Neubaufahrzeug Nr.3


 

Das Original

Die Entwicklung der Neubaufahrzeuge oder kurz PzKpfw Nb.Fz begann unter Umgehung der Auflagen des Versailler Vertrages in den Jahren 1934 bis 1935. Es wurden verschiede Versionen von Krupp und Rheinmetall gefertigt. So entstanden insgesamt fünf Panzer mit jeweils drei Türmen, von denen zwei in Weichstahl, Rheinmetall, und drei in Panzerstahl bei Krupp gefertigt wurden.

Die Neubaufahrzeuge dienten hauptsächlich zu Erprobungs- und Trainingsaufgaben, was sich aber im Feldzug gegen Norwegen bei der Operation Weserübung für die drei Kruppfahrzeuge sehr drastisch ändern sollte.  So suggerierten die Neubaufahrzeuge Nummer 3 bis 5 den englischen Truppen das Vorhandensein schwerer deutscher Panzerfahrzeuge, fielen jedoch aus unterschiedlichsten Gründen aus und wurden durch die beiden Weichstahlvarianten ersetzt.



Der Bausatz

Der erste Blick in den Karton von Amusing Hobby lässt Großes erwarten. 20 Spritzlinge in drei verschiedenen Farben, Klarsichteile, Einzelgliederketten, zwei kleine Ätzteilbögen und ein umfangreicher Decalbogen.

Der japanische Hersteller ist sogar soweit gegangen, dass an extra Spritzlingen Muttern, Schraubenköpfe und Flügelmuttern gesondert angegossen wurden, um den hohen Detaillierungsgrad noch weiter zu erhöhen!

Die Spritzlinge wurden in einem relativ weichen Kunststoff gegossen, es muss daher beim Abtrennen vom Gussast darauf geachtet werden, dass man nicht zu nah am Gussbutzen abschneidet, da sonst das Bausatzteil in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.

Der Modellbauer hat bei den einzelnen Baustufen die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Versionen zu wählen. Es ist daher ratsam, sich vorab für eine Version zu entscheiden, um Verwechslungen oder Mißverständnisse beim Bau zu vermeiden.

Zusätzlich verwendete Materialien:

Daco Products Decalsetting Strong Version, MiniNatur 727 -32,33,34, Plastikcard, Holzstäbchen, Tank 35023 + 35021, Hornet HGH 07, Master Box 3588, Bleifolie, Pinselborsten, Birkensamen

Farben: Tamiya: X10 Gun Metal, X22 Clear, XF1 Flat Black, XF2 Flat White, XF63 German Grey, Fine Surface Primer Light Grey,
Vallejo Air: Steel 065,
Vallejo: Light Grey 990, German Camblack Brown 822,
Modelmaster: 4638 Gloss Clear Acryl 
MIG Production:  Acrylic Resin for Pigments, Light Dust 027, Europe Dust 028, Dark Mud 033, Russian Earth 034, Light Rust 024, Standard Rust 025,Vietnam 031, Black Smoke, 023
AK Interactive: AK 016 fresh mud, AK017 earth effects, AK 86 Dark Steel, AK 27 Slimy Grime Light, Slimy Grime Dark 26,
Ölfarben: Schmincke, Elfenbeinschwarz, Titanweiß, Lichter Ocker, gebrannte Sienna und Preussisch Blau.




Der Bau

Der Bau beginnt mit der Wanne und dem Laufwerk. Es werden verschieden große Federn für das Laufwerk mitgeliefert, um beispielsweise in einem Diorama Unebenheiten am Laufwerk darzustellen. Man muss man sich aber schon bereits in diese Baustufe im Klaren sein, ob und wie man den Panzer in ein Diorama einbindet. Die fertigen Rollenwagen bleiben hingegen nach dem Zusammenbau bei sorgsamen Umgang mit  Kleber beweglich. 

In Baustufe 8 ist darauf zu achten kein Loch für den Notekscheinwerfer zu Bohren, denn diese kamen erst beim Russlandfeldzug  zum Einsatz. 

Die Montage der Ketten sah zunächst einfacher aus, als es tatsächlich war. Als erstes mussten die Kettenglieder vom Spritzling getrennt und versäubert werden, um sie anschließend in eine mitgelieferte Montage Hilfe zu legen. Hier sollte nun links und rechts jeweils ein Bolzen eingesteckt werden, um die Kettenglieder miteinander zu verbinden. Der Vorteil ist, dass die Kettenglieder  beweglich bleiben da ohne Kleber montiert wird. Es gilt zu beachten, dass es zwei verschiedene Bolzen gibt, eine Sorte mit Splinten an den Endverbindern und eine Sorte ohne Splinte – genau so wie beim Original Fahrzeug.

Wie eingangs erwähnt, ist der Kunststoff ziemlich weich, was sich bei der Montage der Kettenglieder rächt, die Bolzen knicken ab bevor sie ganz reingeschoben werden können. Abhilfe schafft hier vorbohren mit einem 0,4 mm Bohrer und das zweimal bei jedem Kettenglied. So sind insgesamt 117 Kettenglieder pro Seite zusammenzusetzen.

Die Kette wird probehalber aufgezogen, Sollen Ersatzkettenglieder auf den Panzer, müssen 1x 5 Kettenglieder und 1x 9 Kettenglieder zusätzlich montiert werden.

Bevor man die Kettenbleche an der Wanne festklebt, müssen die Löcher für die Werkzeughalterungen gebohrt werden. Die Bauanleitung stellt dies deutlich heraus. 

Beim Bordwerkzeug kann man zwischen angegossenen Halterungen oder solchen aus Ätzteilen wählen. Ich entschied mich für die Version mit den Ätzteilen da diese dem Original noch immer am Nächsten kommen. Ein nettes Schmankerl betrifft die Schaufeln, so sind doch tatsächlich drei unterschiedliche Versionen enthalten ! 

Ein kleiner Fehlerteufel hat sich dann leider doch in die Anleitung geschlichen, bei der Montage der vorderen Kettenbleche (Baustufe 16) mit der Spannfeder ist statt A22 das Bauteil C22 zu verwenden. Im übrigen ist beim Bau des NbFz mit der Turmnummer 8 zu beachten dass die beiden angegossen Scharniere links und rechts entfernt und gegen das Bausatzteil Z2 ausgetauscht werden müssen..



Bemalung/Alterung

Ich begann zunächst die Ketten mit der Airbrush Vallejo Air Steel 065 zu grundieren. Das Fahrzeug selbst erhielt eine Grundierung mit  Tamiyas Fine Surfacer Primer Light Gray. Um den Kettenabrieb bzw. das blanke Metall darzustellen, klebte ich mit Tamiya Tape die Ketten ab um anschließend mit Tamiya X10 Gun Metal und XF64 Red Brown im Verhältnis 90/10 zu lackieren. Die Alterung kann erst im Zusammenhang mit der Festlegung des Dioramenuntergrundes erfolgen.

Es folgte zwecks Tiefenwirkung ein Preshading mit Tamiya XF 1 Schwarz. Danach wurde mit Tamiya German Grey XF 63 das Modell bemalt. Hiernach gilt es, das monotone Einheitsgrau aufzulockern, wozu ich der Grundfarbe XF 63 so viel Weiß Tamiya XF 2 beimischte, bis ein deutlich helleren Grauton erzielt wurde. Dieser wird nicht deckend auf jene Flächen aufgetragen, die der Sonneneinstrahlung und der Witterung am meisten ausgesetzt sind. Der Vorgang kann nach Belieben mit einem noch heller angemischten Grauton wiederholt werden.

Nach einer Trockungsphase von 1 Tag habe ich die Decals aufgebracht.  Da Tamiya-Lack trotz Verdünnung X 20 A recht grobkörnig daherkommt, ist es unbedingt erforderlich, die Stellen der Decals mit einem Klarlack zu glätten, wozu ich Tamiya X22 Clear nutze.

Es empfiehlt sich die Decals mit einem Wattestäbchen fest zu drücken. Bei der Benutzung von Decal-Softener, wie Daco Strong (rotes Etikett), nicht wundern wenn das Decal sich wölbt oder sich Bläschen bilden, sie sind nach dem Trocken verschwunden und alles hat sich wieder geglättet. Nun folgte die Versiegelung des gesamten Modelles mit Seidenmatten Klarlack von Modelmaster „Gloss Clear Acryl“.

Bei der Alterung, sogenanntes Fading, werden kleinste Mengen Ölfarbe mit einem feinen Pinsel auf das Modell getupft, anschließend mit einem breiteren flachen Pinsel in kreisförmigen Bewegungen auf dem Model verteilt und überflüssige Farbe entfernt. Der Effekt ist eine ausgeblichene, unregelmäßige Farboberfläche.  Um den Verschleiß am Lack noch weiter zu erhöhen, kamen Lackabplatzer ins Spiel. Diese wurden mit einem feinen 5/0 und einem sehr feinem 10/0 Pinsel aufgebracht. Ein größeren Effekt erzielt man, wenn zuerst ein heller Ton als der Grundton als Lackabplatzer gewählt wird. Auf diesen wird mit dem sehr feinen Pinsel ein Schwarzton aufgebracht, so daß  der Kratzer eine Tiefenwirkung erhält. 

Das Detailwashing ist der nächste Schritt bei meinem Modell. Dazu werden die Ölfarben Schwarz, gebrannte Sienna und Künstlerterpentin gebraucht. Auf einen feinen Pinsel wird Schwarz pur oder auch mit etwas gebr. Sienna in die Rillen, um Erhebungen oder Schrauben und Bolzenköpfe herum getupft. Einen besseren Effekt lässt sich durch Kapillarwirkung eines in Verdünnung getauchten Pinsels erzielen. Überflüssige Farbe wird wieder mit einen breiteren Flachpinsel und purer Verdünnung aufgenommen. 

Nun nahm ich für die weitere Alterung Pigmente von MIG. Angefangen wird immer vom Fahrwerk aus, da dort die umfänglichste Verschmutzung an einem Panzerfahrzeug zu finden ist.  Dabei mit den dunkelen Erdtönen anfangen und heller werden.

Um etwas mehr Pep ins Finish zu bekommen nahm ich von AK Dark Steel, dabei handelt es sich um ein hochkonzentriertes Pigment zur Darstellung von blanken Stahl/Metall. Das Pigment lässt sich sogar Polieren, angebracht habe ich es dort wo Naturgemäß mit Abrieb zu rechnen ist. 

Das Zubehör wie Werkzeuge usw, wurde mit Tamiya XF 60 grundiert und mit Ölfarbe bemalt, die Metallteile mit Schwarz grundiert und mit AK 086 Dark Steel metallisiert. 

Die beiden Auspuffanlagen erhielten ein Weathering „Rust and Smoke“ von MIG, da die Auspuffanlage im Einsatz allzu oft glühend heiß wurden und sie deshalb auch mehr rosten. 

Die Operation Weserübung fand Anfang April 1940 statt, d.h. also Tau - und Schmuddelwetter für Norwegen was liegt also näher als unser Neubaufahrzeug eine ordentliche Schlammpackung zu verpassen. Benötigt wird ein geeignetes Einmal-Gefäß, Gips, flüssiges Resin von MIG, einen breiten Malerpinsel und AK 16 Fresh Mud sowie AK 17 Earth Effects. 

Mit den Earth Effects AK 17 wird begonnen, weil es sich hervorragend eignet, um angetrockneten Matsch darzustellen. Auftragen mit  Pinsel und Airbrush. Hiernach Gips, das flüssige Resin, und AK 17 vermischen. Wichtig ist keinen einheitlichen Brei zu schaffen, sondern in sowohl fester als auch flüssiger Konsistenz. Auch hier aufgetragen mit Pinsel oder mit der Airbrush. Jetzt wird mit Vallejo Air Steel 065 die Lauffläche der Ketten bearbeitet und der Panzer ist fertig.

So gealtert, gehört der Panzer in ein Diorama. 

Als Dioramenunterbau schnitt ich Stryrodur passend zu und strich Moltofil Holzreparaturspachtel darauf. Das Häuschen wurde aus Plastikkarte und Holzstäbchen einer großen Fastfood Kette scratch gebaut Die Vegetation stammt von Mini Natur oder wurde aus Pinselborsten selbst gestaltet. Die Figuren sind von Tank (Infanterist und Offizier), Tristar (Panzerkommandant) mit Hornet Kopf und die beiden Zivilisten stammen von MB Models.



Fazit

Abschließend bleibt zu sagen, das Amusing Hobby mit dem Neubaufahrzeug hinsichtlich der Detaillierung, Passgenauigkeit ein ganz großer Wurf gelungen ist.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 12/2012

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