Panzer IV Ausf.H


 

Das Original

Der Pz.Kpfw. IV Ausf. H war mit, zwischen Mai 1943 und Februar1944 ca. 2300 gefertigten Exemplaren, der meistgefertigte deutsche Panzer des 2.Weltkrieges.
Er unterschied sich von der Vorgängerversion Ausf.G vor allem durch eine erhöhte Front und Turmdachpanzerung sowie verstärkte Seitenvorgelege und neue Treibräder.
Während des langen Produktionszeitraumes gab es weitere Veränderungen, welche in der hier als Bausatz späten Version mündeten. Sie zeichnet sich vor allem durch Zimmeritbeschichtung, Stahlstützrollen, späte Schürzenhalterungen, vorbereitete Öffnung für die Nahverteidigungswaffe im Turmdach sowie Wegfall des Filzbalgfilters aus.


Der Bausatz

Der Bausatz beinhaltet über 700 Teile auf ca. 20 Spritzlingen, zudem eine kleine PE-Platine, Seitenschürzen aus dünnem Metall, Draht für das Abschleppseil und 3 Beutel Magic Tracks., wobei der kleinere T34 Kettenglieder beinhaltet die als Zusatzpanzerung, wie auf dem Deckelbild gezeigt , verwendet werden können. Markierungen für 5 unterschiedliche Versionen liegen bei.
Die Bauanleitung führt auf 19 Schritten zum Ziel und bietet auch zahlreiche Optionen wie z.B unterschiedliche Leiträder und Stützrollen oder verschiedene Mündungsbremsen. Leider wird nicht angegeben für welche Version oder Zeitraum diese Optionen sind.
Die Detaillierung ist Ausgezeichnet wie bei neueren Dragon Bausätzen üblich, als SmartKit wird hier auch auf eine übertriebene Zerlegung der Baugruppen verzichtet.
Zimmerit ist für diese Version Pflicht und wird hier durch ATAK Resin Zimmerit dargestellt. Zusätzlich wurden noch Ätzteile von Voyager verbaut. Das Jumbo-Set für den Pz.IV H ist eine Zusammenstellung verschiedener PE-Sätze wie BasisSatz, Turm- und Seiten-Schürzen, Kettenabdeckungen, Turmstaukiste und Alurohr.

Der Bau

Der Bau beginnt mit dem Laufwerk ,wo die Entfernung der Naht auf den Laufrädern recht mühselig ist. Um die Gummierung der Innenseiten besser lackieren zu können werden die beiden Hälften der Laufrollen erst mal nicht zusammengeklebt.

Die nächsten Schritte befassen sich mit der Unterwanne und den Laufrollenwagen. Hier ist eigentlich nur darauf zu achten, dass man das Zimmerit zum rechten Zeitpunkt anbringt und sich nicht vorher einiges „verbaut“. Der Auspufftopf wurde zur besseren Lackierung nicht fest montiert.

Da jetzt das Laufwerk noch frei zugänglich ist , macht es Sinn die Ketten jetzt vorzumontieren um einen guten Sitz zu garantieren.

Dazu wird das Laufwerk mit allen Rädern und Rollen provisorisch montiert und ggf. mit WENIG Sekundenkleber fixiert.

Dann kann die Kette montiert werden, wobei ich eine Montagehilfe aus dem Dragon Pz.IV E Bausatz benutzt habe, mit der sich der Kettendurchhang gut formen lässt.

Als nächstes sind die Kettenabdeckungen an der Reihe. Diese werden durch PE Teile ersetzt. Um eine größere Stabilität zu erzeugen bietet es sich zu löten, anstatt die einzelnen Teile zu verkleben.

Zuerst wird der Rahmen in Form gebogen, ein Biegewerkzeug ist bei so langen schmalen Kanten eigentlich unverzichtbar.

Nun geht’s ans löten.

Die Verbindungsstelle wird jetzt mit Lötpaste ( ein Gemisch aus Zinn und Flussmittel) eingeschmiert. Nun das ganze mit dem Feuerzeug  erhitzen bis das Zinn geschmolzen ist, fertig. Geht natürlich auch mit dem Lötkolben.
Die Riffelbleche werden jetzt nacheinander mit der gleichen Methode angebracht.

Um die Bleche vernünftig anbringen zu können wurden die Plastikteile aus dem Bausatz so gekürzt und ausgedünnt , so dass sie eine gute Auflage für die PE Teile bieten.
Der Zusammenbau des Wannenaufbaus und Anbringung der Kleinteile wie Werkzeuge usw. komplettieren den Bau der Wanne.

Dann ist der Turm an der Reihe. Die Öffnungen für die Schürzenhalterungen wurden verschlossen da diese durch PE-Teile ersetzt werden.

Die Turmschürzen werden dann wieder nach obiger Methode gelötet.

Die Anbringung selbiger ist dann etwas Fummelei, da man bei den einzelnen Teilen auf eine genaue Ausrichtung achten muss , so dass alles in einer Linie sitzt.

Die Halterungen für die Seitenschürzen sind dann wieder einfacher zu montieren und beenden den Zusammenbau.

Bemalung/Alterung

Um eine einheitliche Oberfläche für die weitergehende Lackierung zu haben erfolgt zuerst eine Grundierung mit Vallejo Grey Primer.
Dann wird alles mit Lifecolor Sandgrau UA202 lackiert und Schattierungen mit aufgehellter bzw. abgedunkelter Grundfarbe erzeugt. Kleinere erhobene Details werden dann noch mit dem Pinsel in aufgehellter Grundfarbe gestrichen.

Nach der Anbringung der Tarnstreifen aus Lifecolor UA223 FadedOliveDrab1 werden die Kleinteile wie Werkzeuge, Beleuchtung u.ä. bemalt.

Die Markierungen bestehen aus einer Mischung von Bison Abziehbildern und Archer Trockenreibebildern. Als Schutz vor den weiteren Bearbeitungsschritten  wird das Modell mit Vallejo Matt Varnish lackiert.

Da der Turm mir in seine jetzigen Form nicht wirklich gefällt und ich diesen noch mal überarbeiten werde geht es erst mal nur mit der Wanne weiter.

MIG Filter P400 Grey und P241 Brown werden nun unregelmäßig aufgetragen um weitere Farbvariationen zu erzielen.

Um die Struktur des Zimmerits hervorzuheben wird dies mit stark verdünntem MIG Wash P222 bearbeitet. Hier ist weniger mehr da sonst das ganze zu dunkel wird.

Jetzt erfolgt das eigentliche Washing . Zuerst mit P222 dann mit stark verdünntem P221 und zuletzt an ausgewählten Stellen wie Fugen zwischen Klappen o.ä. mit P220.
Kratzer und ähnliche Beschädigungen des Lackes werden in zwei Schritten erzeugt. Zuerst wird aufgehellte Grundfarbe mit dem Pinsel oder mittels Schwamm-Technik aufgetragen um leichte Kratzer darzustellen. Dann wird für tiefere Schrammen ,mit der gleichen Methode, rotbraune Farbe (hier der Bodensatz vom MIG Wash221) aufgetragen.

Mit Pigmenten von MIG P232 und P234 werden jetzt Verschmutzungen angebracht.

Zuerst erfolgt ein Washing aus Pigmenten und Verdünnung (Revell) an den gewünschten stellen. Ist dies gut durchgetrocknet wird mit einem trockenen Flachpinsel bzw. mit dem Finger ver/abgerieben bis der gewünschte Effekt erreicht ist.

Groberer Dreck/Matsch wurde erzeugt indem man zuerst Mattlack (Lifecolor) aufträgt und diese Stellen dann mit Pigmenten bestreut und leicht mit einem Pinsel andrückt ( Sauerei!).

Zur Versiegelung wird das ganze ,wenn es getrocknet, ist mit MIG PigmentFixer bestrichen.

Nun ist die Wanne soweit komplett und die Kleinteile können montiert werden. Diese wurden analog zu der Wanne lackiert und gealtert.

Die Ketten wurden aus einer Mischung von Lifecolor UA407 und UA211 lackiert. Die Ersatzketten wurden zusätzlich noch mit Humbrol 160 und 62 trockengemalt und mit P033 Pigmenten gewashen.

Der Auspuff wurde nach der Lackierung mit Grundfarbe mit Schwammtechnik gealtert ( Humbrol 160/62 Lifecolor UA401) und danach mit einem starken dunklem Washing versehen.


Fazit

Hier gibt’s nichts zu meckern. Detaillierung ist ausgezeichnet und PE Teile sind auch eher Luxus als notwendig. Zimmerit muss man zwar zusätzlich anbringen,  aber beim  Bausatz 6560 mit integriertem Zimmerit bekommt man Gummiketten als Strafe anstatt der MagicTracks was ich persönlich als größeres Manko ansehe.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****


Empfohlene Literatur:

                               

© 12/2010 Mike Larsonneur

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