Überschwerer Panzer Maus V2


 

Das Original

Bereits im Jahre 1941 erhielt die Firma Krupp den Entwicklungsauftrag zum Bau eines 100-Tonnen-Panzers. Die daraufhin entstandenen Studien über 110-, 130-, 150- und 170-Tonnen-Panzer gelangten aber nie über das Reißbrettstadium hinaus. Der diesem Projekt zugedachte Deckname "Mammut" wurde allerdings aus Tarnungsgründen wieder verworfen und in "Maus" abgeändert.
Am 21. März 1942 wies Hitler die Firma Porsche an, ebenfalls ein 100-Tonnen-Fahrzeug zu entwerfen. Nach einer Gegenüberstellung der beiden Konkurrenzentwürfe von Krupp und Porsche im Januar 1943 gab Hitler der Version von Porsche den Vorzug. Bereits am 1. Mai 1943 wurde Hitler ein Holzmodell der Maus vorgeführt. Das projektierte Gewicht der Maus von etwa 150 Tonnen erhöhte sich aufgrund der immer wieder verstärkten Panzerung (bis 220 mm) schließlich auf 188 Tonnen V1 und 187 Tonnen V2 (Gewichtsersparnis durch gebohrte Laufrollen) und stellte die Konstruktionsgruppe von Porsche vor schwierige Probleme bei der Motorisierung. Der Antrieb erfolgte benzin-elektrisch, indem ein Verbrennungsmotor über ein Zwischengetriebe einen elektrischen Generator antrieb, der zur Stromversorgung von zwei Elektromotoren diente (ähnlich dem dieselelektrischen Antrieb). Diese brachten das Fahrzeug über Planetengetriebe in Bewegung. In der Maus 205/1 kam für den Antrieb des Generators ein von Daimler-Benz entwickelter modifizierter DB-603-Flugmotor zum Einsatz, der MB 509 mit einer Leistung von 1080 PS. Aufgrund seines enormen Benzinverbrauchs von 3800 Litern auf 100 Kilometer im Gelände erhielt der zweite Prototyp 205/2 einen ähnlich starken V12-Dieselmotor (MB 517). Die Hauptbewaffnung bestand aus der auch im Jagdtiger verwendeten 12,8-cm Kampfwagenkanone (KwK) sowie einer achsparallel 7,5-cm-KwK44/L36,5. Zur Nahverteidigung wurde ein MG42 achsparallel im Turm eingebaut.

Am 24. Dezember 1943 war die erste Maus bei der Firma Alkett in Berlin fertig montiert. Nach einem ersten erfolgreichen Fahrversuch bei Alkett wurde die Maus in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf bei Berlin ersten Tests unterzogen. Aufgrund der schweren Bombenangriffe und schwierigen Ersatzteilbeschaffung erfolgten weitere Tests von Januar bis Anfang Oktober 1944 in der Nähe der Porsche-Werke auf dem Gelände der Panzerkaserne in Böblingen. Die Testfahrten mussten jedoch mit einer dem Turmgewicht von 55 t entsprechenden Attrappe durchgeführt werden, da die mit der Turmfertigung beauftragte Firma Krupp wegen der alliierten Luftangriffe auf Essen mit der Lieferung in Rückstand war. Am 9. April 1944 lieferte Krupp den Turm aus, der sofort eingebaut wurde. Die Maus 205/2 traf nach ihrer Montage bei Alkett am 1. März 1944 in Böblingen zum Einbau des Antriebs ein und wurde in Böblingen erprobt. Davon existieren viele Bilder. Ende 1944 wurden beide Panzer zur "VersKraft neu" in Kummersdorf geschickt. Von der Maus sollten 150 Stück gebaut werden; alle Arbeiten an überschweren Panzern wurden jedoch 1944 eingestellt und die geplante Serienherstellung der Maus daher storniert. Fertiggestellt wurden nur zwei Exemplare, fünf weitere befanden sich in Bau.
(Quelle: Wikipedia)

Die Maus war 10,09m lang, 3,67m breit und 3,80m hoch. Der Zwölfzylinder-V-Motor Daimler-Benz MB 509 mit 1080 PS konnte das 188t schwere Gefährt auf 20km/h Höchstgeschwindigkeit beschleunigen



Der Bausatz

Im prall gefüllten und recht schweren Karton finden wir 15 hellgraue Spritzlinge, die Unterwanne, Turmoberteil, eine PE Platine und einen Decalbogen.

Das Ganze macht einen hervorragenden Eindruck nach aktuellem Stand der Technik mit schönen feinen Gravuren und feinen Details, wobei man aber auch sagen muss, dass an dem großen Klotz von Maus seitens des Originals nicht so viele Details enthalten waren. Aber die, die vorhanden sind, sind sehr gut gemacht.
Das fängt bei der sehr schönen Darstellung der leicht rauen Oberflächenstruktur der Panzerplatten an und geht über die Schnittkanten der Panzerplatten und Schweißnähte bis hin zur endlich korrekten Kanonenblende mit den dicken Sechskantbolzen am Turm.

Die Unterwanne ist einteilig, baut darauf aber mit den großen Seitenwänden, wie auch Bug- und Heckplatte und natürlich abschließender Deckplatte einzeln auf. Aufgrund der massigen und großen Teile wird die Unterwanne mit drei stützenden Rahmen versehen.
An der Unterwanne baut sich das enorm umfangreiche Laufwerk mit 48 Laufrollen in 12 Laufrollenwagen an. Dabei bleiben die Laufrollen drehbar und die je zwei Laufrollenarme bleiben im gewissen Rahmen beweglich. Dies ist im Vergleich zur Dragon Maus eine enorme Verbesserung - auch, bzw. insbesondere die Darstellung der Detatils an Laufrollen und Laufrollenwagen mit Federungselementen. Das Ganze wäre nur noch steigerbar wenn die Kegelstumpffedern selber auch noch funktionsfähig wären.

Noch besser wird es dann bei den Ketten - diese waren bei Dragon ein völliges Desaster und mussten verklebt werden - in diesem Bausatz machen die Kettenteile den Großteil der Spritzlinge aus - das liegt daran, dass die Kette voll beweglich baubar ist und sich daher aus eine massiven und doch filigranen Hauptglied, das sich aus Ober- und Unterteil zusammensetzt und durch ein Zwischenglied verbunden wird. Die Teile der Glieder sehen exzellent aus, die sauber gegossen sind und sich nur in der Mitte des Zwischenglieds eine kleine Auswerferstelle findet, sodass diese am Laufwerk nicht sichtbar sein dürfte.
Das Aufwändigste dürfte das Heraustrennen der Kettenglieder vom Spritzling sein, denn diese sind mit 6, 8 und am Hauptglied mit 12(!) Angüssen versehen. Das ergibt zwar ein tolles Ergebnis, macht aber irre Arbeit.

In der Deckplatte der Oberwanne werden die ganzen Lüfterrippen von innen mit feinen PE Gittern versehen - eine Innenausstattung ist nicht vorhanden - diese ist bei den winzigen Zugangsluken auch überhaupt nicht notwendig. Die Motorklappen sind alle, bis auf eine direkt mit angegossen und nicht offen darstellbar.
Dafür kann man die Fahrerluke offen oder geschlossen bauen.
Die schräge Bugplatte macht einen fantastischen Eindruck und gibt zusammen mit den abdeckenden Seitenwänden einen ausgezeichneten Eindruck von der Stärke der Panzerplatten mit den verzahnten Platten und tollen Schweißnähten.

Am Fahrzeugheck kann wahlweise das markante Fass mit 1000l Treibstoff aus mehreren Teilen angebaut werden.

Der Turm besteht aus nur wenigen Teilen - In die Turmbodenplatte wird die Kanonenhalterung eingeklebt, die das Rohr höhenbeweglich hält. Darüber wird nur noch das Turmoberteil aufgeklebt in dessen Turmdach die Lukendeckel offen oder geschlossen gebaut werden kann.
In die sehr schön gestaltete massive Kanonenblende wird das Rohr der 12,8cm Hauptwaffe und 7,5cm Nebenwaffe eingeklebt. Allerdings muss man sagen, dass die Darstellung des 12,8cm Rohrs in zwei Halbteilen dem sonst so guten Eindruck des Bausatzes überhaupt nicht gerecht wird - Darstellung der Rohre auf diese Weise ist einfach nicht mehr zeitgemäß.
Immerhin ist das Rohr der 7,5cm Kwk einteilig.

Die Bauanleitung ist im DIN A4 Querformat mit Vollflächen CAD Grafiken - und nur 12 Bauschritten, die allesamt sehr übersichtlich und verständlich sind.
Die Vorlagen zur Bemalung und Markierung für 3 Versionen (zwei what-if, eine reale) sind als Farbdrucke am Anfang und Ende der Bauanleitung auf 2 Seiten angehängt. Die Farbangaben sind für Ammo by Mig Farben
  • Berlin 1945 in gelb-grünem Zweifarb Tarnmuster
  • Kummersdorf 1945 mit braunen und grünen Linien auf dunkelgelber Basis
  • Ostpreussen 1946 mit dunkelgelber Wanne und rostschutzrotem Turm

Der Bau

Thomas Hartwig Thomas Stefanus
Der Bau dieses Bausatzes beginnt, wie so häufig, mit dem Bau der Unterwanne und dem Anbau des Laufwerks an diese. Für das Laufwerk der Maus kann man vorab schon einiges an Zeit einplanen, denn allein das Heraustrennen der unzähligen Laufrollen und deren Versäuberung, sowie der Bau der Laufrollenwagen benötigt schon eine Menge Zeit. Man sollte hier unbedingt achtgeben, dass die Bolzen, die die Räder in den Laufrollenwagen halten auch wirklich komplett eingedrückt sind und der Kleber angezogen ist, bevor man damit herumspielt, denn wenn die Räder später schief stehen oder verkantet sind, gestaltet sich das Aufziehen der Kette mit dem Einpassen der Laufrollen zwischen den Führungszähnen als eine Herausforderung.
Zwar sieht man später nicht mehr allzuviel, dennoch sollte man hier mit Sorgfalt arbeiten, denn dann bleiben die Laufrollen drehbar und die Laufrollenwagen im gewissen Rahmen beweglich.
Dies ist insofern reizvoll als dass die Kette auch voll beweglich bleibt und das Laufwerk somit sich etwaigen Bodenunebenheiten auf einer Dioramenplatte anpassen kann.

Und damit kommen wir zu einem weiteren Teil des Bausatzes, der mit einigem Zeitaufwand verbunden ist - und das ist die Kette. Und da geht die Zeit eigentlich nur für das heraustrennen und versäubern der Kettenglieder drauf, denn der Zusammenbau gestaltet sich erstaunlich schnell und einfach. Dabei wird ein Zwischenglied in das Unterteil eines Hauptglieds gelegt und darauf das Oberteil des Hauptglieds mit zwei Klebepunkten aufgebracht und zusammengedrückt. Auf diese Weise setzt sich die Kette wirklich schnell zusammen und ist nachher sehr beweglich und stabil. Wirklich höchsterfreulich, was Takom uns da bietet.
Aufgezogen wird die Kette dann aber erst am Ende nach der Bemalung des Modells und der Kette.

Dann geht es endlich mit der Maus an sich los, nämlich dem Bau der Wanne. Hier werden zunächst drei Rahmenstützen in die Unterwanne eingeklebt und man sollte auf deren exakte Einklebung achten, denn kommt es hier zu Schiefstand oder Verkantung, zieht sich das später beim Anbau der Seiten- und Deckenteile mit problematischer Passung durch den weiteren Bau.
Dann geht es daran die 12 zuvor gebauten Rollenwagen an die Unterwanne zu bauen. Hier muss man zum einen genau schauen die Rollenwagen richtigherum einzubauen und entsprechend ausgerichtet zu verkleben. Auch hier ist
Verkantung und Schiefstand unbedingt zu vermeiden, denn sonst wird es schwierig die Aufnahmen der Rollenwagen passend in die Seitenteile zu bekommen.
Leit- und Treibräder werden aus mehreren Teilen zusammengesetzt und auch gerade eingeklebt.

Dann werden die beiden großen Seitenteile angeklebt und das am besten zeitnah nach dem Einbau der Rollenwagen, damit man ggf. Rollenwagen noch etwas verschieben kann, falls es da zuvor zu ungenauen Einbau kam.
Wer übrigens die Kette komplett baut, muss diese nun vor dem Einbau der Seitenteile diese aufziehen und verbinden. Ich habe mich auf eine halbe Länge der Kette beschränkt.
Bei den Seitenteilen auf die richtige Passung an der Unterwanne, den Auflagen der Laufrollenwagen und den drei Rahmenstreben achten ... da muss man gut aufpassen und an allen Stellen gut andrücken.


Danach sollte man zügig die Deckplatte der Wanne einkleben um damit den korrekten Sitz der Seitenteile dingfest zu machen. Die Deckplatte wird zuvor von innen mit den PE Gittern für die Motorlüftergrätings versehen. Die großen Gitter sind noch schnell und einfach verklebt, bei den kleinen Streifen wird es etwas aufwändiger, da man auch sehr genau arbeiten muss.

Zudem müssen vier Löcher von innen mit 1,3m aufgebohrt werden. Beim aufkleben der Deckplatte sollte man unbedingt darauf achten, dass die Plattenverzahnung komplett ineinander versenkt wird.


Daran anschließend sollte man auch zügig die vordere Deck/Bug-, sowie die Heckplatte einsetzen und verkleben. Gerade bei den beiden Deckplatten sollte man aufpassen, dass beide aneinander anliegen und auf gleicher Höhe verlaufen. Bei der Heckplatte vor dem Verkleben noch die vier Löcher für den späteren Anbau der Halterungen für das Hecktreibstofffass aufbohren. Sollte man es, so wie ich, vergessen, kann man zum Glück mit einer Minitaschenlampe von innen die Heckplatte anleuchten und damit die Löcher sichtbar machen um sie dann von aussen aufzubohren.
Die Deckplatte wird dann mit weiteren Kleinteilen verfeinern wie den Geschossabweisern, der Fahrerluke, Scheinwerfer und das zuvor angesprochene Treibstofffass. Letzteres setzt sich aus zwei Halbteilen zusammen, sodass man die Naht noch ordentlich versäubern muss.

Dann geht es an den Bau des Turms.
Dazu wird in der Bodenplatte vorn die Kanonenhalterung eingeklebt und damit das Rohr höhenbeweglich möglich macht. Das Verkleben der Bodenplatte mit dem Turmoberteil geht ohne Probleme vonstatten.
Das Turmoberteil wird mit nur wenigen teilen wie den beiden Lukendeckeln, Lüftern und Optiken vervollständigt.

Normalerweise wird dann mit dem Bau der beiden Rohre in die Kanonenblende und diese widerum auf die turminterne Halterung der Bau abgeschlossen. Der Zusammenbau des Kanonenrohrs der Hauptbewaffnung aus zwei Halbteilen ist nicht mehr ganz zeitgemäß und mit lästiger Arbeit verbunden.

Ich habe mir daher das brandneue Waffenset mit Blende von Panzerart dafür genommen (es reicht aber auch das Alurohr Set von RB). Dabei liegen Haupt und Nebenbewaffnung als wunderschöne Alurohre aus einem Teil wie auch eine komplett neue Kanonenblende aus Resin bei. Diese weist eine etwas stärkere Dicke als das Teil von Takom auf und gefiel mir daher besser. Allerdings muss man diese Blende modifizieren, da sie nach innen hin glatt gestaltet ist und so nicht auf die Kanonenhalterung des Bausatzes passt. Ich habe daher von vorn mit Bohrern die Rohrhalterung nach innen durchbohrt und dann von innen per Ultraschallschneider deutlich erweitert. Zudem habe ich die Rohraufnahme mit Turm gekürzt um nicht allzuviel in der Resinblende ausbohren zu müssen. Das Ganze dann mit reichlich Sekundenkleber auf die Rohrhalterung kleben ... und feststellen, dass diese das Gewicht der Metallrohre natürlich nicht hält.
Also merken: Wer Metallrohre verwendet, sollte die Kanonenlagerung entweder fest verkleben oder gezielt schwergängiger machen.

Nach der Bemalung werden dann die Ketten wie oben beschrieben aufgezogen und der Bau damit beendet.

Folgt man der Anleitung kommt man in 12 übersichtlichen Baustufen ans Ziel.

Wie bei fast allen Panzerfahrzeugen startet man mit der Montage der Wanne und dem Fahrwerk. Zunächst fühlt man sich von der Vielzahl der einzelnen Bauteile für das Fahrwerk und den daraus zu fertigen Baugruppen regelrecht erschlagen.
Es folgt also erstmal eine reine Fleißarbeit. Arbeitet man sorgfältig und geht sparsam mit dem Klebstoff um bleiben die Rollenwagen beweglich.

Ich testete den Sitz der Rollenwagen zunächst, prüfte die Ausrichtung und die Beweglichkeit und war angenehm überrascht: Alles passte wunderbar zueinander. Nun konnte alles verklebt werden und die großen seitlichen Schürzen montiert werden. Bevor ich nun das Oberdeck der Wanne montierte grundiert ich das Laufwerk und den inneren Bereich der Wanne in schwarz. Ich hatte die Befürchtung, dass man durch die großen Lüftergitter später den hellgrauen Innenbereich der Wanne sehen könnte.

Weiter ging es dann mit der Einzelgliederkette die absolut beweglich bleibt.
Hier ist Vorsicht beim Abtrennen der filigranen Einzelteile vom Gießrahmen geboten. Es werden 165 Einzelteile für eine der beiden Ketten benötigt.

Auch das artet in einer reinen Fleißarbeit aus. Aber, die Kette bleibt bei sparsamem Umgang mit dem Klebstoff voll beweglich, passt hervorragend auf das Fahrwerk und bleibt stabil ohne während der Montage auseinander zu fallen.
Und wenn man es sich einfacher machen möchte reicht es aus, wenn man etwas mehr als die Hälfte der Kettenglieder pro Seite montiert und mit den Antriebs- und Leiträdern verklebt. Der obere Kettenstrang liegt nämlich unsichtbar hinter den riesigen Kettenblenden.

Im weiteren Verlauf montierte ich das Oberdeck der Wanne und stattete es mit den PE-Teilen aus.
Diese passen wunderbar in die vorgesehenen Öffnungen. Anschließend brachte ich die Details und Kleinteile an.

Dem großen Zusatztank am Heck verpasst ich noch eine Schlauchleitung aus der Grabbelkiste.

Anschließend folgte der Bau vom Turm. Auch hier passen die Bauteile perfekt zusammen.

Da das 12,8cm Kanonenrohr aus dem Bausatz aus zwei Hälften besteht tauschte ich es gegen ein Set mit gedrehten Alu-Rohren von RB Model aus.

Das erspart das lästige spachteln und verschleifen. Darüber hinaus liegt auch das Rohr für die 7,5cm KWK bei.
Und beides bekommt man sogar für einen sehr günstigen Preis. Da fiel die Entscheidung für den Austausch nicht schwer.

Weiterhin stattete ich den Turm mit einem Nachtsichtgerät aus. Das stammt aus meiner Restekiste. Zwei Bleidrähte sorgten für die entsprechende Verkabelung.
Nachdem nun alles montiert war setzte ich den Turm auf die Wanne und machte große Augen… Der Turm passte in absolut nicht in die vorgesehene Aufnahme an der Wanne… Da man bei der Montage nichts falsch machen kann musste der Fehler woanders liegen.
Und siehe da, nach etlichem Suchen und Probieren fiel mir auf, dass das Wannenoberdeck eine leichten Durchhang hatte. Und das obwohl ja innerhalb der Wanne bereits drei große Stützstreben montiert wurden.
Durch die Turm-Öffnung im Wannenoberdeck brachte ich in mehreren Versuchen weitere Stützstreben aus Plastikrohr an um das Oberdeck etwas anzuheben und so den Durchhang auszugleichen. Und irgendwann passte es dann endlich.
Der Turm ließ sich, wenn auch nur mit etwas Gewalt und Kraftaufwand, einsetzen und verriegeln.

Bemalung/Alterung

Thomas Hartwig Thomas Stefanus
Die Bemalung erfolgte dieses Mal wieder mit der Grundierung mit Chaos Black aus der Sprühdose und ein Aufhellen der horizontalen Flächen und graduellem Verlauf an den vertikalen Flächen mittels weißer Farbe und ein wenig pre-shading auf das Modell zu bringen, bevor es mit den Tarnfarben losgeht.

Für diese habe ich dieses Mal als Hauptfarbe dunkelgelb über alles gewählt, das ich als Mischung 1:1 Mission Models MMP-011 und 019.
Nach dem Durchtrocknen wurde nochmal mit dem späten dunkelgelb MMP-019 einzelne Flächen aufgehellt.

Dann ging es daran die Tarnstreifen in grün und braun aufzubringen - ich hatte mir die Originaltarnmuster von einigen Fotos aus Kummersdorf ausgekuckt und wollte diese auf meine Maus übertragen. Die Streifen wurden per Bleistift auf die Maus übertragen und dann per Airbrush die grünen Streifen mit olivgrün MMP-009 und einem Klecks MMP-005 aufgebrusht.

Danach folgen die braunen Streifen, die mit einer Mischung aus rotbraun MMP-012 und rotbraun MMP-015 aufgebrusht werden.

Auf eine Tarnung der horiziontalen Flächen habe ich verzichtet - zunächst lagen mir keine dahingehenden Fotos vorlagen, ich Zeit sparen wollte und gedanklich zu dem damaligen Zeitpunkt ggf. auf eine Tarnung dieser Flächen bei einem Prototypen verzichtet wurde.

Nun wurde durch den Gebrauch der Airbrush der Auftrag der Tarnstreifen für meinen Geschmack zu sauber und gleichmäßig gegenüber der vorliegenden Fotos auf denen die Tarnstreifen unsauber und fleckig aussehen.
Ich habe daher mit einem härteren Pinsel und Wasser die Tarnstreifen gezielt wieder etwas abgerieben - das resultierte in tollen Chipping Effekten (sollte ich mir für weitere Projekte merken), aber nicht ganz so streifig, wie ich es mir gewünscht hätte. Dennoch ist das gebrauchte Aussehen der
Tarnstreifen jetzt etwas gefälliger, auch wenn es zunächst so aussieht als ob die Bemalung schiefgelaufen ist.

Auch wenn es sich historisch nicht belegen lässt, habe ich mir die modellbauerische Freiheit genommen den Turm mit dem schwarzen Balkenkreuz aus dem Bausatz versehen.
Danach wird das ganze Fahrzeug mit seidenmattlack von Ammo of Mig überzogen um die vorige Bemalung vor den kommenden Alterungsschritten zu schützen.


Zunächst geht es dann aber an die Kette. Diese wird ebenfalls mit Games Workshop Chaos Black grundiert und danach per Airbrush mit Panzeraces PA003 yellowish rust übersprüht (an dieser Stelle nochmal Dank an Ralph für seine tatkräftige Hilfe).
Die inneren Laufflächen wurden dann mit Ammo of Mig polished steel bemalt. Die Aussenseiten wurden dann gezielt mit einigen Rostpigmenten zur farblichen Variation der Kette per Pinsel nachgetupft.
Auf den Aussenseiten habe ich dann noch mit Metallfarbe die erhabenen Stellen trockengemalt und damit Abrieb simuliert.

Dann geht es als nächstes daran die Bemalung aufzulockern. Dazu habe ich mir brauner und schwarzer Ölfarbe verschieden lang Streifen vertikal auf Turm und Wanne mittels eines dünneren Rundpinsels grob aufgetragen. Ich empfehle immer nur eine Seite zur Zeit zu machen.
Mit einem Flachpinsel und Verdünner verblende ich diese Streifen mit Pinselstrichen von oben nach unten, bis diese nur noch unterschwellig zu sehen sind.
Ähnlich verfahre ich mit hellen und weißen Ölfarben, die ich dann dazwischen und von unten nach oben aufgetragen und ebenso verblendet habe.
Diesen Arbeitsschritt sollte man in Ruhe durchführen und ggf. nach Belieben nacharbeiten, bis man zufrieden ist.
Auf jeden Fall danach mindestens 24 Stunden trocknen lassen.

Danach geht ans filtern, d.h. verschiedene Ölfarben wie gelb, grün, braun, ocker, blau, orange, usw. in dünnen Punkten auf dem Modell aufgetupft ... ich habe teilweise die Grundfarben damit etwas nachbearbeitet oder betont und auch die einzelnen Tarnfarben miteinander etwas harmonisiert und verschiedene angrenzende Flächen etwas voneinander abgegrenzt werden. Dazu wurden diese Punkte dann mit einem weichen Rundpinsel und Verdünner auf dem Modell verteilt und miteinander und der Grundbemalung verblendet. Dazu den Pinsel im
mer wieder ordentlich säubern um nicht einen wilden Farbmix weiter und weiter gleichmäßig zu verteilen, sondern spezifisch die Farbe in Arealen zu belassen.

Auch dieses wieder 24 Stunden trocknen lassen und dann erst zum nächsten Schritt, dem Washing.

Hier geht es darum zum einen ggf noch zu knallige oder helle Flächen abzudunkeln und in der Hauptsache Rillen und D
etails mit einer dunklen Farbe zu betonen, dass das Modell dadurch mehr Tiefe erhält und Details betont werden, die ansonsten in der Bemalung in diesem Maßstab untergehen.
Gerade die umlaufenden Rillen am Turmdach und die Schweißnähte der verzahnten Panzerplatten, wie auch die Laufrollen mit den Löchern sind dankbare Abnehmer desdunklen Washings. Durchgeführt habe ich dieses mit Amig 1001 DAK Wash, das sich mit dem Tarnmuster auf dunkelgelb sehr gut verträgt.
Auf dem Bild rechts sieht man ganz gut den Unterschied zum unbehandelten Rad rechts zu dem frisch gewashten links.

Nach dem ordentlichen Durchtrocknen des Washings (ich empfehle mindestens 24 Stunden) geht es ans trockenmalen.
Hier habe ich mir eine sehr helle ockerfarbe aus Ölfarben gemischt und diese erstmal eine Stunde auf einem Stück Pappe "ausbluten" lassen, heißt, die Pappe saugt das Öl aus der Ölfarbe und lässt hauptsächlich trockenere Pigmente zurück, die bei Benutzung keinen öligen Film hinterlässt.
Mit einem mittelharten Flachpinsel wird nun etwas von der Ölfarbenmischung aufgenommen und auf einem Stück Pappe ausgestrichen, bis keine Farbe mehr abgerieben wird und nur noch wenige Pigmente im Pinsel verblieben sind.
Damit wird dann das Modell über Ecken, Kanten und Erhebungen gestrichen. Dadurch bleiben die hellen Farbpigmente spezifisch nur an den vorgenannten hängen und betonen diese mit einer Aufhellung. Das Modell erhält dadurch eine weitere Ebene und betont dadurch Details, die ansonsten untergehen.

Man sollte sich hierfür Zeit lassen und nicht "schnellschnell" - denn gerade wenn man nicht richtig ausstreicht und zuviel Farbe im Pinsel belässt, zeiht man ggf. Farbstreifen auch auf Oberflächen und nicht nur auf den Details.

Danach bin ich an das Chipping gegangen - ein Schritt den ich eigentlich vor Filter und Washing machen wollte, da sich die Effekte dann ggf. besser in das Gesamtbild einblenden lassen.
Nun war es zu spät dafür und ich habe versucht das beste draus zu machen. Zunächst habe ich mit einem 4/0 Pinsel Amig0904 dunkelgelb highlight an den Seiten horizontale Striche gezogen zur Darstellung von Kratzern wie von Ästen oder anderen harten Gegenständen beim Durchfahren von Wäldern o.ä.
A
n Kanten des unteren Laufwerks, sowie auf dem Wannen- und Turmdach, insbesondere um die Luken herum an denen viel Abrieb entsteht, habe ich mit dem Pinsel größere Flecken gepinselt, die nach aussen hin unregelmäßig nach aussen hin kleiner werden. Für weitere Unregelmäßigkeiten und noch kleinere Farbchips habe ich mit einem kleinen Stück Schaumstoff die helle Farbe aufgenommen und auch abgetupft, bis kaum noch Farbe enthalten ist. Damit habe ich dann die genannten Bereiche noch weiter verfeinert, denn nur damit bekommt man schöne winzige und unregelmäßige Farbtupfer hin.
Nachdem die Farbe getrocknet ist, habe ich die gerade aufgemalten Kratzer mit Amig0044 Chipping color und einem 10/0 Pinsel vorsichtig ausgemalt, sodass jeweils nur ein dünner Rand der hellgelben Farbe übrigbleibt. Auch der Schwamm kommt bei dieser Farbe wieder zum Einsatz, aber mit Vorsicht, denn die Chipping Farbe ist sehr stark im Kontrast und man sollte sie mit Bedacht einsetzen. Gerade an den Luken mit größeren hellgelben Flecken drunter ergibt dies schöne Effekte.

Zum Schluss wird das Laufwerk und der untere Wannenbereich mit hellen Staubpigmenten und einem weichen Rundpinsel bearbeitet um aufgewirbelten Staub darzustellen.
Was wäre wenn…
Deutschland, 1946. Die letzten Reserven sind mobilisiert. Das alte Fahrgestell der Maus 250/2 wurde direkt in Kummersdorf aus der Heeresversuchsanstalt abgeholt, mit einem neuen, bereits fertig gestellten, Turm im Dreifarb-Tarnstrich ausgestattet, und unverzüglich zur Verteidigung von Berlin gesetzt…

Nach der Grundierung erfolgte für die Wanne zunächst ein Auftrag mit Red Primer von Mission Models.

Danach fügte ich unterschiedliche Rost-, Braun- und Grautöne hinzu als Grundlage für die spätere Alterung und Verschmutzung.

In meinem Buch finden sich einige Fotos die Maus-Wannen und Türme während der Produktion zeigen. Diese weisen große weiße Farbmarkierungen auf. Daher lackierte ich ebenfalls einige großflächige Markierungen an der Front und den Seiten der Wanne. Dazu klebte ich die entsprechenden Bereiche am Modell ab und lackierte sie mit der Airbrush. Dabei verwendete ich ein mit Dunkelgelb abgemildertes Weiß und lackierte es vorsichtig in dünnen Schichten. Einige Stellen erhielten keine Farbe, in einigen Bereichen brachte ich nur einen dünnen Farbschleier auf, stellenweise trug ich die Farbe auch etwas kräftiger auf. Dadurch wirkten die weißen Markierungen schon abgenutzt.

Darauf folgend nutzte ich die Oilbrusher von Ammo by Mig in verschiedenen Rost-, Braun- und Grautönen um die weiße Farbe noch stärker zu mildern. Ich malte dünne senkrechte Streifen auf und verblendete sie mit einem leicht in Verdünnung angefeuchteten Flachpinsel. Nach einer ausreichenden Trocknungszeit fügte ich noch einen Filter hinzu.

Im Anschluss begann die Alterung mittels Ölfarben. Hier nutzte ich fast mein ganzes Sortiment an Oilbrushern, Washings und Streakings in den verschiedensten Farbtönen aus dem Sortiment von Ammo by Mig.

Nachdem auch der Filter durchtrocknen konnte stellte ich an beiden Abgasaustrittsöffnungen Schlieren aus Ruß und unverbranntem Kraftstoff dar.

Dazu brachte ich mit dem schwarzen Oilbrusher ein paar dünne senkrechte Linien unterhalb der Austrittsöffnungen an und zog diese wieder mit einem leicht in Verdünner angefeuchteten Pinsel nach unten. Ein leichter Hauch mit Black Smoke Pigmenten von Mig Productions wurde danach ebenfalls aufgetragen. Hier muss ich jedoch zugeben, dass ich dabei insgesamt wohl doch etwas übertrieben habe…

Abschließend erfolgte ein leichter Auftrag von Straßenstaub, ebenfalls mittels Ölfarbe von Ammo by Mig. Der Turm wurde in Reseda-Grün mit schwarzen und grauen Tarnflecken lackiert. Das Nachtsichtgerät bekam eine Farbgebung in Dunkelgelb. Auch hier kamen wieder Farben von Mission Models zum Einsatz. Am Turm hielt ich mich mit der Alterung / Verschmutzung jedoch stärker zurück als im Wannenbereich

Nun war es an der Zeit die Decals aufzubringen. Da meine Maus im Jahr 1946 zum Einsatz kommen sollte entschied ich mich dazu die schwarzen Balkenkreuze zu nutzen. Optional könnte man auch noch die schwarze Turmnummer 421 aufbringen.

Als Beutefahrzeug wäre auch die Ausstattung mit den roten Sowjetsternen möglich. Als sehr fragwürdig stellt sich für mich das große Hakenkreuz mit den Winkeln nach links dar? Was hat sich Takom dabei gedacht? Die beiden Decals mit dem spiegelverkehrten Hammer und Sichel Symbol könnte man eigentlich nur für die Maus 250/1 verwenden. In meinem Buch ist die 250/1 mit diesen Markierungen abgebildet, jedoch befinden sich die Markierungen jeweils an Front, Heck und beiden Seiten. Also fehlen da zwei Decals. Naja, irgendwas ist ja immer…

Als krönenden Abschluss setzte ich noch zwei 2m Antennen von RB Model auf. Der Bausatz enthält keine Antennen. Und wenn, dann wären sie aus Spritzguss und würden wahrscheinlich überdimensioniert ausfallen. Die gedrehten Messingantennen von RB Model wirken dagegen hervorragend. Sie wurden ebenfalls in Dunkelgelb lackiert.

Die Figur von Alpine Miniatures dient hauptsächlich zum Größenvergleich um die Abmessungen der Maus darzustellen. Da ich die Maus später in einem kleinen Diorama präsentieren möchte bin ich mir über die finale Ausstattung mit Figuren noch nicht ganz schlüssig.




Fazit

Thomas Hartwig Thomas Stefanus
Sehr schön - wirklich schön. Ein Bausatz, der Spaß gemacht hat, bis auf Ketten und Laufwerk auch wirklich schnell baubar ist und das alte Modell von Dragon deutlich in den Schatten stellt. Die Möglichkeiten der Darstellung sind vielfältig von realistisch wie erprobt bis Wehrmacht 46 ...
Machart und Qualität des Bausatzes sind auf jeden Fall ganz hervorragend.


Zur Auflockerung habe ich noch eine Figur von Bolddivision ins Turmluk gesetzt.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****

Insgesamt ein sehr schöner Bausatz mit guten Details und guter Passgenauigkeit. Wobei Passgenauigkeit hier eine neue Bedeutung bekommt. Besonders bei der Wanne musste schon leichte Gewalt angewendet werden um die Bauteile miteinander zu verbinden. Die Geschichte mit dem Zusammensetzen von Turm und Wanne war hoffentlich ein Einzelfall, eventuell basierend auf einem leichten Verzug der bauteile bei meinem Modell. Der Bau hat mir trotz allem viel Spaß bereitet und ich kann das Modell mit gutem Gewissen empfehlen. Ich möchte auch das Buch Panzerkampfwagen Maus aus dem Motorbuch Verlag empfehlen. Hier findet man unheimlich viel an der Historie, den technischen Informationen und eine große Anzahl nie vorher gesehener Fotos. 

Verwendetes Zubehör:

  • 2x 2m Antenne, 35A02, RB Model
  • 1x 12,8cm & 7,5cm KWK, 35B88, RB Model
  • 1x Figur Alpine Miniatures
Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****




Thomas Hartwig Thomas Stefanus

© 01/2021 Thomas Hartwig / Thomas Stefanus

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