Mercedes Typ 170V, Tourenwagen


 

Das Original

Der Mercedes V170 wurde in der Vierzylinderversion seit Anfang 1936 gebaut. Vor diesem Zeitraum hatte der Motor sechs Zylinder,bei gleichem Hubraum.
Von ´36 bis ´42 entstanden ca. 70 000 Exemplare.

Der Wagen hatte eine Höchstgeschwindigkeit 108 km/h und das bei 1,7l Hubraum und 38 PS.

Es gab mehrere Karosserievarianten. Von zwei-bis viertürig, Limousine mit festem Dach, Cabrio und Kastenaufbau.

Der Bausatz

Der Hersteller Master Box ,hat vier graue und einen klaren Spritzling gefertigt.Dazu weiche Reifen und Decals für Wehrmacht Marine und Luftwaffe.

Die Bauanleitung ist auf den ersten Blick sehr ansprechend und übersichtlich. Auf den ersten Blick.............

Leider sind einige Teile unmöglich genau zu platzieren. Die Anleitung endet mit ihren Positionspfeilen im Nirvana. Das Internet hilft auch nicht so wirklich weiter, da es nicht nur eine Chassiesvariante gibt.

Ein weiteres Ärgernis ist der sehr bruchempfindliche Kunststoff .

Dünne Teile ließen sich nicht ohne Bruch aus den Spritzlingen lösen.Und selbst ein großes Teil ist gebrochen.

Das Modell hat einen Motor samt Getriebe und der Kühler hat eine schöne Strukturierung.
Leider verschwindet dieser hinter der Kühlermaske.

Die Fensterkurbeln tauchen im Bauplan nicht auf, sind aber vorhanden.


Der Bau

Das Modell hat einen Motor,mit wahlweise zwei Luftfiltervarianten. Er wird nach Bauplan zusammengebaut. Hier tauchen schon die ersten Fragen zur genauen Positionierung auf. Man muß wirklich sehr genau hinschauen, um auf der Graustufenzeichnung etwas zu erkennen.
Wichtig ist, dass der Ventilatorflügel mit dem Keilriemen nicht an den Motor geklebt wird.
Der Motor wird an seinen Platz gebracht. Er bleibt sitzen, ohne verklebt werden zu müssen.

Ins Chassis werden Auspuff und Hinterachse mit Getriebe geklebt. Die Kardanwelle ebenso.

Alles darf nicht am Motor verklebt werden. Er soll zum Lackieren noch herausnehmbar sein.

Der Kühler besteht aus drei Teilen: Kühler, Wassertank und unterer Kühlerschlauch. Erst nach dem Lackieren wird die Einheit ans Chassis geklebt. Vorher jedoch der Motor und der Ventilatorflügel.

Leider verschwindet der Kühler mit seiner sehr schönen  Strukturierung hinter der Kühlermaske. Hier wäre ein Ätzteil der Kühlermaske schön gewesen.
Der Motor wird mit XF1 Schwarz lackiert. Ein paar Anbauteile werden farblich abgesetzt. Etwas Bleidraht als Zündkerzenkabel, Stärke 0,5mm.
Die zwei Verstärkungsstreben im Motorraum, die den Kühler stabilisieren, sind aus geradem Blumenbindedraht.

Die Räder (ohne Reifen) werden verklebt und die Vorderräder bekommen einen kleinen Lenkeinschlag. Das sieht gefälliger aus. Die Bremshebel werden an den Bremstrommeln angeklebt.
Hier ist nicht klar wo genau die Hebel angeklebt werden aber die Internetsuche hilft hier weiter.

Die Karosserie wird nach Bauplan gebaut. Vordersitze und Rückbank bleiben wieder lose. Sie bekommen mit einem Kugelfräser Falten eingefräst, ansonsten ist die Oberfläche der Polster ein wenig monoton.

Die beiden Vordertüren stelle ich geöffnet dar. Genauso die Motorhaube. Hier ist dann nach der Verklebung und Fixierung erstmal 24 Std Trocknung angesagt.

Die Türen bekamen einen eingeritzten Innenring, um die Türinnenverkleidung darzustellen.
In den Türen sind die Taschen einzeln einzukleben und da bietet es sich an, sie zu verändern. Also habe ich die Taschen ausgedünnt und gebogen, damit sie dreidimensionaler rüberkommen.

Die Fensterkurbeln tauchen im Bauplan nicht auf (Teile C12 in Bauplan), sind aber vorhanden.
Ich konnte keinen Hinweis finden, wo sie positioniert werden sollen. Daher gehe ich davon aus, dass die Kurbeln bei der Cabrio-Variante nicht verbaut sind. Das Cabrio hat ja auch dementsprechend Steckscheiben. Also werde ich sie wieder entfernen.
Die Windschutzscheibe mußte ich im Bereich des Scheibenwischermotor etwas auskerben.Sie passt sonst ganz gut,und wurde nach dem Einsetzen mit zwei Sekundenklebertropfen an den Ecken verklebt.

Der Bau geht eigentlich schnell und problemlos von der Hand. Passprobleme gibt es nicht. Ich habe nicht einmal spachteln müssen.

Ein paar Häute sind zu entfernen. Das ist auch schon alles.

Die Gummireifen lassen sich leicht aufziehen.

Bemalung/Alterung

Das Chassis wird mit Seidenglanzlackfarbe von Genius (Rot mit etwas Schwarz, als Rostschutz-Bleimeniggefarbe) aus dem Baumarkt gespritzt. Diese Farbe ist mit der entsprechenden Verdünnung sehr gut mit der Airbrush verarbeitbar.
Der Versuch diese Farbe für den Modellbau zu nehmen kam mir, als mein Italerie Schnellboot S100 lackiert werden mußte.
Bei einer so großen Fläche geht da eine große Menge Farbe drauf. Allerdings benötigt jede Lackierschicht mindestens 12 Std Trocknungszeit. Verdünnt wurde die Farbe mit Universalverdünnung.

Die Karosserie habe ich mit Tamiya Farbe gebrusht: Die Karosse erst mit XF63 German grey und darauf mit derselben Farbe, mit ca. 20% Weiß aufgehellt, den inneren Teil der Fläche nochmal überzogen.

Verdeck und Sitzpolster sind mit Tamiya Red Braun XF 64 und danach mit Vallejo braun trockengemalt.

Einwenig Staubalterung folgt. Aus meiner Modellbahnzeit habe ich noch von Rainershagener Verwitterungspuder. Hier kommen die Farben Dreck und Bremsstaub braun zum Einsatz. Das Verwitterungspuder muß etwas einmassiert werden, da es die Oberfläche ankratzt. Vor allem im unteren Bereich.

Kleinteile zur Innenausstattung sind von Plusmodell oder Verlinden.

Es sind verschiedene Decalvarianten für ein Fahrzeug der Marine ,der Wehrmacht,und der Luftwaffe vorhanden. Von den Decals habe ich nur die Armarturen und die Nummernschilder verwendet. Diese rissen schon durch bevor sie vom Trägermaterial genommen wurden.

Fazit

Guter passgenauer Bausatz. Ein Ärgernis ist der bruchempfindliche Kunststoff. Die nicht exakte Bauanleitung - ein dickes Minus. Der Bausatz hat keine Ätzteile beigefügt, die sind auch eigentlich nicht nötig. Eine geätzte Kühlermaske wäre aber noch ein i-Tüpfelchen.


Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****


© 01/2012 Achim Brinkmann

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