Mercedes L4500A


 

Das Original

Von dem LKW 4500 wurden für die Wehrmacht vom Typ „S“ (nur Hinterachsantrieb) und der „A“-Version (allradgetrieben) insgesamt ca. 9000 Exemplare – teils mit Stahlkabine, aber auch mit offenem bzw. Einheitsfahrerhaus – gefertigt. Dazu kamen noch etwa 1500 Maultierfahrzeuge mit der Typenbezeichnung „R“.

Bei einer Leistung von 112 PS konnte mittels Dieselmotor eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 65 km/h auf der Straße und ca. 43 km/h im Gelände erzielt werden; der Fahrbereich betrug bei der Allradvariante 500 km (Straße) bzw. 330 km (Gelände).

Die Grundvariante war mit einer geräumigen Pritsche versehen, die mit einer Plane abgedeckt werden konnte. Die dafür nötigen Spriegel wurden auf dem Fahrzeug entweder in ihren Befestigungen an den Ladebordwänden oder gebündelt in einer Halterung an der Stirnseite der Ladefläche mitgeführt.

Im Bereich der 4,5 Tonnen-Klasse war das Fahrzeug von Mercedes wohl am zahlreichsten neben den weiteren deutschen Herstellern wie Büssing, MAN, Magirus, Henschel usw. vertreten.
(Text: Voker Andorfer)


Der Bausatz

Dieses Modell stellt die Allradversion dar und nicht die S Version wie bei verschiedenen Ankündigungen zu sehen.
Da es bislang keinen anderen Bausatz dieses Modells gibt, hat Zvezda hier einen großen Schritt für die 1/35 Modellbaugemeind getan.
Was also finden wir im Karton?

6 Spritzrahmen, eine kleiner Spritzling mit klarem Plastik und ein kleiner Decalbogen.
Die Qualität der Teile ist erstaunlich gut und Zvezda schwingt sich damit eine Etage höher. Sogar Figuren hat man nicht vergessen, welche auch in ansprechender Qualität modelliert sind.

Was meien Aufmerksamkeit erregt sind die Reifen - diese sind von der Machart und Qualität an sich wirklich klasse gemacht, leider fehlen die Aufdrucke an den Seiten und vor allem ist die Optik des Profils leider eher die von Nachkriegsrädern. Aber ich denke hier kommen die Zurüsthersteller sicher schnell mit Ersatz auf den Markt

Der Rest der Teile ist wirklich durch die Bank gut gemacht mit bestechenden Details. Gerade die Ladepritsche mit der Holzstruktur und die Seitenteile.
Das Fahrerhaus ist mehrteilig und macht einen schönen Eindruck. Desweiteren der Kühlergrill mit Mercedesstern und sogar ein kompletter Motor.
Das Chassis mit den Antriebssträngen und den Achsen ist ebenfalls gut gemacht. Das Getriebe ist mit zwei Ansätzen für die Antriebsachsen vorn und hinten versehen. Die Vorderachse ist nur als Antriebsversion enthalten, somit ist dieser Mercedes eben nur die A (Allrad) Version und nicht die S (Standard) Version.
Für die Ladefläche ist ein Set sehr feiner Planenspriegel enthalten - nur keine Plane an sich.




Der Bau

Der Bau beginnt bei mir in diesem Fall von der Bauanleitung abweichend mit der Konstruktion des Fahrwerksrahmens. Diesen setzt man aus den beiden Längsträgern und einigen Verbindungsträgern zusammen, was ein bisschen fummelig ist. Insbesondere sollte man auf die absolut ebene Ausrichtung achten, damit sich das ganze Fahrzeug nachher nicht verzieht.
Dann wird der Motor zusammengebaut der recht angenehm detailliert ist - allerdings muss man beim Zusammenbau genau aufpassen, denn man vertut sich leicht mit der Positionierung der Teile und den Darstellungen in der Bauanleitung. Hier also genau Augen auf.
Beim Einkleben des Motors in den Fahrwerksramen, muss man auch genau aufpassen, das er exakt in den Passungen sitzt, da man sonst nachher Probleme beim Aufsetzen von Fahrerhaus und Motorhaube hat.

Als nächstes kann man sich dann an die Ladefläche machen. Diese wird zunächst an der Unterseite mit den fünf Querträgern versehen. Hier diese genau in die passungen einkleben und achtgeben, dass diese nicht schrägstehen oder verkanten. Den Tank baut man aus Einzelteilen zusammen, was aber kein großes Problem darstellen sollte.
Die Reserveradhalterung habe ich frei gelassen - zum einen, da ich die korrekten Reifen von Schatton benutzt habe, die aber breiter als die aus dem Bausatz sind und so nicht in die Halterung passen, zum anderen weil es dem Fahrzeug eine kleine Variation verleiht.
Die Bordwände erden dann relativ einfach von den Seiten her an das Bodenstück geklebt und dann untereinander verklebt. Es lohnt sich vorher die Teile auch mal eben trocken anzupassen, auch um sich sicherzugehen wie herum die Teile denn eigentlich gehören. Auch hier, wie immer achtgeben, das sich hier zwischen den Wänden keine Spalten bilden, oder irgendwo ein Teil übersteht. Auf die Sitzbänke habe ich verzichtet, da ich die Ladefläche mit Material vollstellen wollte.

Dann kann man die Ladefläche auf den Rahmen kleben ... hier auf jeden Fall vorher einmal trockenpassen und die Ladefläche genau ausrichten und sicherstellen, dass sie auch überall auf dem Rahmen aufliegt - nicht dass diese nachher schräg festklebt. Dazu kann man dann auch gleich die Halteklammern F7, F8 und F9 vorsichtig und gerade aufkleben.
Der Rahmen wird dann mit weiteren Kleinteilen, wie der vorderen Stoßstange und hinten mit der Anhängekupplung versehen.
Was richtig fummelig ist, ist das Einkleben de kompletten Auspuffrohres. Da dieses mit einigen Biegungen versehen ist, ist aus den Zeichnungen der Bauanleitung laum erkennbar wo denn nun der exakte Verlauf des Rohres sein soll. Man sollte sich dabei vom Motoransatzstück vorn nach hinten durcharbeiten. Ich musste die ein oder andere Klebestelle mit etwas gewalt setzen und das Rohr adarn befestigen, obwohl es nicht so ricchtig wollte.
Die Achsen werden aus relativ wenigen Teilen zusammengebaut - manche Kleinteile muss man aber erst direkt am großen Bauteil sehen um zu verstehen, wie der genaue Sitz gemeint ist. An der Vorderachse kann man ohne große Mühe die Lenkung auch eingeschlagen darstellen, was dem Modell später etwas mehr Dynamik verleiht. Am Rahmen werden die Federpakete eingeklebt und die Achsen darauf aufgesetzt. Mit den Achsen zusammen klebt man dann die Kardanwellen zum Getriebe mit ein - das geht besser als später, wenn die Achsen festgeklebt sind, dann müsste man die Wellen biegen, um die in die Bohrungen zu bekommen.
Die hinteren Kotflügel sollte man mit etwas Gewalt in die vorgesehene Stelle drücken, da sie sonst zu weit nach aussen und vor allem nach innen gekippt stehen.
Und dann kann man sich auch schonmal an das Fahrerhaus machen. Dies besteht aus angenehm wenigen Teilen und bietet die Möglichkeit die Tür auch ofen darzustellen - ok, es wird in der Bauanleitung nicht extra erwähnt, aber da die Türen einzeln eingeklebt werden, könnte man es sich zurechtbasteln. Das Bodenblech wird mit Sitzbank und einigen Hebeln versehen, das Heckteil bekommt die Rückenlehne und das Frontteil natürlich das Armaturenbrett und Pedale.
Beim Zusammenbau der vier Seitenteile an das Bodenblech mit Sitzbank hätte man besser 4 Hände, die auch noch klein und filigran sind, damit man die Teile alle gleichzeitig zusammen aneinander ausrichten kann. Das Dachstück sollte man dabei zur Hand haben um eventuelle Verkantungen der Seitenteile aufzudecken, sollte aber noch nicht verklebt werden. Vorher sollte der Innenraum nämlich noch bemalt werden - und die
Fensterteile fehlen ja auch noch. Letztere wollte ich dann aber erst nach der finalen Bemalung des gesamten Modells einkleben, um mir die Abkleberei zu ersparen.
Da Aufsetzen des Fahrerhauses auf den Fahrwerksrahmen war etwas kniffelig bei mir, denn der exakte Sitz wollte sich bei mir nicht erkennbar geben. Wichtig ist, dass das Fahrerhaus gleichmäßig auf beiden Chassisholmen sitzt!
Gleichzeitig kann man die Lenkerstange nach innen durchschieben, verkleben und mit dem Lenkrad ausstatten.
Es folgt der Anbau der Motorabdeckung. Hie rmuss man wieder vorsichtig und sorgfältig arbeiten, damit man später keinen Ärger mit offenen Spalten hat.
Am besten man klebt zunächst die beiden vorderen Kotflügel ein, beeilt sich dann aber, damit man diese notfalls noch etwas nachkorrigieren kann, bevor der Kleber fest ist.
Man kann den Motorraum offen darstellen, das erleichtert einem etwas die Arbeit, da hier evetuelle Ungenauigkeiten nicht so auffallen, da die ganze Motorseite frei liegt.

Ich habe mich zu der geschlossenen Version entschieden. Dazu klebt man schnell beide Seitenteile mit dem Frontkühler zusammen auf und drückt und schiebt so lange bis die seitenteile mit den Kotflügeln in Einklang stehen. Dazu muss dann schnell noch die obere Abdeckung aufgesetzt werden und nochmal alles kontrolliert und etwas korrigiert werden,d amit auf diese Abdeckung ohne Spalten festkleben kann. die Strebe B18 habe ich der Einfachheit halber einfach weggelassen.
Dann werden noch weitere Kleinteile, wie Scheinwerfer, Peilstangen, Verschlüsse, Türgriffe, usw. angeklebt, was alles problemlos geht. Die beiden Trittbleche vorn habe ich mit Archer 3D mark Riffelblechstruktur versehen, da mir hier ein absolut glattes Blech unrealistisch erschien. Die Scheinwerfer werden innen silbern bemalt, bevor man die durchsichtigen Linsen aufklebt.
Die Reifen aus dem Bausatz habe ich nicht genutzt, da sie in falsches, modernes Nachkriegsprofil und Aussehen aufweisen. ich habe mich für die sehr schönen Räder von Schatton Modellbau entschieden - hier muss ich nur an den Felgen die Öffnungen etwas frei schneiden und ansonsten nur auf die Achsenden einfach mit Sekundenkleber aufkleben. Selbstverstädnlich dabei auf einer ebenen Fläche kontrollieren,d ass auch jedes Rad Bodenkontakt hat.
Nach der Bemalung habe ich dann noch die Fahrerfigur ins Fahrerhaus gezwängt und die Fensterteile mit Microscale Kristalklear eingeklebt.
Zum auflockern habe ich im linken Kotflügel ein paar Einschlagslöcher eines MGs mit entsprechnd kleinen Bohrern eingebohrt.
Die Ladefläche wird mit einem Fässer-Set von Real Model und weiterem Kleinkram aus der Grabbelkiste gefüllt.

Damit ist ist der Bau beendet

Bemalung/Alterung

Die Bemalung ist sollte ein Wehrmachtsgraues Fahrzeug ergeben.
Dazu habe ich das ganze Fahrzeug als erstes mit Vallejo Black Primer aus der Sprühdose grundiert
.
Dann habe ich die Ladefläche innen in Holzfarbe bemalt. Dazu habe ich erst Tamiya XF-60 aufgebracht und darüber mit verschiedenen, verdünnten, braunen Ölfarben streifig mit einem Pinsel übergemalt.
Den Boden habe ich dann mit einem Stück Papier und Stücke der seitenflächen mit Salz maskiert um später einige Beschädigungen der Lackierung hier darzustellen.

Darauf folgte die Grundfarbe aus Vallejo Model Air MA052 "German Grey", das einen hervorragenden Ton und Finish hat. leider setzen die Vallejo Air Farben meine Aztek immer wieder schnell zu, sodass es oft zu unangenehmen Aussetzern kommt.
Größere Flächen erhalten dann ein paar Highlights mit aufgehelltem grau, um dem langweiligen Grau etwas vorzubeugen.
Nach der Durchtrocknung wird von der Ladefläche das Papier und das Salz entfernt.
Die Fahrerkabine wird mit dem Pinsel weiter mit den Details bemalt - das Armaturenbrett schwarz, die Rundinstrumente weiss, bzw. mit weißen Ziffern, Hebel schwarz, die Ledersitze in einem Lederbraunton.
Dann erhält das fahrzeug seine Markierungen. Nummernschilder habe ich von einem anderen bausatz genommen, da die von Zvezda proportional etwas falsch wirkten.
Desweiteren habe ich an den drei Heckwänden Warnschilder aus einem LKW Satz von Archer aufgerubbelt - das bringt schöne Abwechslung ans Modell. Vorn links wird dann noch ein taktisches zeichen aufgerubbelt und vorn rechts, sowie hinten rechts ein Einheitenabzeichen als Decal aus der Grabbelkiste.

Und nun beginnt die Feinarbeit - die Detailbemalung und Alterung.
Die Reifen werden mit den Panzer Aces dark rubber bemalt, die Rückleuchten bekommen einen Rot Ton von Vallejo und die Peilstangen einen Kopf in weiß.
Dann wurden blaue, braune, weiße, schwarze und rote Ölfarben mit einem Zahnstocher willkürlich auf dem Modell verteilt und mit einem verdünnergetränkten Flachpinsel in die Grundfarbe vereinigt, und zwar so, dass sie nur subjektiv einen anderen, fleckig, farbigen Eindruck der grauen Grundfarbe geben.
Dann wurden mit weißen und dunkelbraunen Ölfarben nochmal an exponierten Stellen einige Tupfer gesetzt, die dann mit einem Pinsel nach unten zu Streifen weggezogen wurden und so lange mit Verdünner nachgearbeitet, bis diese nicht zu stark auf dem Modell in die Hintegrundfarbe eingearbeitet waren.
Darauf folgte dann ein Washing mit Mig P220, dem ich teilweise noch schwarze Ölfarbe beimenge um es noch dunkler zu machen. Damit wurde das ganze Modell gewaschen, d.h. die Vertiefungen und Rillen, insbesondere der Ladefläche wurden damit mit dunkler Farbe hervorgehoben.
nach ausreichender Trockenzeit wurden dann komplementär alle Ecken, Kanten und Erhebungen mit sehr heller grauer ölfarbe trockengemalt um ebendiese weiter zu betonen.
Nach dieser Prozedur kann man endlich die Fenster einkleben.
Es folgt der letzte Schritt - das Einstauben. Hier habe ich helle Mig Pigmente, wie Europe Dust und Dry Mud gemischt und mit einem weichen Pinsel entsprechend auf das Modell aufgetupft, Im fahrwerksbereich und am Heck mehr, nach vorn ind nach oben hin weniger.
Die Frontscheibe habe ich für den Bereich der Wischerblätter mit Tesafilm abgeklebt, und dann auch einmal kurz mit dem Pigmentpinsel über die Scheiben. Danach den tesa wieder abziehen.
Die Ladung wurde hauptsächlich im fall der Fässer mit grau und im Fall der Kanistr in grau und Feldgrau bemalt, mit P220 gewaschen und mit hellen Ölfarben trockengemalt.


Fazit

Zvezda dreht mächtig auf ... wieder ein Bausatz, der sehr zu gefallen weiss, gut zu bauen ist und vor allem durch den relativ günstigen Preis von unter 25 Euro auffällt. Hier und da sind kleine Details, die man noch verbessern kann, aber das ist nicht zwingend notwändig. Das Einzige, das man wirklich tauschen sollte, sind die Räder - in diesem Fall bietet sich das Set von Schatton Modellbau an!
Also ein durch und durch grundsolider Satz - für Anfänger und Profis geeignet.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****

Empfohlene Literatur:

Combat History of Schwere Panzerjägerabteilung 653 - (Karlheinz Münch - ISBN: 0-921991-37-1

© 05/2010 Thomas Hartwig

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