Baubericht: StuG IV late production


 

Das Original

Als die Serienproduktion des StuG III bei Alkett aufgrund der schweren Bombardierungen im September 1943 zum Erliegen kam, war das StuG IV die logische Fortführung der Sturmgeschützentwicklung. Man besann sich wieder auf die Idee, den Aufbau des StuG III auf das Laufwerk des Panzer IV zu setzen. Die Serienproduktion lief schon im Dezember 1943 an. Als Aufbau wurde der des StuG III Ausf. G verwendet. Alle Änderungen, die beim StuG III Ausf. G beim Aufbau vorgenommen wurden, flossen ebenfalls beim StuG IV in die laufende Produktion ein. Allerdings musste beim Aufbau des StuG IV ein zusätzlicher Fahrererker angebracht werden, da der Fahrer eine weiter nach vorne angebrachte Sitzposition hatte. Die anfängliche Zimmertbeschichtung fiel im September 1944 dem Rotstift zum Opfer. Das Sturmgeschütz IV wurde bis Kriegsende nur bei Krupp in Magdeburg hergestellt.
Quelle: panzer-archiv.de


Der Bausatz

Der Bausatz von Dragon ist sehr umfangreich. Im Karton befinden sich 29 kleine und große Spritzlinge, eine Wanne, eine PE Platine für das Fahrzeug, die Schürzen aus Metall, ein gedrehtes Metallkabel und die Magic Tracks. Ein kleiner Decalbogen rundet das Paket ab. Alle Teile sind sehr sauber gespritzt und die PE´s machen einen hervorragenden Eindruck. Die Anleitung ist, für Dragon typisch, etwas unübersichtlich. Um den schon sehr guten Bausatz weiter aufzuwerten, habe ich noch ein Photoätzteilset von Voyager und eine Metallkette von Friulmodel benutzt.

Der Bau

Zum Bau des Sturmgeschützes habe ich die Trumpeter Wanne des Bergepanzers genutzt.
Diese hat die gleichen Maße wie die von Dragon und muss somit nur leicht modifiziert werden. An den Wannenseiten habe ich am Heck zwei Stege entfernt sowie alle Löcher mit Putty verschlossen. Die Frontplatte habe ich komplett mit 0,3mm Plastikkarte überklebt, um auch dort alle Löcher zu verdecken.

Als nächstes habe ich alle Laufwerkskomponenten angeklebt, was kein Problem darstellt. Die Seitenvorgelege des Dragon Bausatzes sowie die Abgasanlage habe ich etwas angepasst.
Die Glacisplatte entstammt dem Trumpeter Bausatz, welche ein wenig gekürzt wurde. Danach habe ich die Kettenbleche und den Aufbau an die Wanne angepasst, aber noch nicht verklebt, da erst der Innenraum zusammengebaut werden muss.
Für die Inneneinrichtung des Sturmgeschützes liegen die Funkgeräte und die Rohrwiege mit Richtanlage bei. Der Zusammenbau dieser Komponenten verläuft problemlos, allerdings habe ich das Kanonenrohr gegen ein gedrehtes von RB Model ausgetauscht.
Danach habe ich die Funkgeräte in den Aufbau eingeklebt und diesen nach Anleitung vervollständigt.

Jetzt habe ich alle Baugruppen zusammengeklebt. Zuerst die Kettenbleche an den Aufbau, dann die Kanone mit Rohrwiege in den Aufbau, dann den Aufbau mit Kettenblechen und das Heck auf die Wanne.
Von der Außenseite wird nun noch das Kanonenrohr mit der Saukopfblende aufgeleimt und der Rohbau ist fertig.
Weiter ging es mit dem Laufwerk. Dabei habe ich das Trieb-, das Spannrad und die Stützrollen aus dem Dragon Bausatz verwendet. Auf die Laufrollen von Trumpeter habe ich - zur besseren Detaillierung -  Abdeckkappen von Dragon und Tristar aufgeklebt.

An den Kettenblechen habe ich die angespritzten Werkzeughalter entfernt und alle durch die Voyager Ätzteile ersetzt. Hier scheint in der Anleitung von Dragon etwas nicht zu stimmen. Sowohl die angespritzten Halter als auch die Halter in Voyager´s Anleitung  zeigen eine andere
Werkzeugaufteilung wie die von Dragon´s  Anleitung.
Ich habe mich für die Variante von Voyager entschieden. Weiterhin habe ich die Kommandantenkuppel und das Rundumfeuer MG mit den Teilen von Voyager verfeinert.


Die Schürzen sowie deren Aufhängung habe ich nach Anleitung an das StuG angebaut. Da die Schürzen aus Blech sind, lassen sich diese nach Belieben verformen, um Beschädigungen zu simulieren.
Da ich ein Sturmgeschütz im Winter darstellen möchte, habe ich mich für eine Friul Ostkette entschieden. Diese war sehr schwierig zu verarbeiten, da das Metall sehr weich war und es sich beim Bohren sehr leicht verbog. 
Zum Abschluss des Baus habe ich noch ein paar Details wie Abdeckplanen aus Greenstuff und einen Eimer von Addon Parts hinzugefügt.

Bemalung/Alterung

Passend zur Jahreszeit wollte ich diesmal eine Wintertarnung umsetzen.
Als Erstes habe ich das Modell mit Soda gereinigt und es mit Vallejo´s Primer grundiert. Nach ausreichender Durchtrocknung habe ich das Panzerdunkelgelb mit Braun und Weiß aufgehellt und das Fahrzeug damit lackiert.

Danach habe ich Lackabplatzer mit nochmals aufgehellter Grundfarbe und German Camo Brown aufgemalt und die Details mit AK´s Brown Wash hervorgehoben. Eine Schicht Klarlack schützt die unteren Farbschichten vor den weiteren Bearbeitungsschritten.
Nach der Durchtrocknung des Klarlacks habe ich das Modell mit AK Heavy Chipping Fluid eingesprüht und diese wieder trocknen lassen. Mit der folgenden weißen Deckschicht sollte man nicht zu lange warten, da das Fluid sonst verfliegt und man keinen Lack mehr entfernen kann. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, habe ich das Weiß (Vallejo) wolkig und nicht deckend aufgebracht.
Nachdem das Weiß einigermaßen getrocknet ist, habe ich es mit lauwarmen Wasser und einem Pinsel stellenweise wieder entfernt. Um der Tarnung weitere Akzente zu verpassen, habe ich einige Bereiche mit Ölfarbe oder Humbrol Weiß behandelt. So entstehen viele unterschiedliche Zonen mit verschiedenen Weißtönen.
Anschließend habe ich die Details wiederum mit  AK´s Brown Wash und Neutral Wash von MIG akzentuiert. Für die Verschmutzung der Wanne habe ich die Texturfarbe von Wilder mit Pigmenten vermischt und diese Mischung vorsichtig aufgetupft. Nachdem die Paste getrocknet war, habe ich sie mit Earth Effects, Dark Earth und Fresh Mud von AK eingefärbt.
Die im Bausatz enthaltenen Magic Tracks habe ich durch die Friul Ostketten (ATL 83) ersetzt. Nach dem Zusammenbau habe ich die Ketten brüniert, mit Track Wash von AK behandelt und eine Pigmentmischung aufgetupft. Anschließend habe ich das Laufwerk montiert und die Ketten aufgezogen.
An der Oberwanne habe ich die vorher lackierten Kettenglieder aufgeleimt und die restlichen Teile angebracht. Die Schürzen habe ich ebenfalls mit der Haarspraytechnik gealtert und danach an beiden Seiten mit Dark Earth und Fresh Mud per Sprenkeltechnik verschmutzt.
Zur Belebung des Sturmgeschützes habe ich mir gedacht, dass ein paar Figuren als Mitfahrer ganz gut aussehen würden. Hierfür  habe ich den Dragon Figurensatz 6513 und für den Kommandanten eine Alpine Figur verwendet. Eine kleine winterliche Basis bringt die Szene zur Geltung.



Fazit

Der Bausatz ist hervorragend detailliert und passgenau gespritzt, weshalb selbst Anfänger Spaß an dem Bausatz haben. Aber auch die fortgeschrittenen Modellbauer können sich mit dem Einen oder Anderen Detailset austoben. Hier bekommt der Modellbauer wirklich ein sehr gelungenes Modell für sein Geld. Die Bewertung bezieht sich auf den Originalbausatz, ohne die von mir benutzte Trumpeter Wanne.



Bewertung:
Preis / Leistung: ***** Paßgenauigkeit: *****
Detailierung: ***** Schwierigkeitsstufe: *****



© 12/2014

6097 Leser dieses Bauberichts seit dem 31.12.2014

zurück zur Übersicht