Ausgepackt-Archiv



Nach der furiosen Überraschung des Mercedes L4500A von Zvezda erwartete man nun sehnsüchtig das angekündigte Mercedes L4500R Maultier als 1/35er Modell mit der Nummer 3603.
Dieses Modell stellt die legendäre Halbketten Variante dar, bei der der LKW mit dem Laufwerk des Panzer II versehen war.
Da es bislang keinen anderen Bausatz dieses Modells gibt, hat Zvezda hier wieder einen großen Schritt für die 1/35 Modellbaugemeinde getan.
Was also finden wir im Karton?

10 Spritzrahmen, eine kleiner Spritzling mit klarem Plastik und ein kleiner Decalbogen.
Die Qualität der Teile ist erstaunlich gut - den Großteil der Teile ist bereits vom "normalen" L4500 Bausatz bekannt (und beliebt). Auch die Figuren sind nachwievor enthalten - etwas, das man bei vielen Herstellern immer noch vermisst.

Leider sind die Reifen nachwievor nicht das Gelbe vom Ei - die Struktur ist ohne viel Details, kein Herstelleraufdruck und das Profil macht eher den Eindruck von Nachkriegsreifen.
Auch die Laufrollen des Panzer II Laufwerks machen einen etwas "soften" Eindrucks - also keine markanten Details. Sie sind nicht schlecht, aber hauen einen auch eben nicht vom Hocker.
Treibräder und Ketten machen dafür aber einen richtig guten Eindruck! Die Kette ist sauber und fein detailliert und liegt in mehreren Strängen und Einzelgliedern vor - sogar den Kettendurchhang ist in den Strängen dargestellt.

Die Fahrerkabine ist die bewährte und bekannte aus dem vorigen Bausatz und macht nachwievor einen sehr guten Eindruck - hiern enthalten ist auch die Darstellung des Motors, was eine offene Motorklappe erlaubt.

Was besonders gefällt, ist die Ladepritsche. Diese ist zum einen mit schöner Holzstruktur versehen, aber der Clou liegt darin, dass man eine große Auswahl zur Darstellung besitzt! Man kann diese mit den niedrigen Seitenwänden, hohen Seitenwänden und zusätzlich mit Planenverdeck baubar.
Dieses Planenverdeck ist aus 5 Teilen zusammenbaubar und macht einen sehr guten Eindruck, auch wenn dieses mehrteilige Zusammensetzen nach Spachtelarbeiten schreit. Die Darstellung ist wirklich schön, mit starkem Durchhang zwischen den Spriegeln, Faltenwurf und Planenfenstern.
Als zusätzliches Schmanckerl ist der hintere Verdeckteil auch als offenes, hochgerolltes Verdeck beigelegt.

Die Bauanleitung besteht aus 32 Bauschritten mit feinen Zeichnungen, die eigentlich keine Fragen offenlassen sollten.
Der kleine Decalbogen ist ein wenig zu spartanisch ausgefallen, denn es sind nur eine Version an Luftwaffen Nummernschildern, sowie Verladeklasseschildern ... hier ist das Modell als Sd.Kfz.3/5 angegeben ... ansonsten schon stimmig.
Die Bauanleitung zeigt eine Bemalungsvorlage von nur zwei Seiten in Dreifarbtarnung.

Insgesamt ein sehr toller Bausatz, der bei einem Preis von knapp 20 Euro sehr überzeugen kann!



***

Zvezda ist immer wieder für eine Überraschung gut - vor kurzer Zeit erst klammheimlich angekündigt und für 2009 erwartet, kam dieses Modell noch mitte Dezember 2008 auf den Markt - die Rede ist vom Mercedes L4500A als 1/35er Modell mit der Nummer 3596.
Dieses Modell stellt die Allradversion dar und nicht die S Version wie bei verschiedenen Ankündigungen zu sehen.
Da es bislang keinen anderen Bausatz dieses Modells gibt, hat Zvezda hier einen großen Schritt für die 1/35 Modellbaugemeind getan.
Was also finden wir im Karton?

6 Spritzrahmen, eine kleiner Spritzling mit klarem Plastik und ein kleiner Decalbogen.
Die Qualität der Teile ist erstaunlich gut und Zvezda schwingt sich damit eine Etage höher. Sogar Figuren hat man nicht vergessen, welche auch in ansprechender Qualität modelliert sind.

Was meien Aufmerksamkeit erregt sind die Reifen - diese sind von der Machart und Qualität an sich wirklich klasse gemacht, leider fehlen die Aufdrucke an den Seiten und vor allem ist die Optik des Profils leider eher die von Nachkriegsrädern. Aber ich denke hier kommen die Zurüsthersteller sicher schnell mit Ersatz auf den Markt

Der Rest der Teile ist wirklich durch die Bank gut gemacht mit bestechenden Details. Gerade die Ladepritsche mit der Holzstruktur und die Seitenteile.
Das Fahrerhaus ist mehrteilig und macht einen schönen Eindruck. Desweiteren der Kühlergrill mit Mercedesstern und sogar ein kompletter Motor.
Das Chassis mit den Antriebssträngen und den Achsen ist ebenfalls gut gemacht. Das Getriebe ist mit zwei Ansätzen für die Antriebsachsen vorn und hinten versehen. Die Vorderachse ist nur als Antriebsversion enthalten, somit ist dieser Mercedes eben nur die A (Allrad) Version und nicht die S (Standard) Version.
Für die Ladefläche ist ein Set sehr feiner Planenspriegel enthalten - nur keine Plane an sich.

Die Bauanleitung besteht aus 26 Bauschritten mit feinen Zeichnungen, die eigentlich keine Fragen offenlassen sollten.
Der kleine Decalbogen ist ein wenig zu spartanisch ausgefallen, denn es sind nur zwei Versionen Nummernschilder, sowie taktische Zeichen und zwei Einheitenabzeichen der 62.Inf.Div und 24.Inf.Div. enthalten - witzigerweise auch ein Verladeklassenschild, das eigentlich für den Panzer IV ausgefüllt ist
Die Bauanleitung zeigt eine Bemalungsvorlage in grau und eine in Dreifarbtarnung.

Insgesamt ein Bausatz, der schon beim reinen Betrachten Spaß macht, denn zum einen fehlt es bislang massiv an guten LKW in Spritzguss und zum anderen ist die Qualität des Bausatzes wirklich höchst erfreulich und das bei einem Preis von unter 25 Euro!



***

Einiges Erstaunen löste die Ankündigung von Zvezda aus, einen neuen KW1 als 1/35er Modell mit der Nummer 3539 auf den Markt zu bringen. Nach den gelungenen Trumpeter-Bausätzen sicher ein gewagtes Unterfangen, denn an diesen gab es nur wenig zu bemängeln. Jedoch spätestens als im Netz von einer Inneneinrichtung gemunkelt wurde, war mein Interesse geweckt.
Heut kam das Schächtelchen an, also schaun wir gleich mal rein.

8 Spritzrahmen aus dunkelgrünem, etwas spröderem Plastik befinden sich im Karton, dazu 2 Spritzlinge aus (nicht sehr weichem) Weichplastik, dem Scheinwerferglas aus klarem Material, dem Decalbogen und der Bauanleitung.
Das Kartondeckelbild zeigt einen KW1 aus 1942er Tscheljabinsker Produktion mit Gusslaufrollen und Zis5-Kanone, davon darf man sich jedoch nicht irre machen lassen, denn der ist nicht im Kasten!

Statt dessen findet man einen KW1 mit Kanone F32, verstärkten gummigepufferten Laufrollen und dem späten entfeinerten Turm Modell 1940 mit verbolzten Front- und Heckplatten, wie er Mitte/Ende 1941 in Tscheljabinsk montiert wurde. Kleiner Etikettenschwindel also. Zvezda hatte sich vermutlich von dem vor einiger Zeit aus dem Ladogasee geborgenen KW1 inspirieren lassen, denn das Modell weist einige typische Merkmale dieses Fahrzeugs auf. Leider war man dabei nicht konsequent genug, denn aus dem Kasten lässt sich dieser spezielle Panzer leider nicht bauen. Dessen seitliche Zusatzpanzerung sieht nämlich völlig anders aus als die Beiliegende und auch die Position der rückwärtigen Turmwinkelspiegel stimmt nicht überein.

Die Qualität des Bausatzes würde ich als gut bezeichnen, besser als die mir bisher bekannten von Zvezda, vor allem weniger Formversatz.
Bei den Laufrollen fällt ins Auge, dass man wohl zwei verschiedene Typen darstellen wollte, welche wahlweise verwendbar sind, zum einen eine gummigepufferte Laufrolle mit Verstärkungsrippen am perforierten Aussenring und als weitere Variante die Laufrolle mit ungelochtem Aussenring. Allerdings kann man diese nur wahlweise entweder nach innen oder aussen drehen, also keine zwei Laufradscheiben gleichen Typs miteinander verbinden.
Sehr gut ist die innere Detaillierung der Lukendeckel, keine Auswerferstellen wie bei Trumpeter. Allerdings ist die Anordnung des inneren Verschlussmechanismus zwar für die Turmluke korrekt, für die Wannenluken jedoch nicht. Auch bim Zvezda-KW1 liegen sowohl Weichplastik- als auch Segmentketten bei, allerdings beide schlechter als bei Trumpeter. Die aus Weichplastik sind spröder als Trumpeters und innen kaum detailliert, den Segmenten fehlt leider der signifikante Durchhang im oberen Bereich. Die Wannenlänge ist deutlich kürzer als die bei Trumpeter und in allen Zeichnungen der bekannten Veröffentlichungen zum Thema, aber ohne nachzumessen will ich mich da mal lieber nicht festlegen. Die erhoffte Innereinrichtung gibt's leider nicht, was beiliegt ist eine sehr rudimentäre Nachbildung des Motoroberteils als Lukenfüller und komplette MGs. Die Luken zum Getriebe sollten also auch hier leider verschlossen bleiben.

Beim Turm hat Zvezda allerdings ganz gute Arbeit geleistet. Man bekommt etwas Interieur, sicher nicht komplett, aber genug um ruhigen Gewissens die Luke des Kommandanten offen zu lassen. Sehr gut gefällt mir die drehbar baubare Kommandantenluke mit FlaMG-Halterung. Weniger gut sind die fehlenden Schweißnähte am Turm und das nicht so pralle Kanonenrohr.
Für die Kettenabdeckungen liegen 3 Staukisten bei und ein einsamer, trauriger Schmiermitteltank. Diese kubusförmigen Motorölkanister kenne ich von Originalfotos nur in Gruppen zu 6-8 Stück, und dann auch nur auf KWs aus LKZ (Leningrader) Produktion. Also wohl am besten weglassen.

Einen völligen Ausfall hat sich Zvezda mit den Decals geleistet. Alle 3 vorgeschlagenen Markierungsvarianten passen nicht auf dieses Modell. (Istrebitel-Gussturm; Bespotzschadnij-verstärkter Turm M.41; Suworow700- verstärkter Turm M.41)

Was bleibt also? Dieser Bausatz bietet keine neue Variante. Ein solches Modell des KW kann man aus dem KV1s Ekrenamy von Trumpeter durch Weglassen der Zusatzpanzerung am Turm ebenfalls bauen. Ich würde den Trumpeter empfehlen, der ist ein bisschen besser und ein bisschen billiger. Wenn man allerdings alle möglichen KW-Varianten bauen will, dann ist dieser Zvezda eine nette Abwechslung im Trumpeter-Einheitshellgrau
(Review von Hendrik M. Pampel)




***

Schon etwas länger angekündigt hat Zvezda es tatsächlich geschafft und das Sd.Kfz.251/1 Ausf. mit der Nummer 3572 auf den Markt zu bringen.
Dieses Modell ist das erste seiner Art in 1/35, denn bislang gab es dieses Halbkettenfahrzeug nur als Ausf.C und D. Damit dürften zum einen alle Freunde des Sd.Kfz.251 und die der frühen Kriegsfahrzeuge in helle Begeisterung gelangen. Vor allem schreit diese Version nun nach Umbausätzen oder weiteren Spritzgussvarianten von Zvezda, denn manche 251er gab es nur auf der A oder B Version.
Wer jetzt allerdings verächtlich die Nase rümpft beim Gedanken an vergangene Zveda Gussqualitäten, dem sei gesagt, dass dieses Modell weit hervorsticht und durch gute Qualität begeistert. Was Zvezda hier gezaubert hat ist sehr gut.
Doch der Reihe nach.
Im Karton finden sich 8 Spritzlinge und ein kleiner Decalbogen. DIe Spritzgussteile erfreuen wirklich durch die Bank durch klare und feine Details, Auswerferstellen findet man nur auf Innenseiten, die später nicht einsehbar sind. An besonders schönen Teilen enthalten sind zudem die Laufrollen, die zwar auf der Gummierung keinen Herstelleraufdruck haben, aber ansonsten sehr gut gelungen und mit feinen Nieten versehen sind. Passend dazu liegt nicht etwa eine Gummikette bei, sondern eine Einzelgliedkette, die einen hervorragenden Eindruck macht. Die Kettenteile sind sauber gegossen und die feinen Löcher seitlich gut dargestellt. Zusammengebaut werden diese mit einzelnen Gummipolstern. Ebenfalls erfreulich ist die Beigabe eines kleinen Spritzlings mit Zubehör wie Kanister, MP, Karabiner, usw.. Einziger Minuspunkt, der hier ins Auge fällt ist, dass die seitlichen Staukästen keine Segmente, sondern eine durchgehende glatte Front haben. Dafür gibt es noch als besonderen Clou, der diesem Bausatz einen weiteren großen Pluspunkt verleiht, die Beigabe eines Motors mit ausreichenden Details und sogar einem Kühler.
Die Teile weisen alle Details einer Ausf.B auf, wie etwa seitliche Sichtluken, die Stoßstange vorn und die Luftschlitze auf der Motorhaube.
Die Bauanleitung macht einen guten und übersichtlichen Eindruck und führt in 23 Bauschritten zum fertigen Modell. Decalbogen und Bemalungsanleitung ermöglichen den Bau eines Fahrzeugs der 11.Pz.Div 1941 auf dem Balkan, eines der 1.Pz.Div.1940 in Frankreich oder eines der 19.Pz.Div. 1941 in Russland. Der Decalbogen verfügt desweiteren über Abziehbilder für die Rundinstrumente, was ein großer Vorteil ist.
Insgesamt ein überraschender und sehr positiver Eindruck durch die herovrragende Qualität der Teile und der Ausstattung. Der Preis von etwa 16 Euro stimmt in den positiven Eindruck mit ein!




zurück zur Übersichtsseite