RSO/01 Typ 470 mit Küchenaufbau und Feldküche


 

Das Original

Anfang Januar 1942 erhielt die Firma Steyr den Auftrag ein einfaches, leistungsfähiges Fahrzeug zu konzipieren welches den Geländeschwierigkeiten der Schlamm- und Schneezeit im Osten gewachsen sein sollte. Im November 1942 konnten die ersten Raupenschlepper Ost zur Abnahme bereitgestellt werden und bis 1945 wurden bis zu ca. 27.000 Fahrzeuge gefertigt. Grundsätzlich war die Verwendung als Zugmittel für schwere Infanteriewaffen, Pak und leichte Artillerie vorgesehen, wurde aber auch als Nachschubfahrzeug eingesetzt.


Der Bausatz

Hierbei handelt es sich um den Smart Kit 6691 von Dragon. Dieser besteht aus 326 Teilen von denen 97 nicht zur Verwendung vorgesehen sind, 61 PE-Teilen, 7 Klarteile und 144 Kettenglieder. Der Bauplan gliedert sich in 13 Abschnitte und wird durch Bemalungs-/Markierungshinweise für 7 Varianten abgerundet.
Bei der kleinen Feldküche 14 handelt es sich um den Bausatz 35008 von IBG Models. Ergänzt wurde der Bausatz durch die Metallketten ATL-29 von Friul.

Der Bau

Bei der Durchsicht der Fachliteratur (insbesondere Nuts & Bolts Nr. 29) bin ich immer wieder auf die Bilder von RSO's mit Küchenaufbauten zurückgekommen so dass ich mich entschloss meinen RSO mit einer verlasteten Feldküche und einem entsprechenden Aufbau zu versehen.
In Bauabschnitt 1 und 2 wird zunächst der Bau des detaillierten Motors dargestellt. Dies stellt sich als unproblematisch dar, allerdings unterschlägt die Bauanleitung die Anbringung der Lichtmaschine (E16). Diese sollte mit der Halterung (E5) und der entsprechenden Zahnriemenrolle (E36) verbunden werden. Die Motorhalterung (A14) habe ich hier nicht angebracht sondern direkt im Rahmen verbaut, so kann der Motor nach Bemalung des Rahmens noch eingefügt werden.
Für den Motor liegen keinerlei Bemalungshinweise vor, aber nachdem die Fahrerkabine aufgebaut ist sieht man von dem Motor eh nichts mehr, außer man möchte die Motorhaube geöffnet darstellen.

Bauabschnitt 3 beschäftigt sich mit dem Bau des Laufwerks. An den Rädern wird das Anbringen von Schutzbügeln (MA3) an den Radnaben dargestellt. Diese sind, wenn man sich Referenzmaterial anschaut, nicht immer verbaut und können daher optional angebracht werden. Da ich Ketten von Friul verwende, habe ich die beiliegenden Antriebsräder verbaut, diese passen auch vom Durchmesser maßstäblich besser als die aus dem Bausatz. Beim Bau der Vorderachse sollte die Teile (A20) durch (E16) und (A10/A9) durch (E20/E21) entgegen der Bauanleitung ersetzt werden. Geschieht dies nicht gibt es später Passprobleme mit der Abdeckplatte für den Motorraum (MB5).

In Bauabschnitt 4 wird der Rahmen des RSO zusammengefügt. Hier sollte beachtet werden dass bereits hier die Vorderachse einschließlich der Abdeckplatte für den Motorraum (eigentlich vorgesehen für Abschnitt 7) verbaut wird. Und dies wiederum vor Anbringen der Rahmenfront (A1). Folgt man hier der Bauanleitung bekommt man die Abdeckplatte nicht mehr in den Rahmen eingepasst. Die Zughaken (A12/A11) erscheinen etwas lang und sollten um ca. 1,5 mm gekürzt werden. Auch sollte die Komplettierung des Auspufftops mit den Ätzteilen bereits hier erfolgen und nicht wie vorgesehen im Bauabschnitt 13.

Bauabschnitt 5 stellt den Bau der Antriebsachse dar. Dies ist ziemlich fummelig und die Passgenauigkeit lässt hier eindeutig zu wünschen übrig. Dies zeigt sich auch im 6. Bauabschnitt, denn dort ist die Antriebsachse am Rahmen zu verbauen und kann nur durch Materialabtrag am Rahmen angebracht werden.

In den Bauabschnitten 7 und 8 wird das Fahrgestell komplettiert. Die Ketten habe ich erst nach der Bemalung angebracht und bei diesen sollte man auf die Laufrichtung achten, da der RSO seine Antriebsachse hinten hatte. Die Bodenplatt (H15) habe ich zuerst mit dem Unterteil (H14) der Fahrerkabine verklebt und erst dann am Rahmen angebracht, die Querträger des Pritschenbodens wurde ebenfalls hier schon verbaut. Dies erleichtert die genaue Positionierung da die entsprechenden Führungsstifte ziemlich klein ausfallen.
Bauabschnitt 9 befasst sich mit der Inneneinrichtung die sich übersichtlich gestaltet. Die Lenkhebel (H20) sollten nicht zu weit nach vorne gestellt werden da sie ansonsten mit der Windschutzscheibe ins Gehege kommen. Für die Inneneinrichtung gibt es erneut keine Hinweise auf die Detailbemalung.

Im 10. Bauabschnitt wird die Fahrerkabine zusammengesetzt. Das Gehäuse (H3) für das Tarnlicht ist von innen einzukleben und nicht wie in der Anleitung dargestellt von außen. Für die Klarsichtteile liegen Maskierschablonen bei die einwandfrei passen. Die Rückseite der Fahrerkabine habe ich zusätzlich mit Werkzeug aus der Restekiste ergänzt.

In Bauabschnitt 11 und 12 wird schließlich die Fahrzeugpritsche fertiggestellt. Dies geht unproblematisch von der Hand. Lediglich das Einpassen der Verschlüsse (MA8/MA9) in die Bordwände erfordert etwas Materialabtrag, da die Teile sonst nicht in die Aussparungen passen. Beim Zusammenbau der Schneekettenglieder (M2/M3/M4/M5) unterschlägt die Bauanleitung das Anbringen der Stege (M1). Diese konnten mit den Kettenbolzen an der Gleiskette befestigt werden.

Der Bau der kleinen Feldküche erforderte ein wenig Spachtelarbeit und die Stärke der Speichenräder musste etwas reduziert werden, da diese aufgrund der Wandstärke der Fahrzeugpritsche nicht hinein passte.
Der Küchenaufbau wurde aus Polystyrolplatten gefertigt wobei die Konturen für Bretter und die Tür mit einem kleinen Schraubenzieher eingraviert wurden. Die Detaillierung erfolgte mit Ätzteilen aus der Restekiste.

Bemalung/Alterung

Aufgrund der Referenzbilder entschied ich mich für eine Bemalung im einfachen Dunkelgelb.
Zunächst wurde das gesamte Modell mit Vallejo-Primer in rot-braun mittels Airbrush grundiert. Die Metallanteile (Rahmen/ Kabine) wurden dann mit Vallejo- (71.025) und die Holzanteile (Pritsche/Aufbau) mit Tamiyafarbe (XF-60) lackiert.
Nach dem Aufbringen einiger Farbfilter mit verschiedenen, stark verdünnten Ölfarben wurden noch ein paar dezente Kratzer angebracht. Hierzu habe ich etwas aufgehellte Grundfarbe mit einer Borste eines Besens aufgetragen und zur Darstellung tieferer Kratzer diese dann noch mit der Grundierfarbe aufgefüllt.
Ein Pinwash wurde mit dem Dark Yellow Wash von AK durchgeführt. Die größte Abnutzung wollte ich an den Schneekettengliedern darstellen da diese im Bedarfsfall die größte Belastung abbekommen haben. Diese wurden zuerst mit verschiedenen Rosttönen aus AK's Rust Effect Colors Set lackiert, danach wurde Worn Effects aufgetragen und alles mit Dunkelgelb überzogen.
Die Behandlung mit einem etwas härteren Pinsel und Wasser brachte die Rosttöne dann wieder zum Vorschein. Die Ketten wurden mit dem Kettenfärbemittel von Uschi van der Rosten brüniert, anschließend noch mit dem Track Wash von AK behandelt und die Auflageflächen noch leicht mit Schleifpapier nachbehandelt.
Da sich auf den Referenzbildern die Küchen-RSO in einem durchweg sehr sauberen Zustand befinden habe ich lediglich eine leichte Verstaubung mittels eines leichten Oversprays mit Tamiyas Flat Earth (XF52) und Buff (XF57) sowie verschiedenen Farbpigmenten von MIG aufgebracht. Die kleine Feldküche wurde nach der Grundierung mit Vallejo Dunkelgrau (71.056) gebrusht, ebenfalls mit stark verdünnten Ölfarben gefiltert und mit dem Dark Wash von Mig versehen. Für Kratzer und Abplatzer kam wieder die Besenborste mit aufgehellter Grundfarbe zum Einsatz.



Fazit

Ein schöner Bausatz der durchweg Spaß macht auch wenn die Bauanleitung mit ihren Fehlern dann doch etwas Unmut aufkommen lässt. Auf jeden Fall kann man hier ein schönes Modell bauen, das keine großartige Nachdetaillierung benötigt. Schön wäre wenn man eine Fahrzeugplane mit dem Bausatz erhalten würde anstatt der vielen nicht benötigten Teilen die dem Bausatz beigelegt sind.

Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 01/2014

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