Fahrzeugbug hat Hobby Boss die Anbringung der T- Zughaken schlichtweg vergessen...
Am Spritzling sind aber die Teile B 39 vorhanden. Diese habe etwas abgeändert und am Wannenbug verklebt.

Baustufe 4 und 5: Die dem Bausatz beiliegende Vinylkette leidet unter Detailmangel und hat mehrere Auswerferstellen die entfernt werden müssen. Ich habe sie gemäß Anleitung vor Montage der Kettenblenden montiert. Hierzu habe ich aber das Laufwerk bereits vollständig bemalt und gealtert. Beim Aufziehen der Kette erlebt man aber eine Überraschung: Wird die Kette gemäß Anleitung zusammengefügt ist sie definitiv 1 cm zu kurz. Zieht man die Kette dann so auf wird unweigerlich eine solche Spannung auftreten dass die Kette im Bereich der Leiträder und Antriebskränze extrem gedehnt wird. Daher habe ich beide Kettenenden mit einem Drahtstück so miteinander verbunden dass eine Lücke von 1 cm entsteht. Die Lücke wird bei der Montage so gesetzt dass sie hinter den Kettenblenden unsichtbar "verschwindet" .

Die Baustufen 6 - 9 zeigen die Montage vom Wannenoberteil. Hier häufen sich dann die Fehler. Es geht los mit den Antirutschbelägen...
Die sind schlicht und einfach zu dick dargestellt. Während man die Beläge im Bugbereich vernachlässigen kann, weil sie später von der Zusatzpanzerung verdeckt werden, muss man sie im Heckbereich erheblich dünner schleifen um eine realistische Darstellung zu erreichen. Aber wie, ohne die anderen Details der Heckplatte beim schleifen in Mitleidenschaft zu ziehen? Das gestaltet sich schon sehr problematisch. Da der weit nach hinten ausladende Turm die meisten Beläge verdeckt habe ich zunächst nur die leicht zu erreichenden Beläge abgeschliffen. Auf dem Foto sind einige Flächen mit einem roten Punkt markiert. Diese Flächen habe ich nicht abgeschliffen um keine anderen Details beim schleifen in Mitleidenschaft zu ziehen. Die anderen Flächen ließen sich per Hand problemlos abschleifen. Und schleifen, schleifen, schleifen....
Beim Bordwerkzeug tauchen weitere Mängel auf. Die Brechstange wurde von Hobby Boss komplett vergessen und ist auch nicht im Bausatz vorhanden. Die Spitzhacke ist zwar vorhanden, wird aber gar nicht erwähnt. Die ovale Verlängerung für den Kettenspannschlüssel fehlt auch. Die Bügelsäge ist zwar vorhanden, wird aber ebenfalls in der Anleitung unterschlagen. Sie wird rechts auf dem APU montiert. Vielleicht wird sich ein Zubehörhersteller der Sache annehmen und uns das richtige, komplette Werkzeug nachliefern. Ich warte also mal ab was da eventuell noch kommt und werde dann nachrüsten. Durch den Einbau des APU und dem damit verbundenen Wegfall der Staukästen am rechten Wannenheck müssten weitere Werkzeuge wahrscheinlich auch außen am Fahrzeug montiert werden. Hierfür fehlten mir aber entsprechende Detailfotos.

Baustufe 7: Die Klarsichtteile für die Optiken sind auch nicht so das Wahre. Das Material ist sehr weich und lässt sich nicht besonders gut bearbeiten. Ich habe daher die "Gläser" für die Winkelspiegel der Fahrerluke aus klarem Plastiksheet ausgeschnitten und verbaut. Beim Turm werde ich dann ebenso verfahren. Am Wannenheck ( Bauteil M 1 ) habe ich die Schmutzfänger dünner geschliffen und leicht verbogen um eine realistische Darstellung zu erhalten.

Baustufe 8: An der Zusatzpanzerung für den Bug ( Bauteil K 10 ) hat man dann die Montage der Hupe verschlampt. Bauteil K 8 wird neben dem linken Tarnscheinwerfer ( K 5 ) angebracht und schon können wir wieder hupen. Weiterhin sollen die vorderen Rückstrahler ( PE - A9 ) an den Teilen K 10, K 12 und K 13 angeklebt werden. Das ist falsch. Die dänischen Fahrzeugen haben diese Rückstrahler nicht. Also weglassen und die aufgeprägten Halterungen an den Bauteilen abschleifen. Siehe Foto. Die Rückfahrkamera ( Bauteil D 9 ) ist sehr simpel dargestellt. Mit dem Bauteil B 51 lässt sich sie sich optisch etwas aufpeppen.

Baustufe 9: Das beiliegende Seilmaterial für die Abschleppseile habe ich nicht verwendet. Es fasert bei der Bemalung aus und sieht dann entsprechend aus. Stattdessen habe ich ein Nylonseil von einer Drachenschnur genommen. Man könnte natürlich auch ein Drahtseil aus dem Zubehörhandel verbauen. Das ist alles nur eine Frage der finanziellen Mittel.
Im weiteren verläuft der Bau der Wanne problemlos und lässt sich zügig abschließen. Passprobleme tauchen nur noch bei den Kettenblenden auf. Hier muss man trocken anpassen, schleifen und sich auf leichte Kompromisse bei der Passgenauigkeit einstellen.

Baustufe 10: Das Kanonenrohr besteht leider aus zwei Hälften. Hier ist intensives Spachteln und Schleifen angesagt. Auch bei den weiteren Anbauteilen muss immer wieder trocken angepasst und nachgearbeitet werden.

Baustufe 11: Jetzt geht es richtig los. Ab dieser Baustufe folgt ein Hammer nach dem anderen... Es geht los mit dem Beschusskragen ( Bauteil H 4 ) am Periskop. Dieses Teil wird in der Anleitung nicht erwähnt. Auf den Zeichnungen wird die Montage des Periskop auch ohne den Kragen dargestellt. H 4 wird auf Teil D 22 geklebt, darauf dann das Periskop D 18. Das Periskop leidet unter extremem Detailverlust. Da nützt auch das vorgesehene Ätzteil nicht mehr viel. Der Zubehörhandel wird hoffentlich Ersatz produzieren...!? Weiter geht es mit der Montage der Luken für Kommandant und Ladeschütze. Alles was da in der Zeichnung dargestellt wird vergessen wir mal ganz schnell. Für die Kommandantenluke muss man die Teile B 10 und B 11 verwenden, anstatt B 9 und B 13. Für die Ladeschützenluke werden B 9 und B 13 anstatt B 10 und B 11 verwendet. Die Darstellung für den Einbau der geschlossenen Ladeschützenluke ist auch verkehrt. Seht euch meine Fotos an, da ist sie geöffnet und richtig herum eingebaut. Sie wird zum öffnen oder schließen nämlich geklappt und nicht geschwenkt.
Das Fla - MG. Der absolute Hammer dabei ist: An dänischen Leopard 2A5 ist es gar nicht vorgesehen ein Fla - MG an der Ladeschützenluke zu montieren. Warum gibt Hobby Boss die Montage vor? Ich weiß es nicht! Auf jeden Fall wird das MG nicht montiert. Der Lafettenring an der Ladeschütze hat zwei Kanten rundherum. Die müssen abgeschliffen werden, so das die Oberfläche vom Ring völlig eben ist.

Baustufe 12: Die Nebelmittelwurfanlage ist ebenfalls falsch dargestellt. Die beiden hinteren Becher in der oberen Reihe müssen leicht nach außen abgewinkelt stehen. Am Bauteil sind alle Becher parallel hintereinander ausgerichtet. Ich habe daher die beiden letzten Becher abgetrennt und leicht nach außen abgewinkelt wieder eingesetzt. Zusätzlich erhielten die Becher noch Deckel und Kettchen aus dem Ätzteilsatz für den Leopard 2A5 von Lion Roar.
Baustufe 13: Die Module der Zusatzpanzerung passen leider nur sehr bescheiden. Hier muss immer wieder angepasst, geschliffen und improvisiert werden bis man ein einigermaßen ansehnliches Ergebnis erzielt. So wirklich zufrieden bin ich aber letztendlich nicht damit. Neben dem Ausblick für das Hilfszielfernrohr ( Bauteil D 7 ) ist bei den dänischen Fahrzeugen ein Weißlichtzielscheinwerfer montiert. Der Scheinwerfer fehlt im Bausatz. Ich habe ihn aus Plastiksheet und Rundmaterial selbst gebaut. Das Kabel für die Stromversorgung entstand dann aus dünnem Kupferdraht. Das Gesamtergebnis ist leider nicht so wirklich als gelungen zu bezeichnen. Daher habe ich hier auch aus der Rohbauphase kein Foto von meinem "Scheinwerfer" beigefügt. Ich bitte um Nachsicht...
Die Griffe an den Deckeln der Staukästen habe ich durch neue Griffe aus Draht dargestellt da an den Bausatzteilen keine vorhanden sind. Am rechten Staukästen hat das Original eine Antenne und den GPS Sensor. Aber eben nur das Original. Das Modell hat bei Hobby Boss diese Teile nicht sondern es ist nur am linken Staukasten ein Antennenfuß vorhanden. Rechts ist also wieder mal Selbstbau mit Mitteln aus der Grabbelkiste angesagt. Die Antennen entstanden aus 0,3 mm Federstahldraht. Siehe Foto.
Baustufe 14: Und nun wird der Turm auf die Wanne aufgesetzt. Die weit ausladenden zusätzlichen Staukästen schleifen hierbei leider auf dem APU
Also, vorne am Turmauflagebereich der Wanne etwas abgeschliffen, hinten etwas Plastiksheet aufgesetzt, immer wieder probiert und irgendwann hob sich der Turm hinten leicht an. Ein zumindest geringer Abstand der Staukästen zur APU konnte so erreicht werden.

Nachdem der eigentliche Bau somit abgeschlossen möchte ich nun auf die Marschtarnung am Fahrzeug eingehen. Immer wieder saß ich während der Bauphase am PC und habe umhergegoogelt. Immer auf der Suche nach neuen Bildern, mehr Details usw. Ich entdeckte sehr viele Bilder die getarnte Fahrzeuge in allen möglichen Varianten zeigten. Irgendwann kam die Idee auf mit einer solchen Tarnung die leichten Unzulänglichkeiten in der Passgenauigkeit der Zusatzpanzerung und im Bereich der schweren Kettenblenden zu verdecken. Die Tarnung ist natürlich auch hervorragend geeignet um meinen Selbstbau des Weißlichtscheinwerfers auf dem Turmdach etwas zu kaschieren...
Also, erst mal musste mein Verbandpäckchen mit olivgrüner Mullbinde aus der Bundeswehrzeit herhalten. Jetzt brauchte ich noch Streumaterial um das künstliche Laub vom Tarnnetz darzustellen. Ich bin geradewegs in die Küche marschiert und habe das Gewürzregal etwas genauer untersucht. Aha, gerebelter Majoran. Das könnte ja genau das richtige sein. Geschnappt und ab damit ins Bastelzimmer. Dumm gelaufen, auf dem Weg dahin begegnet mir meine bessere Hälfte und fragt doch tatsächlich wo ich denn mit dem Majoran hinwolle. Na, ist doch klar, das brauche ich für den Modellbau...
Na sicher, Gewürze für den Modellbau.... Aber sonst ist noch alles in Ordnung? Sie hatte plötzlich so einen zweifelnden Blick...
Auf vielen Bildern waren Fahrzeuge mit eingeflochtenen Sackleinen zu sehen. So etwas wollte ich auch haben. Papiertaschentücher schieden aus, denn die hatten ein eingeprägtes Muster. Aber in unserem Bad gab es ja noch Kosmetiktücher... Und schon hatte ich alles was das Herz begehrt zusammen.
Nun gab ich etwas Wasser, Holzleim und einen Schuss Spülmittel in ein flaches Gefäß, kräftig umgerührt und da kam das Verbandmaterial hinein. Schön voll saugen lassen, abtropfen und am Panzer anlegen. Anschließend wurde das Streumaterial aufgebracht und dünne Streifen, die ich vorher aus dem Kosmetiktuch geschnitten habe, ebenfalls aufgelegt. Im Bugbereich brachte ich ein größeres Stück von dem Tuch an. Jetzt noch etwas von der Leimtunke mit dem Pinsel aufgetragen und fertig. Nach 24 Stunden war meine Tarnung steinhart ausgetrocknet. Loses Streumaterial wurde dann noch durch Abschütteln entfernt.

So, mit basteln sind wir fertig, jetzt wird gepinselt....

Bemalung/Alterung

Hobby Boss gibt Gunze Sangyo Farben vor:
Meine Auswahl liegt bei Tamiya Acryl Farben. Die "richtige Farbgebung" ist Auslegungssache und fällt für mich unter die modellbauerische Freiheit.
Farbabweichungen in den verschiedensten Tönen gibt es auch am Original immer wieder durch Witterungseinflüsse und Alterung.
Es erfolgte zunächst eine Grundierung des gesamten Modells in Natoschwarz XF-69 mittels Airbrush.
Das Fahrgestell spritzte ich dann in stark verdünntem Natogrün XF-67.
Die Gummibandagen der Laufrollen und Leiträder wurden in aufgehelltem Natoschwarz bemalt. Einige der Laufrollen sind bereits ausgetauscht worden. Daher wurde der Befestigungsring um die Schrauben mit dem Pinsel in Aluminiumfarbe lackiert. Die Schmierstellen der Laufrollen und Leiträder sind wie bei Bw-Fahrzeugen mit einem roten Farbpunkt versehen. Dieses kleine Detail durfte hier natürlich auch nicht fehlen.
Ebenso habe ich dem Verschlussstopfen am Seitenvorgelege einen gelben Farbpunkt verpasst. Dann erfolgte die erste Alterung und Verschmutzung durch Detailwashing mit schwarzer Ölfarbe und diversen Filtern mit stark verdünnter Enamelfarbe von Humbrol in diversen Sand- und Schmutzfarbtönen.

Das gesamte Modell wurde dann in aufgehelltem Natogrün sehr dünn und nicht volldeckend lackiert. Einige Bereiche habe ich dann wolkig mit der noch etwas stärker aufgehellten Grundfarbe übersprüht. Die zuvor aufgetragene schwarze Grundierung bleibt erkennbar und ergibt schon einen gewissen Tiefeneffekt.
Die schwarzen Tarnflecken erhielten das Tamiya Natoschwarz. Ich habe mich hierbei weitestgehend an die Bemalungsanleitung gehalten.

Die Decals für die Fahrzeugkennzeichen sind etwas zu groß geraten. Am Original sind sie etwas kleiner, aber das fällt nicht zu sehr ins Gewicht. Man kann sich bei der Anbringung an die Anleitung halten, es gibt hier aber auch Originalfahrzeuge bei denen die Kennzeichen vorne rechts und hinten links angebracht sind. Alle Leopard 2A5 DK haben aber das Kennzeichen ohne den gelben Punkt auch an den Turmflanken angebracht. Siehe Foto. Hobby Boss verschweigt uns das, man hat die Zeichen aber auf dem Decalblatt mit aufgedruckt. Das Problem ist also schnell behoben. Das dänische Wappen mit dem weißen Kreuz auf rotem Grund wird nicht zwingend an jedem Fahrzeug geführt. Man könnte es also auch weglassen. Ich brachte die Decals auf einer Schicht glänzendem Klarlack unter Verwendung von Mr. Marksofter auf. Anschließend nochmals glänzender Klarlack drauf und fertig. Der Trägerfilm ist schon fast unsichtbar geworden. Er verschwindet dann beim abschließenden Mattlacküberzug vollständig.

Nun erfolgte wieder die Alterung und Verschmutzung per Filter und Detailwashing. Diverse kleine Kratzer im Lack wurden durch das Óýchipping ( Mikrobemalung ) per Pinsel dargestellt. Bauteile mit Metallabrieb behandelte ich per Graphitstift und durch Trockenmalen mit Gunmetal von Humbrol. Die Tarnfarben wurde dann mit mintgrüner und hellgrauer Ölfarbe trockengemalt um die Kanten etwas stärker hervorzuheben. Zum krönenden Abschluss erfolgte eine Verstaubung mittels Airbrush und Tamiya Flat Earth XF-52. Dann kam noch ein finaler Überzug mit mattem Klarlack.

So, nu is fertich&

Fazit

Der Bausatz wird bei Hobby Link in Japan für ca. 25,- EUR angeboten. Wie das Modell hier vom Preis her liegen wird weiß ich heute leider noch nicht. Ich vermute mal es könnte sich in Deutschland dann so bei ca. 35,- EUR einpendeln.
Sollte es so kommen stimmen Preis und Leistung nicht überein. Gerade wenn man mal so die aktuellen Modelle von Dragon betrachtet. Die liegen auch in dieser Preisklasse, sind aber weitaus besser gestaltet. Die vielen Schnitzer die man sich hier bei der Darstellung der Bauteile und vor allem bei der extrem fehlerhaften Bauanleitung geleistet hat mindern die Qualität ganz erheblich. So etwas ist heute einfach nicht mehr zeitgemäß. Aufgrund der vielen Problemfälle würde der Anfänger hier wahrscheinlich Schiffbruch erleiden und nur ein recht bescheidenes Ergebnis erreichen.
Die Detailfanatiker unter uns finden hier garantiert auch Ihre Erfüllung. Hier gibt es etliche Möglichkeiten zur Nacharbeit. Vielleicht erleidet der Nietenzähler aber auch einen Nervenzusammenbruch...?

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detaillierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****


Empfohlene Literatur:

www.howitzer.dk
www.danskpanser.dk
www.armyvehicles.dk

© 03/2007 Thomas Stefanus

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