Panzer IV Ausf.E - Sd.Kfz.161


 

Das Original

Das erste Modell des Panzerkampfwagens IV wurde 1937 von der Firma Krupp produziert und entwickelte sich im Laufe des Krieges zum Rückgrat der deutschen Panzerdivisionen. Die durchdachte Konstruktion, seine Zuverlässigkeit und Kampftauglichkeit zeugten vom Können seiner Entwickler. Die Ausf. E hatte ein Gewicht von 21 Tonnen, besaß eine neue Turmkuppel und ein vereinfachtes Antriebsrad, das breitere Ketten erlaubte. Ein Maybach-Motor mit 320 PS trieb den Panzer vorwärts. Für die 7,5 cm KwK 37 L/24 wurden 122 Schuss Munition mitgeführt.

Quelle: George Forty: Die deutsche Panzerwaffe im zweiten Weltkrieg



Der Bausatz

Ein erster Blick in den Karton lässt erahnen, wie umfangreich dieser Bausatz ist. Es sind 18 Spritzlinge aus Kunststoff, 3 Metallplatinen, 11 fertig gebogene Metallteile, 1 Alurohr, 2 gedrehte Geschosse, ein Metallkabel und Dragons berühmte Magic Track. Insgesamt über 1000 Teile, die alle in hervorragender Qualität gespritzt und mit Details übersät sind. Das ist für diesen Preis überwältigend! Außerdem wurden in dem Bausatz noch über 40 Fehler behoben, die Dragon bei dem Bausatz des Panzers IV Ausf. E (Kit Nr. 6264) gemacht hat. Aber der Clou an diesem Kit ist, dass man auch den normalen Panzer IV der Ausführung E bauen kann. Dies ist zwar in der Anleitung nicht ausgewiesen, aber mit etwas Recherche durchaus machbar.


Der Bau

Ich habe den Bau dieses Fahrzeugs mit den Aufhängungen für die Laufrollen begonnen. Da ich den Panzer später auf ein Diorama platzieren möchte, wollte ich sehen ob es beweglich zu bauen ist.
Wie sich herausstellte, war das bei sparsamen Umgang mit dem Kleber kein Problem. Allein eine Aufhängung besteht aus 8 Teilen, das macht bei 8 Aufhängungen schon mal 64 Teile. Auch jedes der 16 Laufräder besteht aus 5 Teilen, wobei die Gummibandagen und Räder einzeln sind.


Am Heck habe ich die Aufhängungen für die Spannräder angeklebt, auch diese sind wahnsinnig detailliert.  Allerdings habe ich die Achsen nicht festgeklebt, somit kann ich die Länge der Kette variieren und damit den richtigen Kettendurchhang erzeugen. Auf die Sicherungskettchen aus der PE Platine habe ich erstmal verzichtet, da ich diese nach der Lackierung durch Trumpeter Ketten ersetzen werde.
Im nächsten Bauabschnitt habe ich die Aufnahmen der Triebräder zusammengebaut. Diese sind so detailliert, dass sogar das Zahnrad im Inneren dargestellt ist. Dies bringt aber wenig Sinn, weil man das Zahnrad nach dem Zusammenbau nicht mehr sieht.


Beim Panzerschutz für die Radstationen habe ich die Teile B13-B16 verwendet, diese sind die für die Serienversion des Panzer IV. Außerdem habe ich hier 40 cm Ketten und Triebräder von Friul für die Ausf. E verwendet und nicht, wie im Bausatz beabsichtigt, die 38 cm Kette. Danach habe ich die Turmlagerung und die Tankdeckel eingebaut. Nachdem die Heckplatte zusammengebaut und eingeklebt war, habe ich mich mit der Oberwanne beschäftigt. Hier habe ich die Lufteinlässe zuerst angebracht, danach die Front- und Seitenpanzerung sowie die Motorabdeckungen.
Für die späte Version sind hier die geschlossenen zu verwenden. Nach der Einpassung der Glacisplatte wollte ich die Kettenbleche anpassen. Nach viel hin und her habe ich festgestellt, dass Dragon hier einige Passprobleme verursacht hat. Durch das Hochsetzen des Triebrades an der Wanne passen die Teile D 11 und D12 (die aus dem Bausatz 6264 übernommen wurden) nicht mehr. Bei diesen Teilen muss die Unterkante abgeschliffen werden, sonst stoßen sie auf die Panzerung für die Triebräder.

Auch am Heck scheint mit den Blechen irgendwas nicht zu stimmen. Diese liegen zwar an der Wanne an, aber trotzdem hat man einen halben Millimeter Versatz zwischen den Nieten und den Lüftungsschlitzen. Auch an der Zusatzpanzerung für die Front gibt es Probleme. Dragon hat zwar eine neue Glacisplatte beigelegt, aber die Teile B 23 und B 24 sind immer noch die alten. Weil die Platte vorher 2 mm länger war, musste ich die Teile B 23 und B 24 um 2 mm kürzen, um sie korrekt einzupassen. Das Teil T 1 wurde bei der Serienversion des Panzers IV Ausf. E nicht verwendet.

Weiter geht’s mit den Werkzeugen und den Lüftungsschachtabdeckungen. Bei den Werkzeugen habe ich die super detaillierten PE Halterungen verwendet. Diese sind zwar schwer zu verarbeiten, aber dafür sind sie ein echter Blickfang. Auch die Einstiegshilfe dürfte Anfängern große Probleme bereiten. Diese setzt sich aus 11 Einzelteilen zusammen und ist, im Gegensatz zu den Werkzeughalterungen, nur als PE Variante im Bausatz enthalten. Bei der Schaufel hatte ich Probleme, sie passt nicht ganz unter den Antennenkasten.
Nach dem Durchsuchen von Referenzen habe ich festgestellt, dass sie gar nicht dahin gehört, sondern an die Freifläche an den linken Lüftungsschlitzen. Zu spät, ich hatte sie leider schon angebracht.

Als letzten Bauabschnitt der Wanne habe ich die Kettenbleche vorne und hinten angebracht, wobei ich selbst gedrehte Federn aus Draht sowie ein übrig gebliebenes Schutzblech von Trumpeters Brückenleger verwendet habe. Im nächsten Bauabschnitt habe ich mich um den Turm gekümmert.

Hier habe ich erstmal einzelne Baugruppen wie den Turmkranz, die Kommandokanzel sowie die Rommelkiste zusammengebaut. Für die Serienausf. E müssen hier die Teile G5, G6, G8, und G9 verwendet werden. An der Staukiste habe ich die Schlösser durch die PE Teile ersetzt, das ist nichts für schwache Nerven.
Jedes Schloss besteht aus 6 winzigen Teilen. Auch hier ist die Detaillierung genial. Für die Kanone habe ich, trotz fehlender Felder und Züge, das gedrehte Aluminiumrohr verwendet. Es sieht einfach runder aus als das Plastikrohr. Die Inneneinrichtung ist eher sporadisch und besteht aus einem Fangkorb und dem MG 34. Danach habe ich alle Baugruppen auf den Turm montiert. Sehr schön ist hier, dass die Haltegriffe des Turmes als fertig gebogene Metallteile beiliegen.
Den Auspuff habe ich zusammengebaut und die Oberfläche mit Putty strukturiert. Er wird erst nach der Bemalung montiert sowie auch die Ketten und das Zubehör. Die Frontpanzerung des Vorpanzers fällt bei der Serienausführung weg und ist somit für die Grabbelkiste.

Diorama:

Die Basis für das Diorama bildet eine Styrodurkonstruktion. Diese habe ich mir, nach meiner Idee, von Herrn Gerth aus Coburg anfertigen lassen. Mit einiger Arbeit (Bemalung und Alterung) und Zubehör aus dem Modellbauhandel versehen, habe ich sie zu einer ansehnlichen Ruine verwandelt. Die Figuren stammen aus dem Dragon Infanterie Barbarossa Satz und hauchen dem Diorama erst richtig Leben ein.

Bemalung/Alterung

Zuerst habe ich alle Baugruppen mit hellgrauen Primer von Vallejo grundiert. Da mein Konzept mit der panzergrauen Farbe vom Panzer I prima funktioniert hat, habe ich hier die gleiche Mischung aus Vallejo´s panzergrau, azurblau und weiß verwendet. Diese habe ich mit der Airbrush aufgetragen und an einigen Stellen aufgehellt bzw. abgedunkelt. So entstehen viele verschiedene Farbvariationen, die das grau nicht langweilig werden lassen.
Da mir die beiliegenden Decals überhaupt nicht zusagten, habe ich welche aus einem Panzer III Bausatz entwendet. Nachdem diese aufgebracht waren, sind sie mit Klarlack versiegelt worden. Zur ersten Alterungsstufe habe ich einen blauen und einen graue Filter aufgebracht. Danach folgte ein Pinwash mit Dark Wash von Mig Productions. Nachdem ich die Details und Werkzeuge bemalt habe, habe ich kleine Kratzer und Farbabplatzer mit dem Pinsel und hellgrauer Farbe aufgebracht. Mit Ölfarbe habe ich verschiedene Stellen am
Panzer gezielt behandelt, um Abnutzung und Rost darzustellen. Als nächstes habe ich die Ablaufspuren von Schmutz und Staub dargestellt. Dieses geschah mit Streaking Produkten von AK.

Den Auspuff habe ich in Rosttönen mit Emailfarbe von Humbrol und Revell bemalt. Ein Washing mit Rost Effects von MIG brachte noch mehr Nuancen. Als letzten Alterungsschritt habe ich eine Pigmentmischung mit Verdünnung an den Ecken und am Laufwerk fixiert. Diese sollen den abgelagerten Staub darstellen. Die Friulketten habe ich zusammengebaut und brüniert. Dazu habe ich sie vorher in Soda gereinigt und erst nach dem brünieren mit Sekundenkleber fixiert. Um den Panzer eine persönliche Note zu geben, habe ich noch ein bisschen Zubehör aus der Grabbelkiste angebracht und zum Schluss die Scheinwerfergläser eingeklebt.



Fazit

Ein Bausatz, der zu gefallen weiß. Hier hat Dragon alle Register der Kunst gezogen. Mehr Bausatz bekommt man wahrscheinlich nirgendwo für sein Geld. Allerdings ist dieser Bausatz wegen den Unmengen an Teilen nicht für Anfänger zu empfehlen. Für alle anderen ist Bastelspaß für Wochen garantiert.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 11/2013

5280 Leser dieses Bauberichts seit dem 27.11.2013

zurück zur Übersicht